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Sterbeverein oder Sterbeversicherung: Was ist der Unterschied?

Kurz gesagt

Sterbeverein oder Sterbeversicherung, was ist der Unterschied? Vor allem der Rechtsanspruch. Die Sterbeversicherung schließen Sie bei einem Versicherer mit Konzession der FMA ab, die Summe von meist 5.000 bis 10.000 Euro ist fix. Beim Sterbeverein richtet sich die Leistung nach den Statuten, oft finanziert über Umlagen. Manchmal steckt hinter dem Namen auch nur ein Versicherer.

Sterbeverein oder Sterbeversicherung: Was ist der Unterschied?

Was es kostet

Prämien und Begräbniskosten aus veröffentlichten Beispielen für Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Sterbeversicherung, 10.000 Euro, Eintritt mit 40, ohne Gesundheitsfragenetwa 30 Euro im Monat
Sterbeversicherung, 10.000 Euro, Eintritt mit 60, ohne Gesundheitsfragenetwa 53 Euro im Monat
Sterbeversicherung, 10.000 Euro, Eintritt mit 70, ohne Gesundheitsfragenetwa 80 Euro im Monat
Begräbnis in Wien, Durchschnittetwa 4.000 bis 6.000 Euro
Einfache Feuerbestattung bis traditionelle Erdbestattungetwa 3.500 bis 10.000 Euro
Grabsteinetwa 2.000 bis 6.000 Euro

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen inklusive 4 Prozent Versicherungssteuer.

Umlagen und Sterbegeld eines Vereins oder einer Kammerkasse stehen in deren Statuten;

die Werte im Rechenbeispiel sind Annahmen.

Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Rechtsanwältin, 60 Jahre, Mitglied der Sterbekasse ihrer Kammer

Sie möchte 7.000 Euro für ihr Begräbnis sicher haben und prüft, was die Kammerkasse schon leistet. Die Beträge der Kasse sind Annahmen.

Gewünschte Summe7.000 Euro
Sterbegeld der Kammerkasse laut Satzung (Annahme)3.000 Euro
Lücke4.000 Euro
Sterbeversicherung über 5.000 Euro mit 60 (Annahme, halbe Prämie von 10.000 Euro)etwa 27 Euro im Monat
Alternative: 27 Euro im Monat auf ein Sparbuchnach rund 12 Jahren 4.000 Euro

Die Kammerkasse deckt bereits einen Teil. Ist sie gesund, reicht ein gebundenes Sparbuch für die Lücke. Bei Vorerkrankungen oder ohne Sparwillen ist die Sterbeversicherung die sicherere Wahl.

Was hinter dem Wort Sterbeverein steckt

Sterbevereine sind eine alte Form der Vorsorge: Mitglieder legen zusammen, damit im Todesfall das Begräbnis bezahlt ist. Heute steht das Wort für drei sehr verschiedene Dinge.

Erstens Sterbekassen von Kammern, Berufen oder Betrieben. Ein Beispiel ist die Sterbekasse einer Rechtsanwaltskammer, der alle Kammermitglieder angehören und für die im Todesfall eines Mitglieds eine Umlage fällig wird. Die Leistung regeln Satzung und Umlagenordnung.

Zweitens Vereine, die Sterbegeld nach ihren Statuten auszahlen. Wie sicher das Geld ist, hängt davon ab, was die Statuten zusagen und wie viele Mitglieder dauerhaft zahlen.

Drittens Angebote, die nur den Namen Verein tragen, hinter denen aber eine Versicherung steht. Dann haben Sie eine Sterbeversicherung mit allen Rechten. Klarheit bringt die Polizze: Steht dort ein Versicherer, ist es eine Versicherung.

Was eine Sterbeversicherung ist

Die Sterbeversicherung, oft Begräbniskostenversicherung genannt, ist eine kleine Ablebensversicherung. Sie zahlen Prämien, meist höchstens 25 Jahre, und im Todesfall bekommt die bezugsberechtigte Person die vereinbarte Summe. Steht sie namentlich in der Polizze, muss sie nicht auf die Verlassenschaft warten.

Versicherungen dürfen in Österreich nur Unternehmen mit Konzession der Finanzmarktaufsicht anbieten. Das kann eine Aktiengesellschaft sein oder ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, der den Versicherten gehört. Ein kleiner Versicherungsverein mit vereinfachter Aufsicht darf dagegen nur Feuer, Sturm, Hagel und ähnliche Schäden decken, kein Sterbegeld.

MerkmalSterbeverein oder SterbekasseSterbeversicherung
RechtsformVerein, Kammer- oder BetriebseinrichtungVersicherungs-AG oder Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Anspruchnach Statuten und Umlagenordnungvertraglich fixe Summe
Aufsicht durch die FMAnur wenn er Versicherung betreibtja
Finanzierungoft Umlage im TodesfallPrämien mit Deckungsstock
Wer kann rein?oft nur Mitglieder eines Berufs oder Betriebsalle im Aufnahmealter
PrämieUmlage oder Beitrag laut Statutennach Eintrittsalter und Summe

Sicherheit: Deckungsstock statt Sicherungsfonds

Ein Lebensversicherer muss die Gelder für Ihre Polizze in einem Deckungsstock getrennt vom übrigen Vermögen anlegen. Geht der Versicherer pleite, haben andere Gläubiger auf diesen Deckungsstock keinen Zugriff, er steht den Versicherten zu.

Einen eigenen Sicherungsfonds, der Verträge einfach weiterführt, wie es ihn in Deutschland gibt, sieht das österreichische Recht nach unserem Kenntnisstand für Lebensversicherer nicht vor. Der Deckungsstock ist der Schutz.

Ein Sterbeverein ohne Konzession hat keinen Deckungsstock. Sinkt die Zahl der zahlenden Mitglieder oder fehlen Rücklagen, kann die Leistung nur so hoch sein, wie die Statuten und die Kasse es erlauben.

Wann ein Sterbeverein passt

Wenn Sie über Kammer, Beruf oder Betrieb ohnehin Mitglied einer Sterbekasse sind, lesen Sie Satzung und Umlagenordnung. Oft deckt sie einen Teil des Begräbnisses günstig ab, und Sie brauchen nur noch die Lücke zu schließen.

Freiwillig einem Verein ohne klaren Anspruch beizutreten, lohnt sich selten. Für dasselbe Geld bekommen Sie mit einer Sterbeversicherung oder einem Sparbuch mehr Sicherheit.

Wann Sie keins von beiden brauchen

Haben Sie das Geld für das Begräbnis auf einem Konto, das Sie nicht anrühren, brauchen Sie weder Verein noch Versicherung. Wer lange zahlt, zahlt bei der Versicherung oft mehr ein, als später ausgezahlt wird.

Sinnvoll ist die Sterbeversicherung, wenn Sie das Geld nicht auf einmal haben, die Summe rasch und an der Verlassenschaft vorbei an eine bestimmte Person gehen soll oder Sie anderswo keine Ablebensversicherung mehr bekommen.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob Sie über Kammer, Beruf oder Betrieb schon einer Sterbekasse angehören.
  2. Satzung, Statuten oder Umlagenordnung lesen: was wird gezahlt und wie sicher?
  3. Bei Angeboten mit dem Namen Verein klären, ob ein Versicherer dahintersteht.
  4. Gewünschte Summe nach den Begräbniskosten in Ihrer Gemeinde festlegen.
  5. Prämien über die ganze Zahldauer mit der Summe vergleichen.
  6. Eine bezugsberechtigte Person namentlich eintragen.

Checkliste

  • Rechtsanspruch auf eine feste Summe geklärt
  • Versicherer oder Verein eindeutig benannt
  • Statuten bei einem Verein gelesen
  • Gesamtprämie berechnet
  • Bezugsrecht namentlich eingetragen
  • Keine doppelte Absicherung neben der Kammerkasse

Häufige Fehler

  • Einen Verein für eine Versicherung halten, ohne die Statuten zu lesen
  • Glauben, ein Verein unterliege derselben Aufsicht wie ein Versicherer
  • Deutsche Regeln zu Sterbekassen und Sicherungsfonds auf Österreich übertragen
  • Kein namentliches Bezugsrecht eintragen und auf die Verlassenschaft warten
  • Eine zweite Vorsorge abschließen, obwohl die Kammerkasse schon zahlt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist ein Sterbeverein eine Versicherung?

Nur wenn er eine Konzession der FMA hat. Sonst richtet sich die Leistung nach seinen Statuten, nicht nach einem Versicherungsvertrag.

Wie erkenne ich, ob hinter einem Angebot ein Versicherer steht?

Am Antrag und an der Polizze. Dort muss der Versicherer genannt sein. Fragen Sie im Zweifel schriftlich nach.

Was passiert mit meiner Sterbeversicherung, wenn der Versicherer pleitegeht?

Das Geld für Ihre Polizze liegt im Deckungsstock, auf den andere Gläubiger keinen Zugriff haben.

Ist ein Sterbeverein günstiger?

Manchmal, weil es keine Provisionen gibt. Dafür ist die Leistung meist weniger fest zugesagt. Vergleichen Sie Beitrag und Anspruch.

Kann ich die Prämie von der Steuer absetzen?

Für Verträge ab 2016 nicht mehr als Sonderausgabe.

Was kostet ein Begräbnis in Österreich?

In Wien im Durchschnitt etwa 4.000 bis 6.000 Euro, mit Grabstein und Feier deutlich mehr.

Quellen

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