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Sterbeversicherung oder Sparbuch: Was ist besser?

Kurz gesagt

Wenn Sie gesund sind und regelmäßig sparen, ist das Sparbuch meist besser: keine Vertragskosten, das Geld bleibt verfügbar. Die Sterbeversicherung lohnt sich bei Vorerkrankungen oder wenn bei frühem Tod sonst zu wenig da wäre. Wer mit 60 einsteigt, hat mit 40 Euro im Monat auf dem Sparbuch nach rund 16 Jahren dieselben 7.500 Euro beisammen.

Sterbeversicherung oder Sparbuch: Was ist besser?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Tarifbeispielen und Gebührenangaben für Österreich.

BeispielRichtwert
Sterbeversicherung, Eintritt mit 60, Summe 7.500 Euroetwa 40,07 Euro im Monat
Sterbeversicherung, Eintritt mit 55, Summe 6.000 Euro, 25 Jahreetwa 30,50 Euro im Monat, rund 9.150 Euro insgesamt
Sparbuch mit 40 Euro im Monat ohne Zinsennach 16 Jahren etwa 7.680 Euro
Treuhandkonto für Bestattungsvorsorge, Beispieleinmalig 99 Euro, Einzahlung ab 37,50 Euro im Monat
Begräbnis in Österreich, Durchschnittetwa 4.000 bis 6.000 Euro

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen und Gebührenangaben.

Die Sparbuchrechnung ist selbst gerechnet, ohne Zinsen.

Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Mann, 60 Jahre, legt 40 Euro im Monat zurück

Er vergleicht ein Sparbuch ohne Zinsen mit einer Sterbeversicherung über 7.500 Euro zu etwa 40 Euro im Monat, Prämienzahlung bis 85, Aufbauzeit 36 Monate.

Tod mit 65, Sparbuchrund 2.400 Euro
Tod mit 65, Versicherung7.500 Euro
Tod mit 76, Sparbuchrund 7.680 Euro
Tod mit 76, Versicherung7.500 Euro
Tod mit 85, Sparbuchrund 12.000 Euro
Tod mit 85, Versicherung7.500 Euro plus mögliche Gewinnbeteiligung

Bis etwa 76 liegt die Versicherung vorn, danach das Sparbuch, mit Zinsen sogar früher. Wer schon ein Polster hat, braucht die Versicherung nur für die ersten Jahre oder gar nicht.

Der Kern des Vergleichs

Beide Wege sollen dasselbe leisten: Geld für das Begräbnis, wenn es so weit ist. Der Unterschied ist das Risiko. Beim Sparbuch tragen Sie es selbst, bei der Versicherung trägt es der Versicherer und verrechnet dafür Kosten.

Stirbt jemand früh, ist die Versicherung klar vorn. Lebt jemand lange, gewinnt das Sparbuch, weil keine Abschluss- und Verwaltungskosten anfallen und Zinsen dazukommen.

Vier Wege im Überblick

Neben Sparbuch und Sterbeversicherung gibt es in Österreich zwei weitere Möglichkeiten. Die Tabelle zeigt, was jeder Weg kann und wo er schwach ist.

WegStärkeSchwäche
Sparbuch oder Onlinesparenkeine Kosten, frei verfügbar, Zinsenam Anfang zu wenig Geld, fällt in die Verlassenschaft
Sterbeversicherungvolle Summe auch bei frühem Tod, mit Bezugsrecht schnell ausgezahltAufbauzeit, Langlebige zahlen drauf, Rückkauf kostet
Treuhandkonto für das BegräbnisGeld fest gebunden, von der eigenen Bank getrenntnur so viel da, wie eingezahlt wurde, Gebühr
Vorsorgevertrag beim BestatterWünsche und Ablauf vorab festgelegtan einen Bestatter gebunden, Insolvenzrisiko bei Anzahlung

Wann das Sparbuch besser ist

Wenn schon ein Teil des Geldes da ist. Wer bereits 3.000 Euro beiseitegelegt hat, braucht keine Versicherung über die volle Summe.

Wenn Sie gesund sind und jeden Monat verlässlich sparen. Dann holt das Sparbuch die Versicherung meist ein, bevor der Ernstfall eintritt.

Bedenken Sie den Zugriff: Ein Sparbuch fällt in die Verlassenschaft. Die Kosten eines ortsüblichen Begräbnisses trägt nach § 549 ABGB zwar die Verlassenschaft, bezahlen muss aber zunächst, wer den Bestatter beauftragt. Klären Sie mit Ihrer Bank, ob sie die Bestatterrechnung direkt vom Konto begleicht.

Wann die Sterbeversicherung besser ist

Wenn noch nichts angespart ist und die Familie ein Begräbnis von 4.000 bis 6.000 Euro sonst nicht vorstrecken könnte. Genau dieses Risiko nimmt der Vertrag ab.

Wenn Vorerkrankungen eine normale Ablebensversicherung verhindern. Tarife ohne Gesundheitsfragen sind dann oft der einzige Schutz.

Wenn das Geld sofort bei einer bestimmten Person sein soll. Mit namentlichem Bezugsrecht wird die Summe außerhalb der Verlassenschaft ausgezahlt.

Treuhand, Bestatter und Pflegeheim

Ein Treuhandkonto oder ein Vorsorgevertrag beim Bestatter bindet das Geld fest an das Begräbnis. Bei einer Anzahlung direkt an den Bestatter fragen Sie, wie Ihr Geld bei dessen Insolvenz geschützt ist.

Anders als in Deutschland spielt der Schutz vor dem Zugriff des Sozialhilfeträgers für das Pflegeheim in Österreich kaum eine Rolle: Seit 1. Jänner 2018 verbietet § 330a ASVG den Zugriff auf das Vermögen von Heimbewohnern zur Deckung der Pflegekosten. Für andere Sozialleistungen gelten eigene Vermögensgrenzen der Länder.

Schritt für Schritt

  1. Kosten des gewünschten Begräbnisses samt Grab am Wohnort erheben.
  2. Vorhandenes Erspartes und bestehende Verträge zusammenrechnen.
  3. Ehrlich einschätzen, ob Sie jeden Monat verlässlich sparen.
  4. Bei Vorerkrankung oder ohne Rücklagen die Sterbeversicherung für die Lücke prüfen.
  5. Bei Vorsorge über den Bestatter den Insolvenzschutz klären.
  6. Mit der Bank besprechen, wie die Begräbnisrechnung im Ernstfall bezahlt wird.

Checkliste

  • Begräbniskosten sind grob bekannt
  • Vorhandenes Geld ist von der Lücke abgezogen
  • Gesamtprämien der Versicherung sind mit dem Sparweg verglichen
  • Angehörige wissen, wie sie schnell an das Geld kommen
  • Bezugsrecht in der Polizze ist namentlich eingetragen
  • Wünsche zum Begräbnis sind schriftlich festgehalten

Häufige Fehler

  • Eine Versicherung über die volle Summe abschließen, obwohl schon Geld da ist
  • Auf dem Sparbuch sparen, aber niemandem sagen, wo es liegt
  • Beim Bestatter anzahlen, ohne den Insolvenzschutz zu prüfen
  • Aus Angst vor dem Pflegeheim Geld binden, obwohl der Pflegeregress abgeschafft ist
  • Nur die Monatsprämie vergleichen statt der Gesamtkosten

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist ein Sparbuch für das Begräbnis sicher genug?

Für das Geld ja. Offen ist nur, ob am Anfang schon genug da ist und wie schnell die Angehörigen herankommen.

Was ist ein Treuhandkonto für das Begräbnis?

Sie zahlen Geld auf ein Konto, das fest für Ihr Begräbnis bestimmt ist und erst im Todesfall ausgezahlt wird. Für die Einrichtung fällt meist eine Gebühr an.

Nimmt mir das Land im Pflegeheim das Sparbuch weg?

Nein. Seit 2018 ist der Zugriff auf das Vermögen zur Deckung der Pflegeheimkosten verboten. Pension und Pflegegeld werden aber weiterhin herangezogen.

Kann ich beides kombinieren?

Ja. Eine kleine Sterbeversicherung für die ersten Jahre und daneben ein Sparbuch ist oft günstiger als eine große Polizze allein.

Ist eine normale Ablebensversicherung eine Alternative?

Für Jüngere, die ohnehin Familie absichern, ja. Für das Begräbnis im Alter meist nicht, weil sie befristet ist und oft vor dem Tod endet.

Lohnt sich ein Rückkauf, um aufs Sparbuch zu wechseln?

Selten. In den ersten Jahren bekommen Sie beim Rückkauf oft weniger, als Sie eingezahlt haben. Prüfen Sie eher eine Prämienfreistellung.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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