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Ist die Unfallversicherung steuerlich absetzbar?

Kurz gesagt

Für die meisten nicht mehr. Prämien zur privaten Unfallversicherung waren als Sonderausgaben nur aus Verträgen vor 2016 und nur bis zur Veranlagung 2020 absetzbar. Eine Versicherung, die ausschließlich Berufsunfälle deckt, kann Werbungskosten oder Betriebsausgabe sein. Zahlt der Arbeitgeber, sind bis 300 Euro im Jahr steuerfrei. Das ist keine Steuerberatung.

Ist die Unfallversicherung steuerlich absetzbar?

Was es kostet

Prämien und steuerliche Eckwerte für Österreich, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Guter Schutz für eine erwachsene Personetwa 150 bis 300 Euro im Jahr
Einfacher bis umfangreicher Tarifetwa 7 bis 50 Euro im Monat
Werbungskostenpauschale für Arbeitnehmer132 Euro im Jahr
Steuerfreie Zukunftssicherung durch den Arbeitgeberbis 300 Euro im Jahr je Mitarbeiter
Steuerersparnis aus einer privaten Polizze für Beruf und Freizeit0 Euro

Prämien aus öffentlich genannten Spannen, steuerliche Werte aus öffentlich zugänglichen Erläuterungen, Stand Oktober 2026. Der Nettowert eines gleich hohen Gehaltsbestandteils ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis und hängt von Ihrem Einkommen ab. Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung.

Rechenbeispiel

Angestellte, 220 Euro Jahresprämie, Beruf und Freizeit versichert

Sie hat ihre Polizze 2019 abgeschlossen und fragt, was sie heute davon absetzen kann.

Sonderausgaben bis zur Veranlagung 2020nicht mehr, Vertrag erst ab 2016
Werbungskosten aus einer gemischten Polizze0 Euro
Steuerersparnis heute0 Euro
Alternative: Arbeitgeber zahlt Gruppenvertrag bis 300 Eurosteuerfrei und beitragsfrei

Selbst bezahlt bringt die Unfallversicherung keinen Steuervorteil. Lohnend ist die Frage an den Arbeitgeber, ob er über die Zukunftssicherung einen Gruppenvertrag zahlt.

Das Ende der Sonderausgaben

Früher konnten Sie Prämien für Unfall-, Kranken- und Ablebensversicherungen als Topf-Sonderausgaben geltend machen, zu einem Viertel und gedeckelt. Für neue Verträge ab 2016 ging das nicht mehr, für ältere Verträge endete die Übergangsfrist mit der Veranlagung 2020.

Seit 2021 bringt eine private Unfallversicherung, die Sie selbst für Beruf und Freizeit abschließen, deshalb keinen Steuervorteil mehr. Tragen Sie die Prämie in der Arbeitnehmerveranlagung nicht als Sonderausgabe ein.

FallSteuerliche WirkungHinweis
Private Polizze Beruf und FreizeitkeineSonderausgaben seit 2021 abgeschafft
Polizze nur für Berufsunfälle, ArbeitnehmerWerbungskostenwirkt erst über der Pauschale von 132 Euro
Polizze nur für betriebliche Unfälle, SelbstständigeBetriebsausgabe möglichmit Steuerberatung klären
Gruppenunfallversicherung über den Arbeitgeberbis 300 Euro im Jahr steuerfrei und beitragsfreiZukunftssicherung

Werbungskosten nur für reine Berufsunfälle

Das österreichische Steuerrecht ist hier strenger als das deutsche. Eine pauschale Aufteilung von Beruf und Freizeit gibt es nicht. Werbungskosten sind die Prämien nur, wenn die Versicherung ausschließlich Unfälle im Beruf deckt und ein klarer Zusammenhang mit der Arbeit besteht.

Selbst dann wirkt sich das nur aus, wenn Ihre gesamten Werbungskosten über der Pauschale von 132 Euro liegen, die jeder Arbeitnehmer automatisch bekommt. Eine Berufsunfallversicherung allein bringt Sie oft nicht darüber.

Der echte Vorteil: der Arbeitgeber zahlt

Zahlt Ihr Arbeitgeber für Sie eine Unfall-, Kranken- oder Pensionsvorsorge, sind bis 300 Euro im Jahr je Mitarbeiter als Zukunftssicherung steuerfrei. Lohnsteuer und Sozialversicherung fallen darauf nicht an, für den Betrieb ist es eine Betriebsausgabe.

Würde der Arbeitgeber dieselben 300 Euro als Gehalt zahlen, blieben Ihnen nach Sozialversicherung und Lohnsteuer oft nur rund 140 bis 180 Euro. Fragen Sie im Personalbüro, ob eine Gruppenunfallversicherung angeboten wird.

Selbstständige

Für Selbstständige gilt dasselbe Prinzip. Eine Unfallversicherung, die Sie als Person rund um die Uhr schützt, ist privat. Deckt sie nur Unfälle im Betrieb, kann sie Betriebsausgabe sein. Die Abgrenzung ist streng, klären Sie das vor dem Abschluss mit Ihrer Steuerberatung.

Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung über die Sozialversicherung der Selbständigen sind davon getrennt und werden ohnehin berücksichtigt.

Und die Leistung nach einem Unfall?

Die einmalige Invaliditätsleistung aus Ihrer eigenen privaten Unfallversicherung ist ein Ausgleich für den Körperschaden und wird bei Ihnen in der Regel nicht mit Einkommensteuer belegt. Das gilt auch für Spitalgeld und Bergungskosten aus dem eigenen Vertrag.

Bei einer laufenden Unfallrente hängt die steuerliche Behandlung von der Vertragsgestaltung ab. Wenn eine Rente vereinbart ist, lassen Sie im Leistungsfall prüfen, ob und ab wann sie steuerpflichtig wird. Wählen Sie den Vertrag aber nie wegen der Steuer, sondern wegen Grundsumme, Progression und Gliedertaxe.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob Ihre Polizze Beruf und Freizeit oder nur Berufsunfälle deckt.
  2. Bei einer gemischten Polizze nichts als Sonderausgabe eintragen.
  3. Bei einer reinen Berufsunfallversicherung die Werbungskosten zusammenrechnen und mit 132 Euro vergleichen.
  4. Den Arbeitgeber nach einer Gruppenunfallversicherung über die Zukunftssicherung fragen.
  5. Als Selbstständiger die betriebliche Abgrenzung mit der Steuerberatung klären.

Checkliste

  • Deckungsumfang der Polizze bekannt
  • Keine Sonderausgaben mehr für Unfallversicherungen eingetragen
  • Werbungskosten zusammengerechnet
  • Zukunftssicherung beim Arbeitgeber angesprochen
  • Einmalleistung nach einem Unfall nicht als Einkommen erfasst

Häufige Fehler

  • Die Prämie nach 2020 weiter als Sonderausgabe eintragen
  • Deutsche Regeln wie die hälftige Aufteilung auf Österreich übertragen
  • Einen Vertrag wegen eines angeblichen Steuervorteils abschließen
  • Die steuerfreie Zukunftssicherung des Arbeitgebers ungenutzt lassen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich die private Unfallversicherung noch absetzen?

Als Sonderausgabe nicht mehr, die Übergangsfrist endete mit der Veranlagung 2020. Nur eine reine Berufsunfallversicherung kann Werbungskosten sein.

Gilt die 50 zu 50 Aufteilung wie in Deutschland?

Nein. In Österreich gibt es diese pauschale Aufteilung nicht. Eine Polizze für Beruf und Freizeit gilt in der Regel als privat.

Was bringt es, wenn der Arbeitgeber zahlt?

Bis 300 Euro im Jahr sind als Zukunftssicherung frei von Lohnsteuer und Sozialversicherung.

Muss ich die Leistung nach einem Unfall versteuern?

Die einmalige Invaliditätsleistung aus dem eigenen Vertrag in der Regel nicht. Bei einer laufenden Unfallrente lassen Sie die Behandlung im Einzelfall prüfen.

Können Selbstständige die Prämie als Betriebsausgabe absetzen?

Nur wenn die Versicherung ausschließlich betriebliche Unfälle deckt. Eine Polizze rund um die Uhr ist privat.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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