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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauchen Richter und Staatsanwälte in Österreich?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen Richter und Staatsanwälte in Österreich brauchen, ist eine kurze Liste: Kranken- und Unfallversicherung laufen über die BVAEB. Sinnvoll sind eine Amts- und Organhaftpflicht, als Gruppenpolizze ab etwa 12 Euro im Jahr, ein Rechtsschutz, der Disziplinarverfahren deckt, und in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab etwa 57 Euro im Monat.

Welche Versicherungen brauchen Richter und Staatsanwälte in Österreich?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien für Österreich, Stand 2022 bis 2026.

BeispielRichtwert
Gruppenpolizze Berufs- und Organhaftpflicht im öffentlichen Dienstab etwa 12 Euro im Jahr
Rechtsschutz Privat, Beruf und Wohnen, Einzelpersonetwa 10 bis 25 Euro im Monat
Berufsunfähigkeit, 29 Jahre, Rechtsberuf, 1.800 Euro Renteab etwa 57 Euro im Monat
Berufsunfähigkeit, 32 Jahre, Rechtsberuf, 3.000 Euro Renteab etwa 86 Euro im Monat
Sonderklasse ohne Selbstbehalt, 25 bis 35 Jahreetwa 123 bis 155 Euro im Monat

Stand Oktober 2026.

Die Prämien stammen aus öffentlich genannten Beispielen, die Gesetzesstellen sind geprüft.

Die Werte im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Staatsanwalt, 32, seit zwei Jahren ernannt

Ledig, gesund, Krankenversicherung über die BVAEB, keine Gruppenpolizze der Dienststelle.

Amts- und Organhaftpflicht, 48 Euro im Jahr4 Euro im Monat
Rechtsschutz Privat, Beruf und Wohnenetwa 15 bis 25 Euro im Monat
Berufsunfähigkeit, 3.000 Euro Renteab etwa 86 Euro im Monat

Zusammen etwa 105 bis 115 Euro im Monat, ohne Sonderklasse.

Dienstrecht für Richter und Staatsanwälte

Richter, Staatsanwälte und Richteramtsanwärter stehen in einem Dienstverhältnis nach dem Richter- und Staatsanwaltschaftsdienstgesetz. Anders als in Deutschland ist die Staatsanwaltschaft dort im selben Gesetz geregelt wie die Richterschaft.

Die Kranken- und Unfallversicherung für Personen im öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis zum Bund führt die BVAEB. Eine private Krankenvollversicherung gibt es nicht, nur Zusatzversicherungen wie Sonderklasse oder Wahlarzt. Seit 1. Juni 2026 beträgt der Behandlungsbeitrag 20 Prozent des Kassentarifs.

Amtshaftung und Rückersatz

Schäden, die in Vollziehung der Gesetze entstehen, ersetzt nach dem Amtshaftungsgesetz zuerst der Rechtsträger, für Gerichte und Staatsanwaltschaften der Bund. Der Geschädigte kann sich nicht an Sie wenden. Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit kann der Bund Rückersatz verlangen, bei grober Fahrlässigkeit kann das Gericht ihn mäßigen.

Für Richter und Staatsanwälte sind die Summen bei einem Rückersatz schwer abzuschätzen, etwa nach einer schweren Verfahrensverzögerung. Eine Amts- und Organhaftpflichtversicherung prüft die Forderung und wehrt überzogene Ansprüche ab. Vorsatz ist nie versichert.

Rechtsschutz bei Disziplinarverfahren und Dienstrecht

In verbreiteten österreichischen Bedingungswerken ist ein Disziplinarverfahren über den Straf-Rechtsschutz ab dem Einleitungsbeschluss gedeckt. Wird Ihnen eine Vorsatztat vorgeworfen, etwa Amtsmissbrauch, zahlt der Versicherer nur rückwirkend nach Einstellung oder Freispruch.

Streit um Ernennung, Versetzung, Bezüge oder Pension deckt der Arbeits- und Dienstrechtsschutz für öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse, teils mit Revision an den Verwaltungsgerichtshof bis 2,5 Prozent der Versicherungssumme. Prüfen Sie, ob Ihr Vertrag diese Bausteine für Richter und Staatsanwälte enthält.

Berufsunfähigkeit im Richteramt

Bei dauernder Dienstunfähigkeit folgt der Ruhestand. Je jünger Sie sind, desto größer ist der Abstand zwischen Pension und letztem Bezug. Eine Dienstunfähigkeitsklausel wie in Deutschland ist in Österreich unüblich, die Berufsunfähigkeitsversicherung prüft nach eigenen Bedingungen.

Am günstigsten ist der Abschluss im Ausbildungsdienst. Mit vielen Dienstjahren und Rücklagen wird die Versicherung weniger wichtig; ein guter Vertrag erlaubt dann eine Senkung der Rente statt einer Kündigung.

Reihenfolge für Richter und Staatsanwälte

Die Tabelle ordnet nach Dringlichkeit, die Prämien sind Richtwerte.

RangVersicherungRichtwert
1Amts- und OrganhaftpflichtGruppenpolizzen ab etwa 12 Euro im Jahr
2Rechtsschutz mit Straf- und Dienstrechtsschutzetwa 10 bis 25 Euro im Monat für Privat, Beruf und Wohnen
3Berufsunfähigkeit in jungen Jahrenab etwa 57 Euro im Monat mit 29
nach WunschSonderklasse zur BVAEBetwa 80 bis 155 Euro im Monat mit 25 bis 35

Was Richter und Staatsanwälte meist nicht brauchen

Eine Unfallversicherung nur für den Dienst ist neben der Unfallversicherung der BVAEB selten nötig. Wer lange im Dienst ist und Rücklagen hat, braucht keine neue Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wer nebenbei auf eigene Rechnung lehrt, schreibt oder als Schiedsrichter tätig ist, braucht dafür eigenen Schutz. Dafür gibt es Seiten für Selbstständige nach Betriebsart.

Schritt für Schritt

  1. Bei Dienststelle oder Standesvertretung nach Gruppenpolizzen für Amts- und Organhaftpflicht fragen.
  2. Rechtsschutz auf Straf-, Disziplinar- und Dienstrechtsschutz prüfen.
  3. Berufsunfähigkeit möglichst im Ausbildungsdienst abschließen.
  4. Sonderklasse nur bei echtem Wunsch nach Zimmer und Arztwahl ergänzen.
  5. Nach der Ernennung Rentenhöhe und Summen anpassen.

Checkliste

  • Amtshaftpflicht deckt Rückersatz und Organhaftpflicht
  • Rechtsschutz deckt Disziplinarverfahren ab Einleitungsbeschluss
  • Dienstrechtsschutz für öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse
  • Berufsunfähigkeit ohne abstrakte Verweisung
  • Nebentätigkeiten gesondert versichert

Häufige Fehler

  • Annehmen, die Amtshaftung schütze vor jedem Rückersatz
  • Einen Rechtsschutz ohne Disziplinarverfahren wählen
  • Deutsche Begriffe wie Beihilfe oder Dienstunfähigkeitsklausel auf Österreich übertragen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Haften Richter in Österreich persönlich?

Gegenüber Bürgern haftet zuerst der Bund.

Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit kann er Rückersatz verlangen, das Gericht kann ihn mäßigen.

Sind Staatsanwälte in Österreich Beamte?

Ihr Dienstverhältnis regelt das Richter- und Staatsanwaltschaftsdienstgesetz,

gemeinsam mit Richtern und Richteramtsanwärtern.

Deckt der Rechtsschutz ein Disziplinarverfahren?

In verbreiteten Bedingungswerken ja, über den Straf-Rechtsschutz ab dem Einleitungsbeschluss.

Kann ich als Richter privat krankenversichert sein?

Nur als Zusatz.

Die Pflichtversicherung in der BVAEB bleibt bestehen.

Quellen

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