Alles zur Versicherung: Private Pensionsvorsorge
Brauche ich in Österreich überhaupt eine private Pensionsvorsorge?
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Kurz gesagt
Was beide unterscheidet, ist der Zweck: Die private Pensionsversicherung zahlt, solange Sie leben, und schützt davor, dass das Geld im Alter ausgeht. Die Lebensversicherung als Ablebensversicherung zahlt, wenn Sie sterben, und schützt Ihre Familie. Reiner Ablebensschutz über 200.000 Euro kostet mit 30 Jahren etwa 9 bis 19 Euro im Monat. Die Er- und Ablebensversicherung mischt beides und ist meist teurer.
Prämien aus veröffentlichten österreichischen Modellrechnungen und Werte aus Gesetz und Verordnung, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Ablebensversicherung 200.000 Euro, 30 Jahre alt, 20 Jahre Laufzeit | etwa 9 bis 19 Euro im Monat |
| Ablebensversicherung 100.000 Euro, 30 Jahre alt, 10 Jahre Laufzeit | ab etwa 2,53 Euro im Monat |
| Ablebensversicherung 100.000 Euro, 60 Jahre alt, 10 Jahre Laufzeit | ab etwa 31,88 Euro im Monat |
| Garantiezins neuer klassischer Verträge | 0,0 Prozent seit 1. Juli 2022 |
| Versicherungssteuer auf laufende Prämien | 4 Prozent |
| Kapitalertragsteuer im Wertpapierdepot zum Vergleich | 27,5 Prozent auf Gewinne |
Prämien sind Beispielrechnungen einzelner Anbieter für Nichtraucher ohne Vorerkrankungen und mit Büroberuf; mit Raucherstatus, riskantem Beruf oder höherem Alter wird es deutlich teurer.
Gewinnbeteiligung ist nicht garantiert.
Das ist eine Einordnung, keine Steuerberatung.
Stand Oktober 2026.
Rechenbeispiel
So lassen sich die zwei Risiken getrennt lösen, statt sie in einen teuren Mischvertrag zu packen.
| Risiko 1: ein Elternteil stirbt früh | Ablebensversicherung über die Kreditsumme, Laufzeit bis zur Tilgung |
| Prämie dafür | je Person meist ein niedriger zweistelliger Betrag im Monat |
| Risiko 2: die Pension reicht nicht | eigene Vorsorge, etwa Pensionsversicherung, Zukunftsvorsorge oder Fondssparplan |
| Er- und Ablebensversicherung stattdessen | deutlich höhere Prämie, oft kleinere Ablebenssumme |
Getrennt bekommen Sie für den Todesfall eine Summe, die wirklich reicht, und wählen die Pensionsvorsorge frei. Die genauen Prämien hängen von Alter, Gesundheit und Beruf ab; die Prämie im Beispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Eine private Pensionsversicherung lohnt sich umso mehr, je länger Sie leben. Sie zahlen ein, und ab Pensionsantritt bekommen Sie jeden Monat Geld, bis zum Tod. Abgesichert wird das Risiko, dass ein langes Leben das Ersparte aufbraucht.
Die Ablebensversicherung, in Deutschland Risikolebensversicherung genannt, dreht das um. Sie zahlt eine vereinbarte Summe, wenn die versicherte Person in der Laufzeit stirbt. Sie ist für Partner, Kinder oder einen Wohnkredit gedacht, die an Ihrem Einkommen hängen.
Im Alltag heißt beides oft einfach Lebensversicherung, auch Pensionsversicherungen kommen aus der Lebenssparte der Versicherer. Entscheidend ist, was in der Polizze steht: lebenslange Pension oder Summe im Ablebensfall.
| Private Pensionsversicherung | Ablebensversicherung | Er- und Ablebensversicherung | |
|---|---|---|---|
| Zahlt, wenn | Sie den Pensionsbeginn erleben | Sie in der Laufzeit sterben | Sie sterben oder der Vertrag abläuft |
| Leistung | lebenslange Monatspension, oft mit Kapitalabfindung | feste Summe an die Bezugsberechtigten | Summe plus Gewinnbeteiligung |
| Sparanteil | ja | nein | ja |
| Prämie | hoch, weil gespart wird | niedrig | hoch |
| Passt für | Lücke im Pensionskonto | Familie, Kredit | selten die günstigste Wahl |
Auf jede laufende Prämie kommen 4 Prozent Versicherungssteuer, egal ob Pensions-, Ablebens- oder Er- und Ablebensversicherung. Im Vertrag fällt auf die Erträge keine Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent an, anders als in einem Wertpapierdepot.
Eine private Pension bleibt einkommensteuerfrei, bis die Summe der Auszahlungen den Kapitalwert zu Pensionsbeginn übersteigt. Erst danach zählt sie zu Ihrem Einkommen. Nehmen Sie das Kapital auf einmal, ist das bei laufenden, gleichbleibenden Prämien in der Regel einkommensteuerfrei.
Die Summe aus einer Ablebensversicherung bleibt ebenfalls ohne Einkommensteuer, und eine Erbschaftssteuer gibt es in Österreich nicht mehr. Lebensgefährten sind deshalb steuerlich nicht schlechter gestellt als Ehepartner. Vorsicht nur, wenn Sie oder die begünstigte Person in Deutschland wohnen, dort kann Erbschaftsteuer anfallen.
Sie bündelt Sparen und Todesfallschutz in einem Vertrag. Das klingt bequem, heißt aber: Die Ablebenssumme ist meist kleiner, als eine Familie braucht, und der Sparanteil trägt Abschluss- und Verwaltungskosten bei 0,0 Prozent Garantiezins.
Wer Hinterbliebene absichern und zugleich für die Pension sparen will, fährt in vielen Fällen mit einer günstigen Ablebensversicherung und einer getrennten Pensionsvorsorge besser. Beide Teile lassen sich dann unabhängig anpassen oder beenden.
Alte Polizzen mit hohem Garantiezins sind ein anderer Fall. Um das Jahr 2000 wurden Verträge noch mit 4 Prozent kalkuliert. Solche Verträge zu kündigen kostet Garantien, die es heute nicht mehr gibt.
Eine Ablebensversicherung brauchen Sie nicht, wenn niemand finanziell von Ihnen abhängt und kein Kredit an Ihrem Einkommen hängt. Singles ohne Kinder und Schulden sparen sich die Prämie.
Eine private Pensionsversicherung ist entbehrlich, wenn staatliche Pension, Firmenpension und eigenes Vermögen den Bedarf decken oder wenn Sie diszipliniert selbst anlegen und keine lebenslange Zahlung brauchen. Ihr eigentlicher Wert ist die Zusage, bis zum Lebensende zu zahlen, nicht die Rendite.
Fragen und Antworten
Sie gehört zur Lebenssparte, weil sie vom Leben der versicherten Person abhängt. Sie zahlt aber für das Erleben, nicht für den Tod.
Das hängt von der Polizze ab. Vor Pensionsbeginn wird meist das Guthaben ausgezahlt, danach nur, wenn eine Rentengarantiezeit, eine Kapitalleistung oder eine Pension für Hinterbliebene vereinbart ist.
Meist nicht. Ausnahmen sind ein gemeinsamer Kredit oder ein Partner, der Ihr Einkommen braucht.
In Österreich nein, weil es keine Erbschaftssteuer gibt und die Summe nicht einkommensteuerpflichtig ist. Wohnt einer von Ihnen in Deutschland, sieht das anders aus.
Für reinen Todesfallschutz die Ablebensversicherung, weil nichts angespart wird. Mit 30 Jahren kosten 200.000 Euro über 20 Jahre etwa 9 bis 19 Euro im Monat.
Nein, seit dem Veranlagungsjahr 2021 zählen private Lebens- und Pensionsversicherungen nicht mehr zu den Sonderausgaben.
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