Alles zur Versicherung: Naturkatastrophen
Zahlt der Staat, wenn mein Haus überflutet wird?
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Kurz gesagt
Die deutsche ZÜRS-Einteilung gibt es in Österreich nicht. Hier prüfen Versicherer Ihre Adresse mit HORA, eingeteilt in Flächen, die statistisch alle 30, 100 oder 300 Jahre überflutet werden. Rund 58.500 Gebäude liegen in der HQ30-Zone. Dort bekommen Sie erweiterten Hochwasserschutz nur noch bei sehr wenigen Versicherern, oft gar nicht.
Jahresprämien aus einer Erhebung mit 19 Anbietern für einen Musterort in der Steiermark, Juli 2025, jeweils das ganze Paket.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Haushalt außerhalb der Hochwasserzonen, Standardschutz | etwa 100 bis 187 Euro im Jahr |
| Haushalt außerhalb der Hochwasserzonen, erweiterter Schutz | etwa 148 bis 250 Euro im Jahr |
| Eigenheim außerhalb der Hochwasserzonen, erweiterter Schutz | etwa 1.074 bis 1.566 Euro im Jahr |
| Eigenheim in der HQ30-Zone, erweiterter Schutz | rund 1.495 Euro im Jahr, nur ein Angebot |
| Hochwassersumme Grunddeckung und erweitert | meist 3.000 bis 7.500 Euro und 20.000 bis 30.000 Euro |
Richtwerte, Stand September 2026, aus der genannten Erhebung. Werte für HQ100 und HQ300 sind dort nicht getrennt ausgewiesen; dass die Prämie dort meist zwischen den gezeigten Werten liegt, ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis. Ihre Prämie hängt von Adresse, Summe und Vorschäden ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Zwei baugleiche Einfamilienhäuser in derselben Gemeinde: eines am Hang außerhalb aller Zonen, eines in der HQ30-Fläche am Bach.
| Haus am Hang, erweiterter Schutz bis 30.000 Euro | viele Angebote zur Wahl |
| Haus am Bach, nur Grunddeckung | Hochwasser bis 7.500 Euro |
| Schaden am Bach nach Hochwasser | 40.000 Euro |
| Beihilfe Katastrophenfonds, angenommen 30 Prozent des Rests | etwa 9.750 Euro |
Am Bach zahlt die Versicherung 7.500 Euro, der Fonds vielleicht rund 9.750 Euro. Etwa 22.750 Euro bleiben bei Ihnen. Der Fondssatz ist nur angenommen, er hängt vom Bundesland ab.
HORA ist eine öffentliche Plattform, die der Bund gemeinsam mit dem Versicherungsverband betreibt. Sie zeigt für jede Adresse, wie stark sie durch Hochwasser und andere Naturgefahren gefährdet ist.
Beim Hochwasser gibt es drei Stufen: HQ30 für Flächen, die statistisch alle 30 Jahre überflutet werden, HQ100 für einmal in 100 Jahren und HQ300 für seltene Extremereignisse. Anders als in Deutschland gibt es keine eigene Starkregenklasse der Versicherungswirtschaft; Starkregen trifft aber auch Häuser außerhalb dieser Flächen.
| HORA-Zone | Hochwasser statistisch | Was das für Sie heißt |
|---|---|---|
| außerhalb der Zonen | kein bekanntes Flusshochwasser | erweiterter Schutz bei den meisten Versicherern möglich |
| HQ300 | einmal in 300 Jahren | meist versicherbar, teils mit Aufschlag |
| HQ100 | einmal in 100 Jahren | weniger Anbieter, höhere Prämie oder Selbstbehalt |
| HQ30 | einmal in 30 Jahren | erweiterter Schutz nur ausnahmsweise, oft nur die Grunddeckung |
In Österreich ist Hochwasser in vielen Eigenheim- und Haushaltsversicherungen schon mit einer kleinen Summe enthalten, meist 3.000 bis 7.500 Euro. Die Zone entscheidet vor allem darüber, ob Sie diese Summe auf etwa 20.000 bis 30.000 Euro erhöhen können und zu welchem Preis.
In einer Erhebung mit 19 Anbietern vom Juli 2025 gab es für ein Eigenheim in der HQ30-Zone nur noch ein einziges Angebot mit erweitertem Schutz, für rund 1.495 Euro im Jahr. Außerhalb der Zonen lagen die Prämien für dasselbe Haus bei etwa 1.074 bis 1.566 Euro.
HORA arbeitet mit Karten. Steht Ihr Haus deutlich höher als die Umgebung oder hinter einem neuen Schutzdamm, kann die Einstufung zu streng sein. Seit dem Datenstand vieler Karten wurden Schutzbauten errichtet, die dort noch fehlen können.
Dann helfen Belege: Höhenangaben, der Gefahrenzonenplan der Gemeinde, Nachweise über Schutzbauten und über Rückstauklappe oder dichte Kellerfenster. Manche Versicherer prüfen das einzeln, einen Anspruch auf eine bessere Einstufung haben Sie aber nicht.
Liegt Ihre Adresse außerhalb aller Hochwasserflächen, spielt die Zone für Preis und Annahme kaum eine Rolle. Dann zählt eher, ob der Keller bei Starkregen vollläuft und wie hoch die Höchstgrenze für Naturkatastrophen ist.
Wer eine Wohnung im Obergeschoß bewohnt, braucht für den Haushalt selten mehr als die Grunddeckung. Das Gebäude versichert die Eigentümergemeinschaft.
Fragen Sie die Zone und ein Angebot für den erweiterten Schutz ab, bevor Sie kaufen. Eine Adresse in HQ30 kann bedeuten, dass Sie nur eine kleine Hochwassersumme versichern können. Der Katastrophenfonds ersetzt dann nur einen Teil, ohne Rechtsanspruch und nach den Sätzen Ihres Bundeslandes.
Fragen und Antworten
Nein. ZÜRS ist das System der deutschen Versicherer. In Österreich nutzen Versicherer HORA mit den Hochwasserflächen HQ30, HQ100 und HQ300.
Kostenlos auf hora.gv.at, dort geben Sie Ihre Adresse ein. Auch Ihr Versicherer oder wir können die Einstufung abfragen.
Meist ja mit der kleinen Grunddeckung. Erweiterten Hochwasserschutz bot in einer Erhebung 2025 nur ein einziger Anbieter für ein Eigenheim an.
Ja. Neue Schutzbauten und überarbeitete Karten können die Einstufung verbessern, neue Berechnungen auch verschlechtern.
Kaum. Sturm und Hagel sind meist voll gedeckt. Die Hochwasserzone wirkt auf Hochwasser, Überschwemmung und die Höhe der Katastrophendeckung.
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Alles zur Versicherung: Naturkatastrophen
Zahlt der Staat, wenn mein Haus überflutet wird?
Was kostet der Schutz vor Hochwasser und Naturkatastrophen in Österreich?
In Eigenheim- und Haushaltsversicherung ist Hochwasser meist nur bis 3.000 oder 7.500 Euro mitversichert. Der erweiter …
Lohnt sich eine Hochwasser- und Katastrophenversicherung in Österreich?
Für die meisten Hausbesitzer ja, zumindest eine höhere Deckung als die Grundsumme. In vielen Polizzen sind Hochwasser, …
Zahlt die Versicherung in Österreich bei Starkregen und Überschwemmung?
Ja, aber meist nur bis zu einer festen Summe. Sturm und Hagel sind voll gedeckt, außergewöhnliche Naturereignisse wie …
Kommt eine Pflichtversicherung für Katastrophenschäden in Österreich?
Nein. In Österreich gibt es keine Pflichtversicherung gegen Naturkatastrophen und keinen Gesetzentwurf dafür. Stattdes …
NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand
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