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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Berufsunfähigkeit

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Österreich sinnvoll?

Kurz gesagt

Ja, für die meisten, die von ihrem Arbeitseinkommen leben. Eine staatliche Berufsunfähigkeitspension gibt es nur mit genug Versicherungsmonaten, mit Abschlägen und oft erst nach langer Prüfung. Wer ab 1964 geboren ist und nur vorübergehend nicht arbeiten kann, bekommt Rehabilitationsgeld statt Pension. Eine private BU kostet im Büro für 1.500 Euro Rente meist 50 bis 85 Euro im Monat.

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Österreich sinnvoll?

Was es kostet

Veröffentlichte Prämienbeispiele österreichischer Tarife, Laufzeit meist bis zum Regelpensionsalter.

BeispielRichtwert
36 Jahre, Einkaufsleiter, 1.500 Euro Renterund 85 Euro im Monat
29 Jahre, Softwareentwickler, 1.000 Euro Renteab etwa 20 Euro im Monat
43 Jahre, Elektriker, 3.000 Euro Renteab etwa 240 Euro im Monat

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen. Voraussetzungen der staatlichen Pension nach Angaben der Pensionsversicherungsanstalt. Ihr genaues Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Tischler, 34 Jahre, 2.200 Euro netto, Bandscheibenvorfall

Er kann nicht mehr schwer heben, eine leichte Arbeit wäre möglich.

Bisheriges Nettoeinkommen2.200 Euro im Monat
Staatliche Leistungunsicher, Verweis auf gleichwertige Tätigkeiten der Berufsgruppe möglich
Private BU mit 1.600 Euro Rente1.600 Euro im Monat, wenn er als Tischler zu mindestens 50 Prozent ausfällt
Prämie für diesen SchutzRichtwert aus der Angebotspraxis: etwa 110 bis 160 Euro im Monat

Die private Rente hängt am zuletzt ausgeübten Beruf, nicht am gesamten Arbeitsmarkt. Rechenbeispiel mit Richtwerten.

Was die Pensionsversicherung leistet

Nach dem ASVG gibt es die Invaliditätspension für Arbeiterinnen und Arbeiter und die Berufsunfähigkeitspension für Angestellte. Voraussetzung ist, dass Ihre Arbeitsfähigkeit auf weniger als die Hälfte gesunken ist und Sie genug Versicherungsmonate gesammelt haben. Vor dem 50. Geburtstag sind das in der Regel 60 Monate in den letzten zehn Jahren.

Die Pension wird nach Ihrem Pensionskonto berechnet und bekommt Abschläge von 4,2 Prozent pro Jahr vor dem Regelpensionsalter, höchstens 13,8 Prozent. Wer jung berufsunfähig wird, hat wenig auf dem Konto. Die Pension liegt dann oft weit unter dem bisherigen Nettogehalt.

Wer ab dem 1. Jänner 1964 geboren ist und voraussichtlich wieder gesund wird, bekommt keine befristete Pension mehr, sondern Rehabilitationsgeld oder Umschulungsgeld. Das ist nicht mit einer Pension gleichzusetzen und wird regelmäßig überprüft.

PunktStaatliche PensionPrivate BU
MaßstabArbeitsfähigkeit unter 50 Prozent, mit Verweisungzuletzt ausgeübter Beruf, meist zu 50 Prozent
WartezeitVersicherungsmonate nötigkeine, Schutz ab Vertragsbeginn
Höhenach Pensionskonto, mit Abschlägenvereinbarte feste Monatsrente
Verweis auf andere Tätigkeitja, ohne Berufsschutz auf fast jedein guten Tarifen nicht

Die Frage des Berufsschutzes

Wer überwiegend in einem erlernten oder angelernten Beruf gearbeitet hat oder angestellt war, hat Berufsschutz. Er darf nur auf vergleichbare Tätigkeiten derselben Berufsgruppe verwiesen werden.

Ohne Berufsschutz, etwa bei Hilfstätigkeiten, prüft die Pensionsversicherung, ob Sie noch irgendeine Tätigkeit am Arbeitsmarkt ausüben können. Wer noch Portier oder Bürohilfe sein könnte, bekommt dann keine Pension. Genau diese Lücke schließt eine private BU.

Für wen die BU wichtig ist und für wen nicht

Wichtig ist sie für alle, die ohne ihr Einkommen Miete, Kredit oder Familie nicht tragen können. Das gilt besonders für Selbständige, die bei der Sozialversicherung der Selbständigen eigene und strenge Regeln haben, und für junge Menschen mit wenig Versicherungszeit.

Nicht nötig ist sie, wenn Ihr Vermögen, Mieteinnahmen oder das Einkommen des Partners Sie bis zur Pension sicher tragen. Auch kurz vor der Pension lohnt sie sich selten, weil die Prämie hoch und die Laufzeit kurz ist.

Wenn die BU nicht zu bekommen ist

Bei Vorerkrankungen oder riskanten Berufen lehnen Versicherer manchmal ab oder schließen Leiden aus. Dann gibt es Alternativen: eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, eine Grundfähigkeitsversicherung, die bei Verlust bestimmter Fähigkeiten wie Gehen oder Sehen zahlt, oder eine Unfallversicherung mit Rente.

Die Unfallversicherung ist in Österreich weit verbreitet, sie zahlt aber nur nach Unfällen. Die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen durch Krankheiten wie Rückenleiden oder psychische Erkrankungen. Als alleiniger Einkommensschutz reicht sie daher nicht.

Schritt für Schritt

  1. Monatliche Fixkosten und Nettoeinkommen aufschreiben.
  2. Im Pensionskonto nachsehen, wie viel bisher angespart ist.
  3. Prüfen, ob Partnereinkommen oder Vermögen den Ausfall tragen würden.
  4. Wunschrente festlegen und Angebote einholen.
  5. Bei Ablehnung Alternativen wie Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsschutz prüfen.

Checkliste

  • Rente deckt Fixkosten ab
  • Laufzeit bis 65
  • Kein Verweis auf einen nie ausgeübten Beruf
  • Leistung ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit
  • Nachversicherungsgarantie
  • Gesundheitsfragen vollständig beantwortet

Häufige Fehler

  • Sich auf die staatliche Pension verlassen, ohne das Pensionskonto zu kennen
  • Unfallversicherung für einen vollwertigen Ersatz halten
  • Zu lange warten, bis Vorerkrankungen den Abschluss erschweren
  • Selbständig werden, ohne den Schutz neu zu planen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ab welchem Alter lohnt sich eine BU?

Je früher, desto günstiger. Ideal ist der Abschluss in Ausbildung oder Studium, solange Sie gesund sind.

Was ist besser, BU oder Unfallversicherung?

Für den Einkommensschutz die BU, weil sie auch bei Krankheit zahlt. Die Unfallversicherung kann eine Ergänzung sein.

Wie hoch ist die staatliche Berufsunfähigkeitspension?

Das hängt von Ihrem Pensionskonto ab. Wer früh berufsunfähig wird, bekommt oft deutlich weniger als das bisherige Nettogehalt.

Was ist Rehabilitationsgeld?

Eine Leistung für ab 1964 Geborene, die voraussichtlich wieder arbeiten können. Es ersetzt die frühere befristete Pension.

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Meist 60 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens, mindestens so viel, dass die Fixkosten gedeckt sind.

Brauche ich als Selbständiger eine BU?

Meist besonders dringend, weil der staatliche Schutz für Selbständige eng gefasst ist und kein Arbeitgeber einspringt.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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