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Wie hoch soll die Versicherungssumme in Österreich sein?

Kurz gesagt

Rechnen Sie die Summe aus, statt eine Faustregel abzuschreiben: offene Kredite plus Lebenshaltung der Familie, bis die Kinder selbst verdienen, plus Ausbildung und Begräbnis, minus Witwen- und Waisenpension, Einkommen des Partners und Vermögen. Familien mit Wohnkredit und kleinen Kindern landen in Österreich meist bei 250.000 bis 500.000 Euro.

Wie hoch soll die Versicherungssumme in Österreich sein?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämienspannen für Österreich, Nichtraucher ohne Vorerkrankungen, Stand 2026.

BeispielRichtwert
30 Jahre, 200.000 Euro gleichbleibend, 20 Jahreetwa 9 bis 19 Euro im Monat
40 Jahre, 200.000 Euro gleichbleibend, 20 Jahreetwa 15 bis 30 Euro im Monat
50 Jahre, 200.000 Euro gleichbleibend, 20 Jahreetwa 35 bis 65 Euro im Monat
35 Jahre, 300.000 Euro fallend, 25 Jahreetwa 10 bis 25 Euro im Monat
35 Jahre, Raucher, körperlicher Beruf, 200.000 Euro, 30 Jahreetwa 60 bis 100 Euro im Monat
Junger Nichtraucher, 100.000 Euroab etwa 5 bis 10 Euro im Monat

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Prämienspannen. Die Spannen in der Tabelle sowie die Ansätze für Ausbildung und Begräbnis im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Die Prämie hängt von Alter, Gesundheit, Beruf und Laufzeit ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Familie in Linz, zwei Kinder, Restschuld 220.000 Euro

Er ist 35 und verdient 48.000 Euro brutto, sie arbeitet in Teilzeit und hat 1.800 Euro netto. Die Kinder sind 3 und 6, der Bedarf läuft also noch etwa zwölf Jahre.

Restschuld des Wohnkredits220.000 Euro
Lebenshaltung der Familie ohne ihn, 2.900 Euro im Monat über 12 Jahre417.600 Euro
Ausbildung der beiden Kinder und Begräbnis45.000 Euro
Eigenes Einkommen der Partnerin, 1.800 Euro über 12 Jahreminus 259.200 Euro
Witwenpension 600 Euro und zwei Waisenpensionen je 240 Euro, 12 Jahreminus 155.520 Euro
Erspartes und Bausparvertragminus 25.000 Euro

Der Bedarf liegt bei rund 243.000 Euro. Gewählt werden 250.000 Euro über 20 Jahre Laufzeit, für einen gesunden Nichtraucher um 35 etwa 12 bis 28 Euro im Monat inklusive Versicherungssteuer. Mit fallender Summe für den Kreditanteil deutlich weniger.

Warum die Faustregel oft zu niedrig ist

Drei bis fünf Bruttojahreseinkommen: diese Regel steht in fast jedem Ratgeber, und sie stammt aus einer Zeit ohne große Wohnkredite. Bei 48.000 Euro Bruttoeinkommen kommen so 144.000 bis 240.000 Euro heraus. Das trägt eine Familie einige Jahre, es löst aber keinen Wohnkredit ab.

Zu niedrig wird die Regel in zwei Fällen: wenn ein Wohnkredit läuft und wenn die Kinder klein sind. Der Kredit ist eine feste Zahl, die dazukommt. Kleine Kinder verlängern den Bedarf um fünfzehn Jahre und mehr, weil der überlebende Elternteil in dieser Zeit weniger arbeiten kann, nicht mehr.

So rechnen Sie die Summe aus

Sechs Posten, drei nach oben und drei nach unten. Nach oben: die Restschuld aller Kredite zum heutigen Tag, die Lebenshaltung der Hinterbliebenen über die Jahre, die Ihr Einkommen fehlt, sowie Ausbildungs- und Begräbniskosten. Nach unten: Witwen- und Waisenpension, das eigene Einkommen des Partners und vorhandenes Vermögen.

Bei der Lebenshaltung zählt nicht das Gehalt, sondern die Lücke. Rechnen Sie, was die Familie im Monat braucht, ziehen Sie ab, was ohne Sie hereinkommt, und multiplizieren Sie die Lücke mit den Jahren bis zum Ende der Betreuung. Für die Ausbildung sind 18.000 bis 22.000 Euro je Kind ein brauchbarer Ansatz, für das Begräbnis 6.000 bis 7.000 Euro.

Was die gesetzliche Pension übrig lässt

Die österreichische Witwen- oder Witwerpension ist keine feste Quote. Sie liegt zwischen 0 und 60 Prozent der Pension des Verstorbenen und richtet sich nach dem Verhältnis der Einkommen beider in den letzten zwei Kalenderjahren. Wer selbst deutlich mehr verdient hat als der verstorbene Partner, bekommt wenig oder nichts; wer deutlich weniger verdient hat, bekommt bis zu 60 Prozent. Eine Schutzbestimmung hebt die Pension an, wenn Pension und eigenes Einkommen zusammen unter einem Schutzbetrag bleiben.

Die Waisenpension hängt daran: sie beträgt 40 Prozent der Witwen- oder Witwerpension für Halbwaisen und 60 Prozent für Vollwaisen. Für die Rechnung heißt das zweierlei. Erstens: eine Prozentzahl aus einem deutschen Ratgeber passt hier nicht. Zweitens: gerade wenn der Partner gut verdient, ist die Lücke groß, weil die Pension dann klein ausfällt.

Lebenslage, Summe und Prämie

Die Tabelle zeigt, wo die Rechnung typischerweise landet und was das in Österreich kostet. Die Prämienspannen gelten für gesunde Nichtraucher zwischen 30 und 40 Jahren mit 20 bis 25 Jahren Laufzeit, Versicherungssteuer ist enthalten.

Lesen Sie die erste Zeile mit: es gibt Fälle, in denen Sie keine Summe brauchen. Wer keine Schulden hat und für niemanden sorgt, kauft mit einer Ablebensversicherung nichts, was ihm nützt.

LebenslageEmpfohlene SummePrämienspanne
Single, kein Kredit, keine Unterhaltspflichtkeine, der Schutz ist unnötig0 Euro
Paar ohne Kinder, kein Kreditein bis drei Jahreseinkommenetwa 6 bis 15 Euro im Monat
Paar mit Wohnkredit, keine KinderRestschuld plus zwei Jahreseinkommenetwa 10 bis 30 Euro im Monat
Familie, kleine Kinder, kein Kreditvier bis fünf Jahreseinkommenetwa 15 bis 40 Euro im Monat
Familie, kleine Kinder, WohnkreditRestschuld plus vier bis fünf Jahreseinkommenetwa 20 bis 60 Euro im Monat
Alleinerziehendfünf Jahreseinkommen plus Betreuungskostenetwa 15 bis 45 Euro im Monat

Die Summe darf mit den Jahren sinken

Ihr Bedarf ist nicht konstant. Der Kredit wird getilgt, die Kinder werden älter, das Vermögen wächst. Zwanzig Jahre nach dem Wohnungskauf ist die Restschuld halbiert und das jüngste Kind aus der Schule. Eine Summe, die bis zum letzten Tag gleich hoch bleibt, versichert am Ende einen Bedarf, den es nicht mehr gibt.

Dafür gibt es die fallende Summe: sie sinkt jedes Jahr, meist parallel zum Tilgungsplan, und kostet in Österreich häufig 40 bis 50 Prozent weniger als die gleichbleibende Variante. Sinnvoll ist oft eine Mischung, nämlich eine fallende Summe für den Kredit und eine kleinere gleichbleibende Summe für die Familie.

Schritt für Schritt

  1. Restschuld aller Kredite zum heutigen Tag notieren.
  2. Monatliche Lebenshaltung der Familie ohne Ihr Einkommen schätzen und mit den Jahren multiplizieren, bis das jüngste Kind selbst verdient.
  3. Ausbildungskosten je Kind und Begräbniskosten dazurechnen.
  4. Witwen- oder Witwerpension und Waisenpension bei der Pensionsversicherung erfragen, statt eine Prozentzahl zu schätzen.
  5. Einkommen des Partners und Vermögen abziehen, aufrunden und eine fallende Summe für den Kreditanteil prüfen.

Checkliste

  • Restschuld des Wohnkredits ist vollständig in der Summe enthalten
  • Lebenshaltung bis zum Ende der Betreuung gerechnet, nicht nur drei Jahre
  • Witwen- und Waisenpension konkret erfragt, nicht aus einem deutschen Ratgeber übernommen
  • Nachversicherungsgarantie für Geburt, Wohnungskauf und Heirat vereinbart
  • Laufzeit endet, wenn der Bedarf endet, nicht Jahre später

Häufige Fehler

  • Nur die Faustregel nehmen und den Wohnkredit vergessen
  • Die Witwenpension mit 60 Prozent ansetzen, obwohl sie vom Einkommensverhältnis abhängt und niedriger ausfallen kann
  • Die Summe klein halten, damit die Prämie klein bleibt, statt eine fallende Summe zu wählen
  • Nur den Hauptverdiener versichern, obwohl die Betreuung der Kinder im Todesfall auch bezahlt werden muss

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Welche Versicherungssumme ist in Österreich üblich?

Ohne Kredit meist 100.000 bis 250.000 Euro, mit Wohnkredit und kleinen Kindern 250.000 bis 500.000 Euro.

Reichen drei Bruttojahreseinkommen?

Nur ohne größere Schulden und ohne kleine Kinder. Mit Wohnkredit oder jungen Kindern ist das zu niedrig.

Wie hoch ist die Witwenpension?

Zwischen 0 und 60 Prozent der Pension des Verstorbenen, je nach Verhältnis der Einkommen in den letzten zwei Kalenderjahren. Eine Schutzbestimmung kann sie anheben.

Was bekommen die Kinder?

Waisenpension, nämlich 40 Prozent der Witwenpension je Halbwaise und 60 Prozent bei Vollwaisen, bis 18 Jahre und bei Ausbildung länger.

Kann ich die Summe später erhöhen?

Mit einer Nachversicherungsgarantie ja, bei Heirat, Geburt oder Wohnungskauf ohne neue Gesundheitsprüfung. Vereinbaren Sie sie beim Abschluss.

Ist die Prämie steuerlich absetzbar?

Nein, seit 2021 nicht mehr als Sonderausgabe. In der Prämie stecken dafür 4 Prozent Versicherungssteuer.

Darf die Summe mit den Jahren sinken?

Ja, und bei einem Kredit ist das meist der bessere Weg. Die fallende Summe folgt dem Tilgungsplan und kostet oft 40 bis 50 Prozent weniger.

Quellen

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