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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Zahlt in Österreich eine Versicherung, wenn Mitarbeiter auf einen Deepfake-Anruf hereinfallen?

Kurz gesagt

Ja, in Österreich zahlt eine Versicherung, wenn Mitarbeiter auf einen Deepfake-Anruf hereinfallen, vor allem die Vertrauensschadenversicherung, die Fake President als Betrug durch Dritte einschließt. Cyberpolizzen ersetzen den reinen Geldabfluss oft nur über einen Zusatzbaustein mit eigener, oft niedrigerer Grenze. Einfache Cyberpolizzen gibt es ab rund 146 Euro netto.

Zahlt in Österreich eine Versicherung, wenn Mitarbeiter auf einen Deepfake-Anruf hereinfallen?

Was es kostet

Prämien und Grenzen aus veröffentlichten Angaben für Österreich, ergänzt um einen Vergleichswert aus Deutschland.

BeispielRichtwert
Cyberpolizze für sehr kleine Betriebe, Online-Abschluss in Österreichab rund 146 Euro netto im Jahr
Vertrauensschadenversicherung im Rahmenvertrag für Gemeinden, vorläufige Entschädigungbis 250.000 Euro
Vergleichswert Deutschland: Vertrauensschadenversicherung, Büro mit 3 Personen, 100.000 Euro Summerund 540 Euro im Jahr

Angaben aus Produktübersichten und veröffentlichten Rechenbeispielen, Stand Oktober 2026.

Eine österreichische Prämie für die Vertrauensschadenversicherung hängt von Mitarbeiterzahl,

Branche und Summe ab;

das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Linzer Handelsfirma überweist 150.000 Euro nach Videocall

Die Buchhalterin sieht im Videocall den angeblichen Geschäftsführer und überweist 150.000 Euro für eine geheime Übernahme.

Schaden150.000 Euro
Bank, Zahlung war autorisiert0 Euro
Cyberpolizze mit Social-Engineering-Grenze 100.000 Eurohöchstens 100.000 Euro
Vertrauensschadenversicherung mit Drittschäden, Summe 250.000 Eurobis 150.000 Euro abzüglich Selbstbehalt
SelbstbehaltRichtwert aus der Angebotspraxis: 1.000 bis 5.000 Euro

Mit Vertrauensschadenversicherung bleibt im Wesentlichen der Selbstbehalt. Mit der Cyberpolizze allein fehlen mindestens 50.000 Euro.

So läuft ein Deepfake-Anruf ab

Ein Täter gibt sich als Geschäftsführerin oder Chef aus und drängt eine Person mit Zeichnungsberechtigung zu einer eiligen, vertraulichen Überweisung. Mit KI klingt die Stimme am Telefon oder wirkt das Gesicht im Videocall täuschend echt.

Nach Tests der Watchlist Internet reichen für eine brauchbare Stimmkopie schon Aufnahmen von 10 Sekunden. Vorträge, Firmenvideos und Interviews der Geschäftsführung liefern genug Material.

Welche Polizze den Deepfake-Schaden in Österreich ersetzt

Die Vertrauensschadenversicherung ersetzt Vermögensschäden durch vorsätzliche unerlaubte Handlungen. Gute Bedingungen schließen neben eigenen Mitarbeitern auch Dritte ein und nennen Fake President, Payment Diversion und Fake Identity ausdrücklich. Ein Rahmenvertrag für Gemeinden sieht etwa eine vorläufige Entschädigung bis 250.000 Euro vor.

Achten Sie auf Teilgrenzen für Schäden durch Dritte. Die Gesamtsumme nützt wenig, wenn für Täuschung von außen nur ein kleiner Betrag gilt.

PolizzeZahlt beim Deepfake-Anruf?
Vertrauensschadenversicherung mit Drittschädenja, bis zur Summe oder Teilgrenze
Vertrauensschadenversicherung nur für eigene Mitarbeitermeist nein
Cyberpolizze ohne Zusatzbausteinfür den Geldabfluss meist nein
Cyberpolizze mit Social-Engineering-Bausteinteilweise, oft eng begrenzt
Betriebshaftpflichtnein

Warum die Cyberpolizze oft nicht reicht

Cyberpolizzen sind für Angriffe auf IT-Systeme gebaut. Beim Deepfake-Anruf wird kein Rechner gehackt, sondern ein Mensch getäuscht. Musterbedingungen schließen den Abfluss von Vermögenswerten deshalb oft aus. Der Cyber-Vertrauensschaden mancher Anbieter deckt nur betrügerische eigene Mitarbeiter.

Ein Social-Engineering-Baustein hilft teilweise. Er kann eine eigene Teilgrenze unter der Versicherungssumme haben. Bei einer hohen Überweisung bleibt dann ein Teil des Schadens im Betrieb.

Obliegenheiten, die über die Leistung entscheiden

Versicherer prüfen nach einem Fake-President-Fall genau, ob die vereinbarten Sicherheitsregeln eingehalten wurden. Schriftliche Zahlungsregeln, die im Alltag gelebt werden, stärken Ihre Position.

Bewährt haben sich: Freigabe durch zwei Personen ab einem festen Betrag, Rückruf über eine bekannte Nummer bei jeder ungewöhnlichen Anweisung und eine eigene Prüfung bei jeder neuen Bankverbindung.

Wann sich die Polizze für Ihren Betrieb lohnt

Eine Vertrauensschadenversicherung lohnt sich, wenn mehrere Personen Überweisungen auslösen, die Geschäftsführung öffentlich auftritt oder regelmäßig hohe Beträge ins Ausland gehen. Ein Ein-Personen-Unternehmen, das jede Zahlung selbst freigibt, braucht sie meist nicht. Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler und kann bestehende Cyber- und Vertrauensschadenpolizzen auf diese Lücke prüfen.

Schritt für Schritt

  1. Klären, wer im Betrieb zeichnungsberechtigt ist und bis zu welchem Betrag.
  2. Vier-Augen-Prinzip und Rückrufregel schriftlich festlegen.
  3. Mitarbeiter in der Buchhaltung zu Deepfake-Anrufen schulen.
  4. Cyberpolizze auf Ausschluss des Vermögensabflusses und Social-Engineering-Grenze prüfen.
  5. Angebote für eine Vertrauensschadenversicherung mit Drittschäden einholen.
  6. Im Ernstfall sofort Bank, Polizei und Versicherer verständigen.

Checkliste

  • Fake President und Täuschung durch Dritte ausdrücklich versichert
  • Teilgrenze passt zu Ihren üblichen Zahlungen
  • Vier-Augen-Prinzip dokumentiert
  • Rückruf bei neuen Bankverbindungen
  • Rückwärtsversicherung für früher verursachte Schäden
  • Kosten für Schadenermittlung und Rechtsverfolgung eingeschlossen

Häufige Fehler

  • Glauben, die Cyberpolizze decke jeden Betrug
  • Nur auf die Gesamtsumme schauen und die Teilgrenze übersehen
  • Freigaberegeln haben, aber unter Zeitdruck aussetzen
  • Die Bank erst nach interner Klärung anrufen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was ist direkt nach einem verdächtigen Deepfake-Anruf zu tun?

Sofort die Bank anrufen, damit sie die Zahlung wenn möglich stoppt,

Anzeige bei der Polizei erstatten,

den Versicherer verständigen und Anruflisten und Nachrichten sichern.

Muss die Bank das Geld zurückzahlen?

Meist nicht.

§ 67 ZaDiG 2018 verpflichtet zur Erstattung nur bei nicht autorisierten Zahlungen.

Eine Überweisung durch berechtigte Mitarbeiter gilt als autorisiert.

Deckt die Vertrauensschadenversicherung auch Betrug per Video?

Wenn Betrug durch Dritte eingeschlossen ist, zählt die Täuschung, nicht der Weg.

Lassen Sie sich trotzdem bestätigen, dass Telefon und Video umfasst sind.

Hilft die KI-Verordnung gegen solche Anrufe?

Kaum.

Die Kennzeichnungspflicht für Deepfakes seit 02.08.2026 halten Betrüger nicht ein.

Schutz bieten Freigaberegeln und eine passende Polizze.

Gibt es die Vertrauensschadenversicherung in Österreich?

Ja, mehrere Versicherer bieten sie an, auch in Rahmenverträgen für Gemeinden und Verbände.

Umfang und Teilgrenzen unterscheiden sich deutlich.

Quellen

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In Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.

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Sie vermittelt Ihren Vertrag nicht.

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