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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Bin ich in Österreich gegen Erdbeben versichert?

Kurz gesagt

In Österreich sind Sie gegen Erdbeben meist nur über eine Katastrophendeckung versichert, die zur Eigenheimversicherung dazukommt. Diese Deckung ist auf Erstes Risiko begrenzt, je nach Versicherer etwa auf 4.000 bis 50.000 Euro. Eine flächendeckende Erdbebenversicherung gibt es laut Versicherungsverband nicht, obwohl Erdbeben alle 2 bis 3 Jahre Gebäude beschädigen.

Bin ich in Österreich gegen Erdbeben versichert?

Was es kostet

Was eine Eigenheimversicherung kostet und wie weit die Erdbebendeckung reicht.

BeispielRichtwert
Eigenheimversicherung, kleineres Haus, Grundschutzab etwa 200 Euro im Jahr
Eigenheimversicherung mit erweitertem Umfangrund 600 Euro im Jahr
Erdbebenbaustein mit 15.000 bis 20.000 Euro Erstes Risikoetwa 20 bis 60 Euro im Jahr
Erdbebenbaustein mit 50.000 Euro Erstes Risikoetwa 50 bis 150 Euro im Jahr
Höchstgrenze für Erdbeben in Grundpaketenetwa 4.000 bis 7.500 Euro

Stand Oktober 2026.

Die Prämien für den Erdbebenbaustein und das Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis;

die Grenzen und Eigenheimprämien stammen aus den genannten Quellen.

Ihre Prämie hängt von Lage, Bauart und Summe ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus von 1960 im südlichen Niederösterreich

So weit reicht der Erdbebenschutz bei einem mittleren Schaden.

Erdbebenschaden an Mauerwerk und Rauchfangangenommen 60.000 Euro
Katastrophendeckung im Grundpaket5.000 Euro
Mit Erdbebenbaustein 50.000 Euro Erstes Risiko50.000 Euro
Beihilfe Katastrophenfonds, angenommen 20 Prozent12.000 Euro, ohne Rechtsanspruch

Mit Grundpaket bleiben rund 43.000 Euro an Ihnen hängen. Mit Erdbebenbaustein sind es ohne Beihilfe 10.000 Euro; mit Beihilfe im besten Fall nichts, denn Versicherung und Beihilfe zusammen dürfen den Schaden nicht übersteigen.

Wo Erdbeben in der Polizze steht

Die Eigenheimversicherung deckt Feuer, Sturm und Leitungswasser. Erdbeben ist in den Bedingungen für die Sturmversicherung häufig ausgeschlossen und wird erst über eine eigene Klausel zur Katastrophendeckung wieder eingeschlossen.

Diese Erdbebendeckung zahlt nicht den ganzen Neubauwert, sondern höchstens die Summe auf Erstes Risiko, die in der Polizze steht. Abbruch, Aufräumen und Entsorgung gehen von derselben Summe weg.

Für Möbel und Technik gilt die Haushaltsversicherung. Ob dort Erdbeben eingeschlossen ist und bis zu welcher Grenze, steht in Ihrer Polizze; fragen Sie im Zweifel nach.

DeckungWas bei einem Erdbeben gilt
Eigenheimversicherung ohne KatastrophenbausteinErdbebenschäden meist nicht versichert
Katastrophendeckung im Grundpaketoft nur wenige Tausend Euro, etwa 4.000 bis 7.500 Euro
Erweiterte Katastrophendeckungje nach Versicherer bis etwa 15.000 bis 50.000 Euro
Katastrophenbaustein in Prozent der Summebei einzelnen Versicherern 25 oder 50 Prozent der Versicherungssumme
Katastrophenfonds über die GemeindeBeihilfe meist 20 bis 50 Prozent, kein Rechtsanspruch

Wie oft die Erde in Österreich bebt

Der Versicherungsverband zählt jedes Jahr über 50 wahrgenommene Erdbeben in Österreich. Gebäudeschäden durch Erdbeben treten etwa alle 2 bis 3 Jahre auf, trotzdem halten 98 Prozent der Menschen Erdbeben für keine relevante Gefahr.

Das stärkste Erdbeben der letzten Jahrzehnte traf am 16. April 1972 Seebenstein in Niederösterreich mit Stärke 5,4. Auch das Friaul-Beben 1976 mit Stärke 6,5 beschädigte Gebäude im Süden Österreichs.

Rund 23 Prozent der Gebäude gelten als erdbebengefährdet, vor allem Bauten vor 1945. Die Gefahrenkarte HORA zeigt, wie stark Ihre Adresse betroffen sein kann.

Was als Erdbeben anerkannt wird

Eine typische Erdbebenklausel versteht darunter eine naturbedingte Erschütterung aus Vorgängen im Erdinneren. Als ein Schadenereignis gelten alle Schäden innerhalb von 72 Stunden, die Summe auf Erstes Risiko steht dafür also nur einmal zur Verfügung.

Im Zweifel entscheidet die Auskunft der GeoSphere Austria. Sie müssen zeigen, dass auch andere einwandfreie Gebäude in der Umgebung Erdbebenschäden haben oder dass nur das Beben den Schaden erklären kann.

Katastrophenfonds statt Versicherung?

Erdbeben zählt nach dem Katastrophenfondsgesetz zu den Elementarkatastrophen. Die Beihilfe beantragen Sie über die Gemeinde, die Höhe legt das Land fest; in Oberösterreich sind es in der Regel 20 bis 50 Prozent der anerkannten Kosten.

Einen Rechtsanspruch auf diese Beihilfe gibt es nicht. Manche Erdbebenklauseln rechnen öffentliche Hilfe nicht an, die Versicherungssumme steht dann zusätzlich zur Verfügung, höchstens bis zur Schadenhöhe.

Wann sich ein höherer Erdbebenschutz lohnt

Ein Altbau vor 1945 in einer Zone mit höherer Erdbebengefahr laut HORA hat am meisten davon. Hier lohnt es, die höchste angebotene Summe auf Erstes Risiko zu wählen.

Bei einem neuen Haus in einer ruhigen Gegend reicht oft die Katastrophendeckung im Grundpaket. Ganz absichern lässt sich ein schweres Erdbeben in Österreich derzeit nicht, das sollten Sie wissen.

Schritt für Schritt

  1. In der Polizze nachsehen, ob Erdbeben ausgeschlossen oder über eine Katastrophendeckung eingeschlossen ist.
  2. Die Summe auf Erstes Risiko für Erdbeben notieren.
  3. In der Gefahrenkarte HORA die Erdbebengefahr Ihrer Adresse prüfen.
  4. Bei einem Altbau oder höherer Gefahr nach dem höchsten Erdbebenbaustein fragen.
  5. Angebote vergleichen lassen; Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler, die Courtage zahlt der Versicherer.

Checkliste

  • Erdbeben in der Eigenheimversicherung ausdrücklich eingeschlossen
  • Summe auf Erstes Risiko für Erdbeben bekannt
  • Haushaltsversicherung auf Erdbeben geprüft
  • Regel zur Anrechnung öffentlicher Hilfe gelesen
  • Fotos vom Zustand des Hauses vorhanden

Häufige Fehler

  • Glauben, die Eigenheimversicherung zahle bei Erdbeben den ganzen Neubauwert
  • Sich allein auf den Katastrophenfonds verlassen
  • Die Summe auf Erstes Risiko nach einem Umbau nicht anheben
  • Risse nach einem Erdbeben erst Wochen später melden

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Bin ich mit der Haushaltsversicherung gegen Erdbeben versichert?

Nur wenn Ihre Polizze Erdbeben einschließt.

Das ist von Versicherer zu Versicherer verschieden, daher die Bedingungen prüfen.

Warum gibt es keine volle Erdbebenversicherung in Österreich?

Laut Versicherungsverband fehlen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine flächendeckende

Lösung.

Deshalb bleibt es bei begrenzten Summen auf Erstes Risiko.

Was heißt Erstes Risiko beim Erdbeben?

Der Versicherer zahlt bis zu der vereinbarten Summe, ohne Abzug wegen Unterversicherung.

Alles darüber tragen Sie selbst.

Wer entscheidet, ob es ein Erdbeben war?

Im Zweifel gilt die Auskunft der GeoSphere Austria.

Schäden innerhalb von 72 Stunden zählen meist als ein Ereignis.

Zahlt der Katastrophenfonds auch bei Erdbeben?

Erdbeben ist dort als Elementarkatastrophe genannt.

Die Beihilfe ist aber nur ein Teil der Kosten, meist 20 bis 50 Prozent,

und es gibt keinen Rechtsanspruch.

Quellen

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