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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Naturkatastrophen

Lohnt sich eine Hochwasser- und Katastrophenversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Für die meisten Hausbesitzer ja, zumindest eine höhere Deckung als die Grundsumme. In vielen Polizzen sind Hochwasser, Überschwemmung und Vermurung nur mit 3.000 bis 10.000 Euro gedeckt, ein nasser Keller kostet oft ein Vielfaches. Der Katastrophenfonds hilft, aber ohne Rechtsanspruch und nur mit einem Teil des Schadens.

Was es kostet

Belegte Deckungssummen, dazu Richtwerte für den Aufpreis.

BeispielRichtwert
Grunddeckung Hochwasser und Vermurung in vielen Polizzenetwa 3.000 bis 10.000 Euro Versicherungssumme
Erweiterte Katastrophendeckungetwa 20.000 bis 40.000 Euro Versicherungssumme
Aufpreis Eigenheim, geringe Gefahretwa 50 bis 150 Euro im Jahr
Aufpreis Haushalt, erhöhte Summeetwa 20 bis 60 Euro im Jahr
Hilfe des Landes Niederösterreich aus dem Katastrophenfondsbis etwa 20 Prozent des Schadens

Die Deckungssummen und die Landeshilfe sind aus den genannten Quellen belegt. Die Aufpreise sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis und hängen stark von Lage und Versicherer ab.

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus in Niederösterreich, Keller unter Wasser

Nach Starkregen steht der Keller mit Heizung einen halben Meter unter Wasser.

Schaden an Heizung, Estrich und Einrichtungetwa 35.000 Euro
Grunddeckung der Polizze7.500 Euro
Erweiterte Deckung30.000 Euro

Mit Grunddeckung bleiben rund 27.500 Euro offen, mit erweiterter Deckung rund 5.000 Euro. Der Schadenbetrag ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Was die Grunddeckung abdeckt und was nicht

Österreichische Polizzen unterscheiden gewöhnliche und außergewöhnliche Naturgefahren. Sturm, Hagel, Schneedruck, Steinschlag und Erdrutsch sind meist voll gedeckt.

Hochwasser, Überschwemmung, Vermurung, Lawinen und Erdbeben sind dagegen oft nur mit einem kleinen Betrag enthalten oder gar nicht. Genau diese Gefahren verursachen die großen Schäden.

LageEinschätzung
Keine Hochwasserzone, Keller vorhandenerhöhte Deckung empfehlenswert, meist günstig
Hanglage oder Wildbach in der Näheempfehlenswert wegen Vermurung und Starkregen
HQ100 oder HQ30 laut HORAdringend, Deckung kann begrenzt oder teuer sein
Wohnung im ObergeschossHaushalt meist weniger gefährdet, Gebäude betrifft die Eigentümergemeinschaft

Warum der Katastrophenfonds nicht reicht

Nach einer Katastrophe können Sie bei der Gemeinde Hilfe aus dem Katastrophenfonds beantragen. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, und die Länder zahlen meist nur einen Teil des Schadens.

Wer versichert ist, bekommt aus dem Fonds oft entsprechend weniger. Die Hilfe ist also ein Notnagel, kein Ersatz für eine ausreichende Deckung.

Wann sie sich weniger lohnt

Wer im dritten Stock einer Wohnanlage wohnt, braucht für den Haushalt selten mehr als die Grunddeckung. Das Gebäude versichert die Eigentümergemeinschaft.

In der roten Zone direkt am Fluss ist ehrliche Beratung wichtig: Manche Versicherer bieten dort nur geringe Summen an. Dann hilft ein Vergleich und bauliche Vorsorge wie Rückstauklappe und dichte Kellerfenster.

Schritt für Schritt

  1. Adresse bei HORA eingeben und die Hochwasserzone ablesen.
  2. In der Polizze die Summe für Hochwasser, Überschwemmung und Vermurung suchen.
  3. Den möglichen Schaden im Keller und Erdgeschoss grob schätzen.
  4. Angebote für eine höhere Deckung einholen und den Aufpreis vergleichen.

Checkliste

  • Hochwasserzone bekannt
  • Katastrophensumme in der Polizze nachgesehen
  • Eigenheim- und Haushaltsversicherung beide geprüft
  • Rückstausicherung vorhanden
  • Schäden werden sofort mit Fotos dokumentiert

Häufige Fehler

  • Annehmen, Hochwasser sei in der Eigenheimversicherung voll gedeckt
  • Auf den Katastrophenfonds als sichere Hilfe bauen
  • Beschädigte Sachen wegwerfen, bevor der Versicherer sie gesehen hat

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die Eigenheimversicherung bei Hochwasser?

Meist nur bis zur vereinbarten Katastrophensumme, oft 3.000 bis 10.000 Euro. Mehr gibt es nur mit erweiterter Deckung.

Brauche ich als Mieter Katastrophenschutz?

Für Ihre Einrichtung schon, wenn Sie im Erdgeschoss oder Souterrain wohnen. Das Gebäude versichert der Eigentümer.

Gibt es eine Pflichtversicherung?

Nein, eine Pflicht für Naturkatastrophen gibt es in Österreich derzeit nicht.

Was zahlt der Katastrophenfonds?

Das hängt vom Bundesland ab und ist kein Rechtsanspruch. Den Antrag stellen Sie bei der Gemeinde.

Ist ein Erdbeben versichert?

Nur wenn die Polizze Erdbeben einschließt, oft ebenfalls mit einer eigenen, begrenzten Summe.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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