Alles zur Versicherung: Betriebliche Vorsorge
Muss ich als Arbeitgeber in Österreich eine Betriebspension anbieten?
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Kurz gesagt
Wie funktioniert eine Direktversicherung über den Arbeitgeber in Österreich? Ihr Arbeitgeber zahlt in eine Lebensversicherung für Sie ein. Als Zukunftssicherung sind bis 300 Euro im Jahr frei von Lohnsteuer und, ohne Gehaltsumwandlung, auch von Sozialversicherung. Größere Beträge laufen über die betriebliche Kollektivversicherung mit Garantiezins. Ein Recht darauf haben Sie nicht, der Arbeitgeber entscheidet.
Grenzen 2026 und typische Werte bei einer Direktversicherung über den Arbeitgeber in Österreich.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Zukunftssicherung, vom Arbeitgeber zusätzlich bezahlt | 300 Euro im Jahr ohne Lohnsteuer und Sozialversicherung |
| Zukunftssicherung per Gehaltsumwandlung, 30 Prozent Grenzsteuersatz | etwa 90 Euro Steuerersparnis im Jahr |
| Versicherungssteuer Zukunftssicherung | 4 Prozent der Prämie |
| Versicherungssteuer Kollektivversicherung | 2,5 Prozent der Prämie |
| Höchstzulässiger Rechnungszins neuer Lebensversicherungen | 0 Prozent seit Juli 2022 |
Grenzen nach Gesetz und veröffentlichten Angaben, Stand 2026.
Die Steuerersparnis ist selbst gerechnet; Ihr Wert hängt am Einkommen.
Die Kosten des Vertrags sind je nach Tarif verschieden, das konkrete Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Zwei Varianten derselben Zukunftssicherung, einmal vom Arbeitgeber bezahlt, einmal aus Ihrem Gehalt.
| Arbeitgeber zahlt 300 Euro zusätzlich | Ihr Aufwand 0 Euro |
| Eingezahlt in 25 Jahren | 7.500 Euro |
| Gehaltsumwandlung 300 Euro, ersparte Lohnsteuer bei 30 Prozent | 90 Euro im Jahr |
| Ihr Nettoaufwand bei Gehaltsumwandlung | rund 210 Euro im Jahr, 5.250 Euro in 25 Jahren |
| Davon Versicherungssteuer 4 Prozent | rund 290 Euro in 25 Jahren |
Zahlt der Arbeitgeber, ist die Zukunftssicherung ein Geschenk ohne Abzüge. Aus dem eigenen Gehalt bringt sie rund 90 Euro Steuervorteil im Jahr, der Rest hängt an Kosten und Gewinnbeteiligung des Vertrags.
In Österreich heißt die Direktversicherung meist Zukunftssicherung. Ihr Arbeitgeber schließt eine Lebensversicherung für Sie ab oder zahlt in Ihre bestehende ein. Bis 300 Euro im Jahr bleiben diese Beiträge lohnsteuerfrei. Zahlt er sie zusätzlich zum Gehalt, fällt auch keine Sozialversicherung an.
Für größere Beträge gibt es die betriebliche Kollektivversicherung. Das ist eine Lebensversicherung des Betriebs für die ganze Belegschaft oder eine Gruppe. Sie ist steuerlich der Pensionskasse gleichgestellt, arbeitet aber mit Garantiezins und einer bei Abschluss festgelegten Sterbetafel. Die Sterbetafel bestimmt, wie viel Pension aus dem Guthaben wird.
| Punkt | Zukunftssicherung | Betriebliche Kollektivversicherung |
|---|---|---|
| Steuerfreier Beitrag | bis 300 Euro im Jahr | bis 10 Prozent der Lohnsumme |
| Sozialversicherung auf den Beitrag | keine, außer bei Gehaltsumwandlung | keine auf Arbeitgeberbeiträge |
| Versicherungssteuer | 4 Prozent | 2,5 Prozent |
| Garantie | je nach Tarif | Garantiezins und Sterbetafel |
| Ihr Anspruch | Polizze beim Arbeitgeber hinterlegt | sofort unverfallbar |
| Leistung | meist Kapital aus Er- und Ablebensversicherung | lebenslange Pension |
Der Arbeitgeber muss die Zukunftssicherung allen Beschäftigten oder einer sachlich abgegrenzten Gruppe anbieten, etwa nach Dienstjahren. Die Polizze wird beim Arbeitgeber oder einer mit dem Betriebsrat bestimmten Stelle hinterlegt.
Meist ist es eine Er- und Ablebensversicherung: Sie zahlt bei Vertragsende oder im Todesfall. Steuerfrei sind die Beiträge nur, wenn im Todesfall mindestens die Erlebenssumme ausgezahlt wird und der Vertrag frühestens mit der Pension oder nach 15 Jahren endet.
Wird der Vertrag noch während des Dienstverhältnisses zurückgekauft, also vorzeitig aufgelöst, droht eine Nachversteuerung.
Viele Betriebe bieten die 300 Euro als Gehaltsumwandlung an. Dann sparen Sie nur die Lohnsteuer, die Sozialversicherung wird weiter fällig. Bei 30 Prozent Grenzsteuersatz bringt das rund 90 Euro im Jahr.
Davon gehen 4 Prozent Versicherungssteuer und die Kosten des Vertrags ab. Mit einem teuren Tarif bleibt vom Vorteil wenig. Lassen Sie sich die Kosten in Euro zeigen, bevor Sie zustimmen.
Für neue Lebensversicherungen liegt der höchstzulässige Rechnungszins seit Juli 2022 bei null. Garantiert ist deshalb meist nur, dass die Beiträge nach Kosten erhalten bleiben. Der Ertrag kommt über die Gewinnbeteiligung, und die ist nicht fix.
Die Kollektivversicherung verspricht dafür eine feste Sterbetafel. Das ist ein echter Vorteil, wenn die Lebenserwartung weiter steigt, denn dann sinkt Ihre Pension nicht nachträglich.
Zahlt der Arbeitgeber in eine Pensionskasse und bietet Ihnen dort Eigenbeiträge mit 4,25 Prozent Prämie, ist das oft der bessere Weg für eigenes Geld.
Eine Gehaltsumwandlung über 300 Euro mit hohen Vertragskosten rechnet sich kaum. Wer jederzeit an sein Geld will, legt besser privat an.
Fragen und Antworten
Nein. Anders als in Deutschland gibt es in Österreich keinen Anspruch auf Gehaltsumwandlung. Der Arbeitgeber entscheidet, ob und was er anbietet.
Den Vertrag können Sie meist privat weiterführen, dann ohne Steuervorteil. In der Kollektivversicherung bleibt Ihr Anspruch sofort erhalten.
Nur wenn der Arbeitgeber sie zusätzlich zahlt. Bei Gehaltsumwandlung fällt weiter Sozialversicherung an.
Die Pensionskasse legt frei am Kapitalmarkt an und kennt keine feste Garantie. Die Kollektivversicherung bietet Garantiezins und eine feste Sterbetafel, dafür meist weniger Ertragschance.
Ja, die Grenze gilt je Arbeitgeber.
Bei der Kollektivversicherung wie eine Firmenpension mit Lohnsteuer. Bei der Zukunftssicherung hängt es an der Vertragsform, lassen Sie es sich vom Versicherer bestätigen.
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