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Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Was eine Berufshaftpflichtversicherung in Österreich kostet, hängt vor allem vom Beruf ab: Unternehmensberater mit bis zu 30.000 Euro Umsatz zahlen ab rund 170 Euro netto im Jahr, mit 100.000 Euro Umsatz und 1 Million Euro Summe rund 515 Euro. Allgemeinmediziner zahlen etwa 200 bis 350 Euro. Dazu kommen 11 Prozent Versicherungssteuer.

Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung in Österreich?

Was es kostet

Veröffentlichte Jahresprämien in Österreich, Stand 2026. Beraterprämien netto ohne Versicherungssteuer.

BeispielRichtwert
Berater, Umsatz bis 30.000 Euro, Summe 150.000 Eurorund 170 Euro netto im Jahr
Berater, Umsatz bis 30.000 Euro, Summe 300.000 Eurorund 245 Euro netto im Jahr
Berater, Umsatz bis 100.000 Euro, Summe 300.000 Eurorund 300 Euro netto im Jahr
Berater, Umsatz bis 100.000 Euro, Summe 1 Million Eurorund 515 Euro netto im Jahr
Berater, Umsatz bis 500.000 Euro, Summe 1 Million Eurorund 640 Euro netto im Jahr
Allgemeinmedizin, Kinderheilkunde, Psychiatrie, Summe 4 bis 5 Millionen Euroetwa 200 bis 350 Euro im Jahr
Innere Medizin, Urologie, HNO, Dermatologieetwa doppelt so viel, also rund 400 bis 700 Euro im Jahr

Stand Oktober 2026.

Die Beraterprämien stammen aus einem veröffentlichten Tarif, netto zuzüglich 11 Prozent Versicherungssteuer.

Die Ärzteprämien stammen aus einem veröffentlichten Ratgeber ohne genanntes Datum.

Mindestsummen laut Gesetzestext und Unternehmensserviceportal.

Für Rechtsanwälte, Ziviltechniker und Architekten fanden wir keine belastbaren veröffentlichten Prämien, sie hängen stark von Umsatz und Fach ab.

Die Aussagen zu Tätigkeitsbeschreibung, Rückwärtsdeckung und Nachhaftung in einfachen Polizzen sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

IT-Beraterin in Linz, 100.000 Euro Umsatz, ohne Mitarbeiter

So verändert die Versicherungssumme die Prämie bei sonst gleichem Profil, ohne Selbstbehalt.

Summe 300.000 Eurorund 300 Euro netto im Jahr
Summe 500.000 Eurorund 405 Euro netto im Jahr
Summe 1 Million Eurorund 515 Euro netto im Jahr
Umfangreichster Auftrag im JahrUmstellung einer Buchhaltungssoftware, 150.000 Euro Volumen

Die 500.000 Euro reichen für ihren Auftrag. Mit 11 Prozent Versicherungssteuer zahlt sie rund 450 Euro im Jahr, knapp 38 Euro im Monat.

Wovon die Prämie abhängt

Zuerst zählt, wie teuer ein typischer Fehler in Ihrem Beruf werden kann. Ein falscher Rat kostet den Kunden Geld, ein Behandlungsfehler kann lebenslange Folgen haben. Deshalb zahlen Ärzte und planende Berufe ein Vielfaches dessen, was Berater zahlen.

Danach rechnen Versicherer mit Ihrem Jahresumsatz, weil mehr Aufträge mehr Gelegenheiten für Fehler bedeuten. Selbst stellen Sie die Versicherungssumme und den Selbstbehalt ein. Auf jede Prämie kommen 11 Prozent Versicherungssteuer.

FaktorWirkung auf die Prämie
Beruf und Tätigkeitsehr stark, Beratung günstig, Heilberufe und Planung teuer
Jahresumsatzstark, bei 150.000 Euro Summe von rund 170 Euro (bis 30.000 Euro Umsatz) auf 350 Euro (bis 500.000 Euro)
Versicherungssummestark, 1 Million statt 300.000 Euro kostet rund 70 bis 75 Prozent mehr
Selbstbehalt100 Euro bringen 2,5 Prozent, 500 Euro 5 Prozent, 1.000 Euro 10 Prozent Nachlass
Versicherungssteuer11 Prozent zusätzlich auf jede Nettoprämie

Pflichtberufe: Die Mindestsumme setzt die Untergrenze

Für Rechtsanwälte verlangt die Rechtsanwaltsordnung mindestens 400.000 Euro je Versicherungsfall, für eine Anwaltsgesellschaft mit beschränkter Haftung 2,4 Millionen Euro. Die Nachhaftung darf dabei weder ausgeschlossen noch zeitlich begrenzt sein. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer müssen mindestens 72.673 Euro je Schadensfall versichern, freiberufliche Ärzte 2 Millionen Euro.

Diese Summen sind die gesetzliche Untergrenze. Sie sagen nichts darüber, ob sie für Ihre Aufträge reichen. Wer große Mandate betreut, versichert mehr und zahlt entsprechend mehr.

Wo eine billige Polizze teuer wird

Der niedrigste Preis entsteht oft durch eine knappe Tätigkeitsbeschreibung. Steht in der Polizze nur Unternehmensberatung, Sie übernehmen aber auch Interimsmanagement oder Datenschutzaufgaben, ist genau dieser Teil womöglich nicht versichert.

Prüfen Sie außerdem, wie oft die Summe im Jahr zur Verfügung steht. Im Beispieltarif steht sie dreifach bereit. Steht sie nur einmal bereit, ist nach einem großen Schaden für den Rest des Jahres nichts mehr übrig. Auch eine Rückwärtsdeckung für Fehler vor Vertragsbeginn und eine Nachhaftung nach Ihrem Berufsende fehlen in einfachen Polizzen manchmal.

Wann Sie keine eigene brauchen

Als Dienstnehmer schützt Sie das Dienstnehmerhaftpflichtgesetz: Für eine entschuldbare Fehlleistung haften Sie nicht, bei leichter Fahrlässigkeit kann das Gericht den Ersatz mäßigen oder erlassen. Eine eigene Polizze lohnt sich dann nur für eine Nebentätigkeit auf eigene Rechnung.

Wer nur Waren verkauft oder handwerklich arbeitet, ohne zu beraten, ist mit einer Betriebshaftpflicht meist besser bedient als mit einer reinen Vermögensschadenpolizze.

Schritt für Schritt

  1. Im Berufsgesetz oder bei der Kammer klären, ob eine Mindestsumme gilt.
  2. Den teuersten denkbaren Fehler in Ihrem umfangreichsten Auftrag durchrechnen.
  3. Alle Tätigkeiten aufschreiben, auch Nebenleistungen wie Schulungen oder Einrichtung.
  4. Selbstbehalt so wählen, dass Sie ihn ohne Mühe zahlen könnten.
  5. Angebote mit Steuer, gleicher Summe und gleicher Tätigkeitsbeschreibung vergleichen.

Checkliste

  • Tätigkeit in der Polizze genau so beschrieben, wie Sie arbeiten
  • Versicherungssumme deckt Ihren umfangreichsten Auftrag
  • Summe steht im Jahr mindestens zweifach zur Verfügung
  • Rückwärtsdeckung für frühere, noch unentdeckte Fehler
  • Nachhaftung nach Aufgabe der Tätigkeit
  • Prämie mit 11 Prozent Versicherungssteuer verglichen

Häufige Fehler

  • Nettoprämie mit einem Bruttoangebot vergleichen
  • Umsatzwachstum nicht melden und im Schadenfall unterversichert sein
  • Nur die gesetzliche Mindestsumme versichern, obwohl die Aufträge größer sind
  • Als Dienstnehmer ohne Nebentätigkeit eine eigene Polizze abschließen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet eine Berufshaftpflicht im Monat?

Für Berater mit kleinem Umsatz etwa 15 bis 45 Euro im Monat mit Steuer. Ärzte und planende Berufe zahlen deutlich mehr.

Muss ich die Versicherungssteuer extra zahlen?

Ja, 11 Prozent kommen auf die Nettoprämie und werden mit ihr eingehoben. Vergleichen Sie Angebote deshalb immer mit Steuer.

Warum ist die Berufshaftpflicht für Ärzte teurer?

Ein Behandlungsfehler kann Schmerzengeld, Verdienstentgang und Pflegekosten auslösen. Das Gesetz verlangt deshalb mindestens 2 Millionen Euro je Fall.

Lohnt sich ein Selbstbehalt?

Oft ja. Im Beispieltarif bringen 1.000 Euro Selbstbehalt 10 Prozent Nachlass, kleine Forderungen regeln viele ohnehin selbst.

Wird die Prämie teurer, wenn mein Umsatz wächst?

Ja, der Umsatz ist eine Rechengröße. Melden Sie Zuwächse, sonst riskieren Sie Kürzungen im Schadenfall.

Ist die Prämie steuerlich absetzbar?

Als Selbstständiger in der Regel ja, als Betriebsausgabe. Klären Sie den Einzelfall mit Ihrer Steuerberatung.

Quellen

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Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen und vermittelt Ihren Vertrag nicht.

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