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Pension oder Kapitalabfindung: Was ist in Österreich besser?

Kurz gesagt

Bei einer privaten Pensionsversicherung mit laufender Prämie ist in Österreich steuerlich meist keiner der Wege im Nachteil: Die Kapitalabfindung ist einkommensteuerfrei, die Pension erst nach Auszahlung Ihres Kapitals steuerpflichtig. Was besser ist, entscheidet Ihre Lebensdauer. Bei etwa 26 Euro Pension je 10.000 Euro ist das Kapital nach gut 32 Jahren zurück, mit Beginn ab 65 also mit etwa 97.

Pension oder Kapitalabfindung: Was ist in Österreich besser?

Was es kostet

Rechengrößen aus österreichischem Steuerrecht, amtlicher Statistik und veröffentlichten Werten, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Rentenfaktor je 10.000 Euro Kapitaletwa 24 bis 30 Euro Monatspension
100.000 Euro Kapital als Pensionetwa 240 bis 300 Euro im Monat
Einkommensteuerfreie Zeit bei 260 Euro aus 100.000 Eurogut 32 Jahre
Kapitalabfindung nach laufender Prämiein der Regel 0 Euro Einkommensteuer
Zukunftsvorsorge, Kapital statt Pension50 Prozent der Prämien zurück, 27,5 Prozent auf Erträge
Fernere Lebenserwartung mit 60, 2024Männer 22,8 Jahre, Frauen 26,2 Jahre

Für Österreich gibt es keine öffentliche Marktübersicht zu Rentenfaktoren;

die Spanne ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis und kann je Versicherer, Tarif und Abschlussjahr deutlich abweichen.

Der Auszahlplan ist eine eigene Beispielrechnung.

Keine Steuerberatung.

Rechenbeispiel

Private Pensionsversicherung mit laufender Prämie, Pensionsbeginn mit 65, 100.000 Euro Kapital

Gerechnet mit einem angenommenen Rentenfaktor von 26 und ohne Zinsen auf die Pension.

Monatspension (100.000 / 10.000 × 26)260 Euro
Jahrespension3.120 Euro
Einkommensteuer auf die Pensionerst nach 100.000 Euro Auszahlung, also nach gut 32 Jahren
Kapital zurückgeflossenmit etwa 97
Kapitalabfindung100.000 Euro, in der Regel ohne Einkommensteuer
Auszahlplan mit 2 Prozent Zinsenrund 500 Euro im Monat für 20 Jahre, vor KESt

Steuerlich ist es fast gleich, rechnerisch gewinnt die Abfindung, solange Sie nicht sehr alt werden. Die Pension ist der Preis für die Gewissheit, auch mit 95 noch Geld zu bekommen. Wer beides will, fragt nach einer Teilabfindung.

Was Sie bei der Wahl eigentlich entscheiden

Die lebenslange Pension ist eine Versicherung gegen ein langes Leben. Sie zahlt, solange Sie leben, auch mit 100. Dafür geben Sie das Kapital aus der Hand. Was bei Ihrem Tod noch übrig ist, bekommen die Erben nur, wenn eine Garantiezeit oder Kapitalrückgewähr vereinbart ist.

Die Kapitalabfindung macht Sie frei: Sie können einen Kredit tilgen, die Wohnung sanieren, vererben oder das Geld in Raten selbst entnehmen. Dafür tragen Sie das Risiko, dass es vor Ihrem Lebensende verbraucht ist.

Neben der staatlichen Pension aus dem Pensionskonto geht es meist um eine Ergänzung. Wer seine Fixkosten schon mit der staatlichen Pension decken kann, braucht die private Zahlung weniger als Sicherheit und mehr als Reserve.

GesichtspunktLebenslange PensionKapitalabfindung
Sicherheit bei langem Lebenvoll, zahlt bis zum Todnur solange das Geld reicht
Zugriff auf das Geldkeiner mehrjederzeit
Vererbennur mit Garantiezeit oder Rückgewährder Rest gehört den Erben
Einkommensteuer bei laufender Prämieerst nach Auszahlung des Kapitalwertsin der Regel keine
Schutz vor Inflationnur über Gewinnbeteiligung, nicht garantierthängt von Ihrer Anlage ab
AufwandkeinerAnlage und Entnahme selbst planen

Die Rechnung mit dem Rentenfaktor

Der Rentenfaktor sagt, wie viel Monatspension Sie je 10.000 Euro Kapital bekommen. Bei 26 Euro werden aus 100.000 Euro also 260 Euro im Monat, 3.120 Euro im Jahr. Die genaue Zahl steht in der Mitteilung Ihres Versicherers vor Pensionsbeginn.

Teilen Sie das Kapital durch die Jahrespension, dann sehen Sie, wie lange es dauert, bis Ihr Geld zurück ist: hier gut 32 Jahre, ohne Zinsen gerechnet.

Laut Statistik Austria lebten 60-jährige Männer 2024 im Schnitt noch 22,8 Jahre, Frauen 26,2 Jahre. Versicherer rechnen vorsichtiger mit längerem Leben. Wer gesund ist und in der Familie alt wird, holt mehr heraus. Wer ernsthaft krank ist, verliert mit der Pension fast sicher Geld.

So wird in Österreich besteuert

Eine private Pension ist ein wiederkehrender Bezug. Sie wird erst einkommensteuerpflichtig, sobald die Summe aller Zahlungen den Wert des Kapitals bei Pensionsbeginn übersteigt. Bei 260 Euro im Monat aus 100.000 Euro wäre das erst nach gut 32 Jahren.

Die Kapitalabfindung ist bei laufender, im Wesentlichen gleichbleibender Prämienzahlung grundsätzlich einkommensteuerfrei, die Steuer ist mit der Versicherungssteuer von 4 Prozent abgegolten.

Beim Einmalerlag bleibt die Abfindung nur steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens 15 Jahre lief. Waren Versicherungsnehmer und versicherte Person bei Abschluss schon 50, genügen 10 Jahre.

Anders also als in Deutschland entscheidet in Österreich bei klassischen Verträgen selten die Steuer, sondern die Frage, wie lange Sie das Geld brauchen.

Sonderfall prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge

Hier ist die Pension klar im Vorteil. Eine lebenslange Pension aus der Zukunftsvorsorge ist einkommensteuerfrei, und Sie behalten die staatlichen Prämien.

Wählen Sie nach der Mindestbindung von zehn Jahren das Kapital, müssen Sie die Hälfte der erhaltenen Prämien zurückzahlen, und die bis dahin steuerfreien Erträge werden mit 27,5 Prozent nachversteuert. Rechnen Sie das vor der Entscheidung genau durch.

Wann die Kapitalabfindung klüger ist

Wenn Sie noch einen Wohnkredit haben, spart das Tilgen sichere Zinsen. Wenn Sie gesundheitlich angeschlagen sind, ist die Pension selten ein gutes Geschäft.

Ein Mittelweg ist ein Auszahlplan: Sie legen das Kapital sicher oder gemischt an und entnehmen jeden Monat einen festen Betrag. 100.000 Euro mit 2 Prozent Zinsen reichen für rund 500 Euro im Monat über 20 Jahre, vor KESt. Danach ist das Geld aber weg.

Wann die Pension klüger ist

Wenn Ihre staatliche Pension knapp ist und Sie fürchten, mit 90 ohne Geld dazustehen, ist die lebenslange Zahlung der sichere Weg. Sie können sie weder verspekulieren noch zu früh ausgeben.

Mit einer Garantiezeit von fünf oder zehn Jahren bleibt zudem etwas für die Familie, falls Sie früh sterben. Das senkt die Pension etwas, ist aber für viele die beruhigendere Lösung.

Fristen und betriebliche Vorsorge

Das Wahlrecht auf die Kapitalabfindung müssen Sie meist vor Pensionsbeginn ausüben, oft einige Monate vorher. Die Frist steht in Ihren Bedingungen. Läuft die Pension, ist die Wahl in der Regel endgültig.

Für Pensionskassen und die betriebliche Kollektivversicherung gelten eigene Regeln, eine Abfindung ist dort nur eingeschränkt möglich. Fragen Sie rechtzeitig bei Ihrer Pensionskasse nach.

Schritt für Schritt

  1. Ein Jahr vor Pensionsbeginn die Mitteilung mit Kapital, garantierter Pension und Rentenfaktor anfordern.
  2. Frist für das Wahlrecht in den Bedingungen nachsehen und notieren.
  3. Klären, ob es ein Vertrag mit laufender Prämie, ein Einmalerlag oder eine Zukunftsvorsorge ist.
  4. Ihre übrigen Einkünfte im Alter zusammenrechnen: staatliche Pension laut Pensionskonto, Firmenpension, Mieten.
  5. Ausrechnen, wie viele Jahre die Pension braucht, um das Kapital zurückzuzahlen.
  6. Teilabfindung prüfen, falls Sie beides wollen.
  7. Entscheidung schriftlich und fristgerecht beim Versicherer einreichen.

Checkliste

  • Garantierter Rentenfaktor bekannt, nicht nur der Wert mit Gewinnbeteiligung
  • Frist für das Wahlrecht notiert
  • Vertragsart und Laufzeit für die Steuer geprüft
  • Bei Zukunftsvorsorge Rückzahlung der Prämie eingerechnet
  • Gesundheit und Familiengeschichte ehrlich eingeschätzt
  • Plan für das Kapital vorhanden, falls Sie es nehmen

Häufige Fehler

  • Die Frist verpassen und dann an die Pension gebunden sein
  • Bei der Zukunftsvorsorge das Kapital nehmen, ohne die halbe Prämienrückzahlung und die Nachversteuerung einzurechnen
  • Nur auf den Rentenfaktor mit Gewinnbeteiligung schauen, der nicht garantiert ist
  • Das Kapital ohne Plan ausgeben, sodass es mit 80 aufgebraucht ist
  • Deutsche Steuerregeln für einen österreichischen Vertrag annehmen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich auf die Kapitalabfindung Steuer zahlen?

Bei laufender, gleichbleibender Prämie in der Regel nicht. Beim Einmalerlag nur dann nicht, wenn der Vertrag mindestens 15 Jahre lief, ab Abschlussalter 50 genügen 10 Jahre.

Ab wann ist die private Pension steuerpflichtig?

Erst wenn die Summe der Zahlungen den Kapitalwert bei Pensionsbeginn übersteigt. Viele erreichen das nie.

Ab welchem Alter lohnt sich die Pension?

Bei einem Rentenfaktor um 26 und Beginn mit 65 erst ab etwa 97, ohne Zinsen gerechnet. Mit Gewinnbeteiligung etwas früher.

Kann ich bei der Zukunftsvorsorge das Kapital nehmen?

Ja, nach zehn Jahren. Dann zahlen Sie die Hälfte der Prämien zurück, und auf die Erträge fallen 27,5 Prozent Steuer an.

Kann ich mich nach Pensionsbeginn noch umentscheiden?

In der Regel nicht. Läuft die Pension, ist die Wahl meist endgültig.

Was passiert, wenn ich früh sterbe?

Ohne Vereinbarung endet die Pension. Mit Garantiezeit läuft sie für die vereinbarte Zeit an Ihre Hinterbliebenen weiter.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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