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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Bauherrenversicherung

Was ist eine Bauwesenversicherung und wer braucht sie?

Kurz gesagt

Was ist eine Bauwesenversicherung? Sie versichert den Neubau selbst bis zur Übernahme, etwa wenn Sturm eine frische Wand eindrückt oder eingebaute Fenster gestohlen werden. Wer braucht sie? Vor allem, wer mit vielen Einzelfirmen oder viel Eigenleistung baut. Für ein Einfamilienhaus kostet sie in Österreich etwa 300 bis 1.000 Euro als Einmalprämie.

Was ist eine Bauwesenversicherung und wer braucht sie?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien für Österreich, beim Einfamilienhaus einmalig für die Bauzeit, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Bauwesenversicherung, Einfamilienhausetwa 300 bis 1.000 Euro einmalig
Zum Vergleich: Bauherrenhaftpflicht, rund 1 Promille der Bausummeetwa 150 bis 250 Euro einmalig
Rohbauschutz gegen Feuer mit anschließender Eigenheimversicherungmeist 0 Euro für 6 bis 24 Monate, bei einzelnen Anbietern bis zu vier Jahre
Eigenheimversicherung danach, einfaches Einfamilienhausetwa 150 bis 500 Euro im Jahr

Spannen aus den genannten Quellen.

Der Schaden im Rechenbeispiel und der Selbstbehalt von 500 Euro sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Ihre Prämie hängt von Bausumme, Bauzeit, Bauweise und Selbstbehalt ab;

das genaue Angebot holen wir für Sie ein.

Rechenbeispiel

Massivhaus in der Steiermark, 380.000 Euro Bausumme, 15 Monate Bauzeit, Innenausbau in Eigenleistung

Im Herbst drückt eine Sturmböe die frisch gemauerte Giebelwand ein, bevor der Dachstuhl steht. Die Rohbauversicherung zahlt nicht, weil das Haus noch offen ist.

Prämie für die Bauzeitetwa 300 bis 1.000 Euro einmalig
Schaden: Wand abtragen, neu mauern, Gerüstangenommen 12.000 Euro
Selbstbehalt500 Euro
Zahlung der Versicherung11.500 Euro

Ohne Bauwesenversicherung hätten Sie mit dem Baumeister klären müssen, ob die Wand ausreichend gesichert war. Mit Versicherung wird zuerst bezahlt und der Bau geht weiter.

Was die Bauwesenversicherung schützt

Versichert sind unvorhersehbare Schäden an dem, was auf Ihrem Grundstück entsteht: Fundament, Mauerwerk, Dachstuhl, Fenster, Leitungen. Typische Fälle sind eine Sturmböe, die eine frisch gemauerte Giebelwand eindrückt, Starkregen, der die Baugrube flutet, oder Unbekannte, die montierte Heizkörper abschrauben.

Der Vorteil liegt im Ablauf: Die Versicherung zahlt, ohne dass Bauherr, Baumeister und Professionisten erst klären müssen, wer den Schaden trägt. Gegen den Verursacher holt sie sich das Geld später selbst zurück.

Was sie nicht zahlt

Sie ist keine Garantie für gute Arbeit. Mangelhafte Ausführung muss die Firma im Rahmen der Gewährleistung beheben. Auch Schäden durch normales Wetter, mit dem zur Jahreszeit zu rechnen war, Erdbeben und grobe Fahrlässigkeit des Versicherten sind in typischen Bedingungen ausgeschlossen.

Diebstahl ist nur gedeckt, wenn die Teile schon fest eingebaut oder montiert waren. Gelagerte Ziegel, Werkzeug und Maschinen brauchen einen eigenen Baustein, etwa einen Einbruchschutz für versperrte Rohbauten und Bauhütten.

Schaden am NeubauBauwesenRohbau (Feuer)Bauherrenhaftpflicht
Sturm drückt frische Wand einjameist erst, wenn Dach und Öffnungen zu sindnein
Brand im Dachstuhlje nach Tarifjanein
Eingebaute Fenster eingeschlagenjaneinnein
Passant stürzt in die Baugrubeneinneinja
Firma arbeitet mangelhaftneinneinnein
Gelagerte Baustoffe gestohlennur mit Zusatzbausteinneinnein

Wer sie braucht

Am meisten bringt sie bei einem Massivhaus mit langer Bauzeit, bei vielen einzelnen Professionisten ohne Generalunternehmer und bei viel Eigenleistung. Dann ist im Schadenfall oft unklar, wer haftet, und ohne Versicherung steht der Bau still, während gestritten wird.

Auch auf abgelegenen Bauplätzen, wo nachts niemand vorbeischaut, und in sturm- oder hagelreichen Lagen hat sie mehr Gewicht. Ob Ihr Grundstück in einer Gefahrenzone liegt, zeigt die Karte unter hora.gv.at.

Wann Sie sie nicht brauchen

Hat der Baumeister oder Fertighausanbieter die Bauleistung bis zur Übergabe selbst versichert, zahlen Sie mit einer eigenen Polizze doppelt. Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen.

Bei einem Fertighaus, das in wenigen Tagen dicht ist, ist das Risiko kurz. Bei kleinen Umbauten ohne Eingriff in Tragwerk oder Dach lohnt sich der Aufwand meist ebenfalls nicht.

Wie sie mit der Rohbauversicherung zusammenspielt

In Österreich bekommen Bauherren oft eine prämienfreie Rohbauversicherung, wenn sie die Eigenheimversicherung vor Baubeginn abschließen. Sie deckt vor allem Feuer, je nach Anbieter auch Sturm, sobald Decken und Öffnungen geschlossen sind, und manchmal die Bauherrenhaftpflicht.

Die Bauwesenversicherung schließt die Lücke davor und daneben: den offenen Rohbau, Diebstahl eingebauter Teile und Ungeschick am Bau. Manche Anbieter bieten sie als Zusatzbaustein zum Rohbaupaket an, das ist oft einfacher als ein eigener Vertrag.

Schritt für Schritt

  1. Beim Baumeister oder Fertighausanbieter fragen, ob die Bauleistung bis zur Übergabe schon versichert ist.
  2. Eigenheimversicherung mit Rohbauschutz vor Baubeginn abschließen und den Umfang prüfen.
  3. Bausumme einschließlich Eigenleistung und realistische Bauzeit festhalten.
  4. Bauwesen als eigenen Vertrag oder als Baustein zum Rohbaupaket vergleichen.
  5. Bei Verzögerung rechtzeitig verlängern lassen.

Checkliste

  • Eigenleistung in der Versicherungssumme berücksichtigt
  • Laufzeit reicht für die tatsächliche Bauzeit
  • Diebstahl eingebauter Teile eingeschlossen
  • Feuer über die Rohbauversicherung abgesichert
  • Keine Doppelversicherung mit dem Baumeister
  • Baustelle nachts versperrt, Material möglichst nicht offen gelagert

Häufige Fehler

  • Die Bauwesenversicherung für eine Gewährleistung gegen Pfusch halten
  • Eigenleistung nicht in die Bausumme einrechnen und dann unterversichert sein
  • Annehmen, dass die gratis Rohbauversicherung schon Sturm am offenen Rohbau deckt
  • Die Laufzeit ablaufen lassen, während noch gebaut wird

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist die Bauwesenversicherung Pflicht?

Nein. Weder Gesetz noch Bank schreiben sie vor. Die Bank verlangt bei einem Kredit in der Regel einen Feuerschutz für das Gebäude, nicht die Bauwesenversicherung.

Was ist der Unterschied zur Bauherrenhaftpflicht?

Die Bauherrenhaftpflicht zahlt Schäden, die Ihre Baustelle anderen zufügt. Die Bauwesenversicherung zahlt Schäden am eigenen Neubau.

Ist die Bauwesenversicherung dasselbe wie die deutsche Bauleistungsversicherung?

Im Kern ja, es ist der österreichische Name für denselben Schutz der Bauleistung bis zur Übernahme. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter.

Zahlt sie, wenn die Baufirma in Konkurs geht?

Nein. Dagegen helfen Zahlungen nach Baufortschritt und Sicherheiten im Bauvertrag, keine Versicherung des Baus.

Sind gelagerte Baustoffe versichert?

Meist nur, was schon fest eingebaut ist. Für Material und Werkzeug in versperrten Rohbauten oder Bauhütten gibt es eigene Bausteine.

Wann endet der Schutz?

Mit der Übernahme des Baus oder dem Ende der vereinbarten Laufzeit. Danach übernimmt die Eigenheimversicherung.

Quellen

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Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen und vermittelt Ihren Vertrag nicht.

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