Versicherungen für Verlage, Redaktionen und Journalisten in Österreich
Ein Satz im falschen Ton, ein Foto ohne Freigabe, ein Name, der nicht genannt werden durfte: In Österreich reicht das für einen Entschädigungsantrag nach dem Mediengesetz, und der richtet sich gegen den Medieninhaber, auch ohne Verschulden. Hier steht, welche Versicherung Verlage, Redaktionen und freie Journalistinnen dagegen haben und was sonst noch zählt.
Zahlt eine Versicherung die Entschädigung nach dem Mediengesetz?
Eine Medienhaftpflicht übernimmt in der Regel Verfahrenskosten und Entschädigungen, die ein Gericht dem Medieninhaber auferlegt, etwa wegen übler Nachrede oder Bloßstellung. Strafen selbst sind nicht versicherbar, und wer bewusst falsch berichtet, ist nicht gedeckt. Wichtig ist, dass die Polizze ausdrücklich Ansprüche nach dem österreichischen Mediengesetz und Online-Veröffentlichungen nennt.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Entschädigung nach dem Mediengesetz
Üble Nachrede, Beschimpfung, Verletzung des Identitätsschutzes oder der Unschuldsvermutung: Betroffene können vom Medieninhaber eine Entschädigung verlangen, unabhängig davon, ob die Redaktion schuld ist.
02
Bilder und Zitate
Pressefotos ohne Lizenz, übernommene Grafiken, zu lange Zitate. Rechteinhaber durchsuchen Websites automatisiert und fordern Nachlizenzen.
Für freie Reporter, die ohne die Absicherung einer Anstellung in riskante Lagen gehen.
Was es kostet: Beispielprämien
Der Beitrag einer Medienhaftpflicht hängt von Auflage, Reichweite, Themen und Deckungssumme ab. Boulevard und investigative Formate kosten mehr als Fachzeitschriften.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Berufshaftpflicht
Freie Journalistin, Texte für mehrere Medien, 250.000 Euro Deckung
etwa 400 bis 900 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Kleiner Fach- oder Regionalverlag mit Print und Online, 1 Mio. Euro
etwa 1.500 bis 4.000 Euro im Jahr
Cyberversicherung
Verlag mit Abodatenbank und Webshop, 500.000 Euro
etwa 800 bis 2.200 Euro im Jahr
Betriebshaftpflicht
Redaktion mit bis zu zehn Personen, 3 Mio. Euro
etwa 200 bis 500 Euro im Jahr
D&O-Versicherung
Verlags-GmbH mit bis zu 3 Mio. Euro Umsatz, 1 Mio. Euro Deckung
etwa 700 bis 1.600 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Die Medienhaftpflicht einer freien Journalistin kostet im Jahr etwa so viel wie das Honorar für zwei längere Reportagen in einer Regionalzeitung.
Richtwerte ohne 11 Prozent Versicherungssteuer, Stand September 2026, aus unserer Angebotspraxis;
für Medienhaftpflichten gibt es kaum öffentliche Tarifbeispiele.
Das genaue Angebot holen wir bei spezialisierten Versicherern für Sie ein.
Sechs Dinge, die in Verlagen und Redaktionen wirklich passieren, alle an einem Montag nach Redaktionsschluss. Tippen Sie sich durch und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt58.000 Euro
Ein Lokalpolitiker beantragt Entschädigung nach dem Mediengesetz wegen einer Formulierung im Wochenendkommentar.
14.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Eine Bildagentur fordert Nachlizenzen für 14 Fotos im Onlinearchiv.
6.300 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Eine Besucherin stürzt bei der Leserveranstaltung über eine lose Bodenplatte.
7.000 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Das Redaktionssystem ist verschlüsselt, die Ausgabe von morgen hängt fest.
22.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Ein Anzeigenkunde verweigert die Zahlung, weil seine Anzeige mit falscher Adresse erschienen ist, und klagt.
4.800 Euro · Zahlt: Firmenrechtsschutz
Bei einer Demonstration wird der Laptop eines Reporters beschädigt, die Kamera fällt zu Boden.
3.900 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 58.000 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Lassen Sie sich bestätigen, dass Ansprüche nach dem österreichischen Mediengesetz, einschließlich Entschädigungen, versichert sind.
Achten Sie darauf, dass Online-Archive und soziale Kanäle mitversichert sind, nicht nur die gedruckte Ausgabe.
Als freie Journalistin prüfen Sie, ob Ihre Auftraggeber Sie mitversichern. Meist deckt deren Polizze nur das eigene Haus.
Wählen Sie eine Nachhaftung von mehreren Jahren, weil Ansprüche oft lange nach der Veröffentlichung kommen.
Führen Sie ein Rechteregister für Bilder und Grafiken. Das spart bei Nachforderungen Zeit und oft Geld.
Für Geschäftsführer einer Verlags-GmbH lohnt eine D&O, wenn Förderungen, Bankkredite oder Gesellschafter mit im Spiel sind.
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Spezialdeckungen, nicht Standard
Eine normale Betriebshaftpflicht deckt keine Inhaltsansprüche. Wir suchen Versicherer, die Medienhaftpflicht für den österreichischen Markt anbieten, und vergleichen deren Bedingungen.
Wir kennen Schadenbearbeitung von innen
In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Dieses Verständnis hilft, wenn es bei einem Medienverfahren um Kostenzusagen geht.
Alles an einer Stelle
Verlag, Redaktion, Fahrzeuge und die private Vorsorge der Inhaber laufen bei uns zusammen.
Unabhängig seit 1989
Ein deutscher Familienbetrieb, in Österreich im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit tätig. Für Sie kostenlos, die Vergütung zahlt der Versicherer.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Wer ist Medieninhaber und haftet?
Wer die inhaltliche Gestaltung eines Mediums besorgt und dessen Veröffentlichung veranlasst,
also der Verlag, der Betreiber einer Nachrichtenseite oder auch eine Bloggerin mit eigenem Medium.
Er steht im Impressum.
Brauche ich als freier Journalist eine Versicherung?
Gesetzlich nicht.
Weil Sie selbst für Rechteverletzungen in Ihren Texten und Bildern haften können,
ist eine eigene Medienhaftpflicht sinnvoll.
Was kostet eine Medienhaftpflicht?
Für freie Journalisten etwa 400 bis 900 Euro im Jahr,
für kleine Verlage mit Print und Online eher 1.500 bis 4.000 Euro,
jeweils ohne Versicherungssteuer.
Sind Gegendarstellungen versichert?
Die Veröffentlichung selbst nicht, sie ist eine Pflicht des Mediums.
Die Kosten eines Verfahrens darum können über Medienhaftpflicht oder Rechtsschutz gedeckt sein.
Deckt die Versicherung auch Beiträge auf Social Media?
Nur wenn Online- und Social-Media-Inhalte eingeschlossen sind.
Ältere Polizzen beziehen sich oft nur auf Druckwerke.
Hilft eine Cyberversicherung, wenn Quellen offengelegt werden?
Sie zahlt Forensik, Wiederherstellung und Benachrichtigung bei einem Datenleck.
Den Schaden am Vertrauen kann sie nicht ersetzen, deshalb gehört Quellenschutz zur Technik.
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