Wer zahlt in Österreich, wenn ich als Fahrgast in einem Robotaxi verletzt werde?
Robotaxis fahren in Österreich nicht im Regelbetrieb, erlaubt sind nur Testfahrten für bestim …
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Kurz gesagt
Als Fluggast in einem Flugtaxi sind Sie in Österreich über den Betreiber geschützt: Das Luftfahrtgesetz verlangt eine Haftpflicht je Passagierplatz von grundsätzlich 250.000 Sonderziehungsrechten, rund 300.000 Euro. Ihre private Unfallversicherung zahlt nach den Musterbedingungen nur in Luftfahrzeugen mit Pilot; fliegt das Flugtaxi ferngesteuert, ist das ausgeschlossen. Sie kostet ab etwa 7 Euro im Monat.
Eine eigene Versicherung für Fluggäste im Flugtaxi gibt es nicht. Maßgeblich ist die Prämie der privaten Unfallversicherung.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Einfacher bis umfangreicher Tarif für Erwachsene | etwa 7 bis 50 Euro im Monat |
| Guter Schutz für eine erwachsene Person | etwa 150 bis 300 Euro im Jahr |
| Büroangestellte, 30 Jahre, Graz, 100.000 Euro Versicherungssumme, 500 Prozent Progression | ab etwa 9 Euro im Monat |
Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Prämienbeispielen.
Die Euro-Werte der Sonderziehungsrechte sind mit rund 1,20 Euro gerechnet.
Ob ein Versicherer ferngesteuerte Flugtaxis gegen Aufpreis einschließt,
ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Eine Fluggästin verletzt sich bei einer harten Landung am Knie, es bleibt eine dauernde Invalidität von angenommen 10 Prozent. Ihre Unfallversicherung hat 100.000 Euro Versicherungssumme.
| Schadenersatz für Behandlung und Schmerzengeld | vom Betreiber, in beiden Fällen |
| Unfallversicherung, Flugtaxi mit Pilot | 10.000 Euro |
| Unfallversicherung, ferngesteuertes Flugtaxi | 0 Euro nach AUVB 2022 |
| Unterschied | 10.000 Euro |
Der Betreiber haftet immer. Ob die eigene Unfallversicherung zusätzlich zahlt, hängt davon ab, ob ein Pilot an Bord war.
Ein Flugtaxi ist ein Luftfahrzeug. Wer Sie damit befördert, haftet als Luftfrachtführer für Unfälle an Bord nach dem Montrealer Übereinkommen und den EU-Regeln. Ihren Schadenersatz für Behandlung, Verdienstentgang und Schmerzengeld richten Sie an den Betreiber.
Damit dieser Anspruch nicht ins Leere geht, schreibt § 164 Absatz 2 Luftfahrtgesetz eine Haftpflichtversicherung für die Fluggäste vor, berechnet je vorhandenem Passagierplatz. Grundsätzlich sind das 250.000 Sonderziehungsrechte (SZR) je Platz, bei rund 1,20 Euro je SZR etwa 300.000 Euro.
Die EU-Verordnung 785/2004 gilt in Österreich direkt und verlangt ebenfalls mindestens 250.000 SZR je Fluggast. Für Sie als Fluggast eines Flugtaxis bedeutet das: Ein versicherter Betreiber steht für Ihren Schaden ein.
Für nichtgewerbliche Flüge mit Luftfahrzeugen bis 2.700 Kilogramm erlaubt das Luftfahrtgesetz niedrigere Summen von 128.821 SZR je Platz. Ein Flugtaxi, das Fluggäste gegen Entgelt befördert, fällt nicht unter diese Ausnahme.
Die Musterbedingungen des Versicherungsverbands (AUVB 2022) decken in Artikel 1 Punkt 2.4 ausdrücklich Unfälle als Fluggast in motorischen Luftfahrzeugen. Elektrisch angetriebene Flugtaxis sind motorische Luftfahrzeuge.
Artikel 4 schließt aber Unfälle als Pilot, Besatzung oder Passagier von ferngesteuerten Luftfahrzeugen aus, ebenso in Raumfahrzeugen. Fliegt ein Flugtaxi ohne Pilot an Bord und wird vom Boden gesteuert, zahlt eine Polizze nach diesen Musterbedingungen nicht. Der Ausschluss gilt, soweit nichts anderes vereinbart ist; entscheidend sind Ihre Bedingungen.
| Flugtaxi-Fall | Unfallversicherung nach AUVB 2022 |
|---|---|
| Flugtaxi mit Pilot an Bord | gedeckt als Fluggast |
| Ferngesteuertes Flugtaxi ohne Pilot | ausgeschlossen, wenn nichts anderes vereinbart ist |
| Sie steuern selbst als Pilot | ausgeschlossen |
| Unfall beim Ein- und Aussteigen am Boden | gedeckt wie jeder Freizeitunfall |
Für Ihren Schadenersatz brauchen Sie keine eigene Polizze, das deckt die Pflichtversicherung des Betreibers. Eine Unfallversicherung ergänzt das mit festen Summen bei dauernder Invalidität, unabhängig vom Verschulden.
Wenn Sie öfter mit ferngesteuerten Flugtaxis fliegen wollen, fragen Sie Ihren Versicherer, ob er diesen Ausschluss abbedingen kann. Für einen einzelnen Flug lohnt sich der Aufwand meist nicht.
Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat 2019 die Sonderbedingung SC-VTOL für senkrecht startende Luftfahrzeuge mit bis zu neun Sitzen veröffentlicht. Für die gewerbliche Beförderung von Fluggästen gilt die Kategorie Enhanced mit den strengsten Anforderungen.
Diese Regeln gelten in allen EU-Staaten. Ein Flugtaxi, das in Österreich Fluggäste befördert, braucht dieselbe europäische Zulassung wie anderswo in der EU.
Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler private Unfallversicherungen. Ein Makler kann die Ausschlüsse für Luftfahrt in verschiedenen Polizzen vergleichen und nach Tarifen suchen, die ferngesteuerte Flugtaxis einschließen. Die Courtage zahlt der Versicherer, für Sie ist das kostenlos.
Fragen und Antworten
Der Betreiber haftet und muss je Passagierplatz versichert sein.
Ihre Unfallversicherung zahlt nach den AUVB 2022 dagegen nicht,
weil Passagiere ferngesteuerter Luftfahrzeuge ausgeschlossen sind.
Ja.
§ 164 Absatz 2 Luftfahrtgesetz verlangt eine Haftpflicht je Passagierplatz,
grundsätzlich 250.000 SZR.
Die EU-Verordnung 785/2004 schreibt denselben Mindestwert vor.
Nach den Musterbedingungen ja, denn Unfälle als Fluggast in motorischen Luftfahrzeugen sind
ausdrücklich eingeschlossen.
Die darin enthaltene Haftpflicht hilft nur, wenn Sie selbst jemandem einen Schaden zufügen.
Für Ihre eigene Verletzung ist sie nicht zuständig.
Die Zulassung regelt die EASA einheitlich für die EU.
Für die Versicherung gelten das Luftfahrtgesetz und die EU-Verordnung 785/2004 wie bei anderen
Luftfahrzeugen.
NAMMERT Versicherungsmakler
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Ihr Makler: Norman Nammert, unter der Marke NAMMERT.
Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO mit Sitz in Deutschland.
Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37.
In Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.
Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen.
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