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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauche ich als Student in Österreich?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen brauche ich als Student in Österreich? Krankenversichert sind Sie meist über die Eltern, längstens bis 27, danach über die Selbstversicherung für Studierende. Über die ÖH sind Sie für 70 Cent je Semester unfall- und haftpflichtversichert, bis 1 Million Euro. Haftpflicht und Haushalt laufen oft über die Eltern. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es ab etwa 20 Euro im Monat.

Welche Versicherungen brauche ich als Student in Österreich?

Was es kostet

Was die wichtigen Versicherungen für Studierende in Österreich kosten, Richtwerte aus öffentlich genannten Angaben.

BeispielRichtwert
ÖH-Versicherung, Anteil am ÖH-Beitrag70 Cent je Semester
Mitversicherung bei den Eltern0 Euro, längstens bis 27
Eigene Privathaftpflicht ohne Haushaltsversicherungetwa 35 bis 60 Euro im Jahr
Kleine Haushaltsversicherung, 50 Quadratmeterab etwa 48 Euro im Jahr
Berufsunfähigkeit, Studierende, 1.000 Euro Renteab etwa 20 Euro im Monat

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Angaben.

Die Summen im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Altersgrenzen der Mitversicherung über die Eltern stehen in deren Polizze;

Norman Nammert holt als Versicherungsmakler Angebote ein.

Rechenbeispiel

Student, 22 Jahre, Hauptwohnsitz in einer Wiener WG

So sieht die Rechnung aus, wenn die Haushaltsversicherung der Eltern wegen des eigenen Hauptwohnsitzes nicht mehr greift.

Krankenversicherung über die Eltern0 Euro, Familienbeihilfe läuft
ÖH-Versicherung70 Cent je Semester
Eigene Haushaltsversicherung mit Haftpflicht für das Zimmeretwa 45 bis 90 Euro im Jahr
Berufsunfähigkeit, 1.000 Euro Renteetwa 20 bis 25 Euro im Monat

Zusammen rund 25 bis 33 Euro im Monat für einen soliden Grundschutz. Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Was Studierende in Österreich wirklich brauchen

Als Student in Österreich sind Sie über das System schon recht gut abgesichert: Krankenversicherung über die Eltern, Unfallversicherung über die AUVA und eine kleine Haftpflicht über die ÖH. Wichtig ist, die Grenzen dieser Wege zu kennen.

Die Tabelle zeigt, was gesetzlich oder über die ÖH schon da ist und wo Sie selbst handeln sollten.

VersicherungFür Studierende in Österreich
Krankenversicherungüber die Eltern bis 27, sonst Selbstversicherung
Unfallversicherungim Studium gesetzlich, über die ÖH auch mit kleiner Leistung
Haftpflichtüber die ÖH bis 1 Million Euro, besser über die Eltern oder eigene Polizze
Haushaltsversicherungüber die Eltern, mit eigenem Hauptwohnsitz eigene Polizze
Berufsunfähigkeitwichtig, früh abschließen
Er- und Ablebensversicherungim Studium meist verzichtbar

Krankenversicherung: Eltern oder Selbstversicherung

Nach § 123 ASVG sind Kinder als Angehörige mitversichert, über 18 dann, wenn eine Ausbildung ihre Arbeitskraft überwiegend beansprucht, längstens bis zum 27. Geburtstag. Für ein Studium gilt das, wenn Sie Familienbeihilfe beziehen oder ernsthaft und zielstrebig studieren.

Fällt die Mitversicherung weg und haben Sie keinen eigenen versicherten Job, können Sie sich als ordentlich Studierender nach § 16 Absatz 2 ASVG selbst versichern. Die Österreichische Gesundheitskasse nennt die aktuelle Höhe des Beitrags.

ÖH-Versicherung und gesetzlicher Unfallschutz

Ordentlich Studierende sind nach § 8 Absatz 1 Ziffer 3 litera i ASVG in der gesetzlichen Unfallversicherung teilversichert. Das schützt Sie bei Unfällen im Rahmen des Studiums, nicht in der Freizeit.

Mit dem ÖH-Beitrag sind Sie zusätzlich unfall- und haftpflichtversichert, dafür fließen 70 Cent je Semester. Die Haftpflicht deckt Schäden an Dritten bis 1 Million Euro, die Unfallversicherung zahlt bis 50.000 Euro bei Dauerinvalidität, ohne Selbstbehalt.

Der Haken: Dieser Schutz ist nachrangig. Er greift nur, wenn keine andere private Unfall- oder Haftpflichtversicherung zahlt. Für einen teuren Schaden ist eine volle Privathaftpflicht deshalb trotzdem sinnvoll.

Haftpflicht und Haushalt über die Eltern

Die Privathaftpflicht steckt in Österreich meist in der Haushaltsversicherung der Eltern. Sie gilt für Studierende oft bis 25 oder 27 Jahre, solange Sie in der ersten Ausbildung sind und kein regelmäßiges eigenes Einkommen haben.

Heikel wird es mit eigenem Hauptwohnsitz in der Studienstadt. Dann endet bei vielen Polizzen der Schutz über die Eltern für Haushalt und manchmal auch für die Haftpflicht. Eine eigene Haushaltsversicherung für eine kleine Wohnung gibt es ab etwa 48 Euro im Jahr, eine eigene Privathaftpflicht für etwa 35 bis 60 Euro.

Berufsunfähigkeit früh absichern

Für eine staatliche Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension braucht es Versicherungszeiten, die Studierende meist noch nicht haben. Wer im Studium dauerhaft krank wird, steht ohne Einkommen da.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es für Studierende ab etwa 20 Euro im Monat für 1.000 Euro Rente. Je jünger und gesünder Sie abschließen, desto niedriger bleibt die Prämie.

Was Sie im Studium weglassen können

Eine Er- und Ablebensversicherung oder fondsgebundene Lebensversicherung bindet Geld, das im Studium fehlt. Eine reine Ablebensversicherung brauchen Sie erst, wenn jemand von Ihrem Einkommen lebt.

Für ein Auslandssemester prüfen Sie, ob die Krankenversicherung im Gastland gilt, und schließen Sie für Länder außerhalb der EU eine Reisekrankenversicherung ab.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob die Mitversicherung bei den Eltern noch gilt, mit Blick auf Alter und Familienbeihilfe.
  2. Bei Wegfall rechtzeitig die Selbstversicherung für Studierende beantragen.
  3. Bei den Eltern nachfragen, bis wann deren Haushaltsversicherung Sie für Haftpflicht und Sachen einschließt.
  4. Mit eigenem Hauptwohnsitz eine eigene Haushaltsversicherung mit Haftpflicht abschließen.
  5. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen, solange Sie jung und gesund sind.
  6. Vor einem Auslandssemester den Krankenschutz im Gastland klären.

Checkliste

  • Krankenversicherung geklärt, Mitversicherung oder Selbstversicherung
  • ÖH-Beitrag bezahlt, ÖH-Versicherung aktiv
  • Haftpflicht über die Eltern bestätigt oder eigene Polizze
  • Haushaltsversicherung passend zum Hauptwohnsitz
  • Berufsunfähigkeit geprüft
  • Krankenschutz für das Auslandssemester geklärt

Häufige Fehler

  • Die ÖH-Haftpflicht für ausreichend halten, obwohl sie nachrangig und begrenzt ist
  • Den Hauptwohnsitz in die Studienstadt verlegen, ohne die Polizze der Eltern zu prüfen
  • Den 27. Geburtstag übersehen und ohne Krankenversicherung dastehen
  • Die Berufsunfähigkeit aufschieben, bis Vorerkrankungen dazukommen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Bis wann bin ich als Student bei meinen Eltern krankenversichert?

Längstens bis zum 27.

Geburtstag,

wenn Sie Familienbeihilfe beziehen oder ernsthaft und zielstrebig studieren, § 123 ASVG.

Was deckt die ÖH-Versicherung?

Haftpflicht bis 1 Million Euro und Unfall mit bis zu 50.000 Euro bei Dauerinvalidität,

ohne Selbstbehalt,

aber nur nachrangig.

Bin ich im Studium unfallversichert?

Ja, ordentlich Studierende sind in der gesetzlichen Unfallversicherung teilversichert,

für Unfälle im Rahmen des Studiums.

Brauche ich eine eigene Haushaltsversicherung?

Mit eigenem Hauptwohnsitz meist ja.

Eine kleine Polizze gibt es ab etwa 48 Euro im Jahr, oft mit Haftpflicht.

Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Studium?

Ja, die staatliche Pension setzt Versicherungszeiten voraus,

die Studierende meist noch nicht haben.

Privat geht es ab etwa 20 Euro im Monat.

Quellen

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