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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Eigenheim

Wie wird die Versicherungssumme der Eigenheimversicherung festgelegt?

Kurz gesagt

Wie wird sie festgelegt? Maßgeblich ist der Neubauwert, also was die Wiedererrichtung Ihres Hauses heute kostet, ohne Grundstück. In der Eigenheimversicherung rechnen ihn die meisten Versicherer über die verbaute Fläche, Bauweise und Ausstattung. Bei 2.200 bis 3.500 Euro Baukosten je Quadratmeter wird die Versicherungssumme für 150 Quadratmeter schnell 375.000 Euro. Eine jährliche Wertanpassung hält sie aktuell.

Wie wird die Versicherungssumme der Eigenheimversicherung festgelegt?

Was es kostet

Öffentlich genannte Baukosten, Indexwerte und Prämien für Österreich.

BeispielRichtwert
Neubau Einfamilienhaus, schlüsselfertigetwa 2.200 bis 3.500 Euro je Quadratmeter
Neubau Einfamilienhaus, belagsfertigetwa 1.800 bis 2.800 Euro je Quadratmeter
Baukostenindex Wohnhausbau, März 2026102,3 Punkte (2025 = 100), plus 2,8 Prozent zum Vorjahr
Eigenheimversicherung, Grunddeckung bis erweitertetwa 200 bis 600 Euro Prämie im Jahr

Richtwerte, Stand Oktober 2026.

Wien, Salzburg und Tirol liegen bei den Baukosten meist höher.

Der Neubauwert von 2.500 Euro je Quadratmeter im Beispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis innerhalb der genannten Spanne.

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus in Kärnten, 150 Quadratmeter, Baujahr 2005

So ergibt sich die Versicherungssumme, und so wirkt eine zu niedrige Summe bei einem Brandschaden von 60.000 Euro.

Neubauwert (150 × 2.500 Euro, Richtwert)375.000 Euro
Garage und Carport (Richtwert)25.000 Euro
Richtige Versicherungssumme400.000 Euro
Alte Summe aus 2005 ohne Anpassung280.000 Euro, 70 Prozent
Zahlung auf 60.000 Euro Schaden mit alter Summe42.000 Euro

Mit der richtigen Summe zahlt der Versicherer den Schaden voll. Mit der alten Summe fehlen 18.000 Euro, beim Totalschaden 120.000 Euro.

Neubauwert statt Kaufpreis

Versichert ist das Gebäude, nicht das Grundstück. Deshalb zählt nicht, was Sie für die Liegenschaft bezahlt haben, sondern was der Wiederaufbau eines gleichwertigen Hauses heute kostet. In Lagen mit teurem Grund liegt der Neubauwert oft weit unter dem Kaufpreis, in ländlichen Gegenden manchmal darüber.

Einen festen Rechenwert aus einem Basisjahr, wie ihn deutsche Verträge kennen, gibt es in Österreich nicht. Hier wird direkt in Euro gerechnet und jährlich angepasst.

Zwei Wege zur Summe

Bei der Flächenversicherung geben Sie verbaute Fläche, Geschoße, Bauweise, Dach, Keller und Ausstattung an. Der Versicherer errechnet daraus die Prämie. Stimmen die Angaben, verzichtet er auf den Einwand der Unterversicherung.

Bei der Summenversicherung setzen Sie selbst einen Betrag fest, idealerweise nach dem Bewertungsbogen des Versicherers oder einem Gutachten. Ist der Betrag zu niedrig, wird jeder Schaden gekürzt.

ModellVorteilRisiko
Flächenversicherungkein Rechnen, meist Unterversicherungsverzichtfalsche Fläche oder Ausstattung
Summenversicherung nach BogenSumme nachvollziehbarBogen veraltet nach Zubau
Summe nach Gutachtengenau bei besonderen HäusernKosten für den Sachverständigen
Selbst geschätzte Summeschnellhohe Gefahr der Unterversicherung

Die jährliche Wertanpassung

Die meisten Polizzen passen Summe und Prämie jedes Jahr an einen Index an, häufig den Baukostenindex oder Baupreisindex von Statistik Austria. Im März 2026 lag der Baukostenindex für den Wohnhausbau um 2,8 Prozent über dem Vorjahr.

Die Anpassung kostet Prämie, schützt aber davor, dass die Summe hinter den Baupreisen zurückbleibt. Wer sie abwählt, muss die Summe selbst regelmäßig prüfen.

Wann Sie nachrechnen sollten

Ist Ihr Haus nach Fläche versichert und hat sich nichts verändert, ist meist nichts zu tun. Nachrechnen sollten Sie bei alten Polizzen mit fester Summe, nach Zubau, Dachgeschoßausbau oder Sanierung und wenn Sie beim Hauskauf die Polizze des Verkäufers übernommen haben.

Bei denkmalgeschützten, sehr hochwertigen oder ungewöhnlich gebauten Häusern ist ein Gutachten genauer als jeder Bogen.

Schritt für Schritt

  1. In der Polizze nachsehen, ob nach Fläche oder nach Summe versichert ist.
  2. Verbaute Fläche, Geschoße, Keller und ausgebautes Dachgeschoß prüfen.
  3. Neubauwert mit Baukosten je Quadratmeter für Ihre Region grob nachrechnen.
  4. Garage, Nebengebäude und Photovoltaik dazurechnen, wenn sie mitversichert sein sollen.
  5. Wertanpassung und Unterversicherungsverzicht schriftlich bestätigen lassen.

Checkliste

  • Summe entspricht dem Neubauwert ohne Grundstück
  • Wertanpassung nach Index aktiv
  • Unterversicherungsverzicht in der Polizze
  • Fläche inklusive Dachgeschoß und Keller korrekt
  • Zubau und Sanierung seit Abschluss gemeldet
  • Nebengebäude erfasst

Häufige Fehler

  • Den Kaufpreis samt Grundstück als Summe nehmen
  • Die Wertanpassung abwählen, um Prämie zu sparen
  • Die Polizze des Verkäufers ungeprüft weiterführen
  • Bruttogeschoßfläche und Wohnfläche verwechseln

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gibt es in Österreich einen Wert 1914?

Nein. Den gibt es in deutschen Verträgen. In Österreich wird direkt mit dem Neubauwert in Euro gerechnet und jährlich angepasst.

Zählt der Grund mit?

Nein. Versichert ist nur das Gebäude, denn der Grund brennt nicht ab.

Warum steigt meine Prämie jedes Jahr?

Wegen der Wertanpassung an den Index. Summe und Prämie steigen gemeinsam.

Brauche ich ein Gutachten?

Für ein übliches Einfamilienhaus meist nicht. Bei Denkmal, Villa oder besonderer Bauweise lohnt es sich.

Was passiert, wenn die Summe zu hoch ist?

Sie zahlen mehr Prämie, bekommen aber nie mehr als den tatsächlichen Schaden. Sie können die Herabsetzung verlangen.

Quellen

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