Alles zur Versicherung: Berufsunfähigkeit
Bekomme ich eine Pension, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann?
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Kurz gesagt
So früh wie möglich. Zwei Dinge steigen mit dem Alter: die Prämie und das Risiko, dass eine Diagnose zu Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung führt. Ein gesunder Bürotätiger zahlt mit 25 Jahren für 1.000 Euro Monatsrente etwa 25 bis 35 Euro, mit 45 Jahren eher 55 bis 85 Euro. Mit Mitte vierzig lohnt der Abschluss weiter, die Auswahl an Anbietern wird aber kleiner.
Veröffentlichte Prämienbeispiele österreichischer Tarife, gesund, Laufzeit bis zum Regelpensionsalter.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| 25 Jahre, Bürotätigkeit, 1.000 Euro Rente | etwa 25 bis 35 Euro im Monat |
| 29 Jahre, Softwareentwickler, 1.000 Euro Rente | ab etwa 20 Euro im Monat |
| 36 Jahre, Einkaufsleiter, 1.500 Euro Rente | rund 85 Euro im Monat |
| 43 Jahre, Elektriker, 3.000 Euro Rente | ab etwa 240 Euro im Monat |
| Zuschlag bei leichten Vorerkrankungen | bis 50 Prozent |
| Gesamtaufwand über die Laufzeit, Büro, 1.000 Euro Rente | rund 14.400 Euro ab 25 Jahren, rund 19.200 Euro ab 45 Jahren |
Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Prämienbeispielen; Voraussetzungen der staatlichen Pension nach Angaben der Pensionsversicherungsanstalt. Die Staffel nach Eintrittsalter und die Gesamtaufwände sind daraus gerechnet und gerundet, also Richtwerte aus der Angebotspraxis; eine Wertanpassung ist darin nicht enthalten. Ihr genaues Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Gleicher Beruf, gleiche Rente, gleiches Endalter. Nur der Start ist verschieden.
| Eintritt mit 25 | etwa 30 Euro im Monat, 480 Monate, rund 14.400 Euro |
| Eintritt mit 35 | etwa 48 Euro im Monat, 360 Monate, rund 17.300 Euro |
| Eintritt mit 45 | etwa 80 Euro im Monat, 240 Monate, rund 19.200 Euro |
| Kosten je geschütztes Jahr | rund 360 Euro mit 25, rund 580 Euro mit 35, rund 960 Euro mit 45 |
Der frühe Vertrag kostet in Summe am wenigsten und schützt doppelt so lange. Je geschütztes Jahr ist der Abschluss mit 25 rund ein Drittel des Aufwands von 45. Gerundete Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Die erste Uhr ist die Prämie. Sie wird beim Eintritt festgelegt und bleibt dann stehen, deshalb schleppt jedes Jahr Wartezeit einen Aufschlag über die gesamte Laufzeit mit. Ein gesunder Bürotätiger zahlt mit 25 Jahren etwa 25 bis 35 Euro für 1.000 Euro Monatsrente. Ein Einkaufsleiter mit 36 Jahren zahlt rund 85 Euro für 1.500 Euro Rente, ein Elektriker mit 43 Jahren ab rund 240 Euro für 3.000 Euro Rente.
Die zweite Uhr ist die Gesundheit, und sie wird meist unterschätzt. Mit den Jahren kommen Diagnosen dazu: ein Bandscheibenvorfall, eine Psychotherapie, erhöhter Blutdruck. Schon leichte Vorerkrankungen wie chronische Rückenschmerzen oder Asthma führen zu Zuschlägen bis 50 Prozent, schwerere zu Aufschlägen bis 100 Prozent oder zur Ablehnung.
Der Unterschied zwischen beiden Uhren ist grundlegend. Eine höhere Prämie können Sie bezahlen. Einen Ausschluss für Rücken oder Psyche können Sie nicht bezahlen, und genau diese Leiden führen am häufigsten zur Berufsunfähigkeit. Auf den Staat zu warten hilft nicht: den Tätigkeitsschutz, der eine Verweisung auf ganz andere Arbeit verhindert, gibt es erst ab 60 und nur nach zehn Jahren derselben Tätigkeit in den letzten 15.
| Eintrittsalter | Prämie im Monat, Büro, 1.000 Euro Rente bis 65 | Annahme nach der Gesundheitsprüfung |
|---|---|---|
| bis 25 | etwa 25 bis 35 Euro | fast immer zu normalen Bedingungen |
| 26 bis 35 | etwa 35 bis 55 Euro | meist ohne Zuschlag, erste Ausschlüsse für Rücken und Psyche |
| 36 bis 45 | etwa 55 bis 85 Euro | häufiger Zuschlag oder Ausschluss, Voranfrage lohnt sich |
| 46 bis 50 | etwa 85 bis 120 Euro | engere Auswahl, strengere Prüfung, oft Arztbericht nötig |
| ab 51 | nur noch einzelne Angebote | viele Versicherer nehmen keinen Antrag mehr an |
Der naheliegende Einwand lautet: wer früher anfängt, zahlt mehr Monate, also insgesamt mehr. Das stimmt nur, wenn man die geschützten Jahre wegrechnet. Weil die Prämie zu Vertragsbeginn festgelegt wird und danach stehen bleibt, liegt der Gesamtaufwand über die Laufzeit nah beieinander, obwohl die Schutzdauer weit auseinandergeht.
Im Rechenbeispiel unten kostet der Vertrag ab 25 rund 14.400 Euro für 40 geschützte Jahre, der Vertrag ab 45 rund 19.200 Euro für 20 geschützte Jahre. Je geschütztes Jahr ist der frühe Abschluss also nicht nur billiger, sondern nicht einmal halb so teuer, und in Summe zahlt er obendrein weniger.
Ja, wenn die Gesundheit mitspielt und die Prämie tragbar ist. Der Grund ist nüchtern: die Jahre zwischen 45 und 60 sind die teuersten eines Arbeitslebens. Das Einkommen ist am höchsten, Kredit und Familie hängen daran, und das Risiko einer Berufsunfähigkeit steigt in genau dieser Zeit deutlich. Wer hier ausfällt und nichts hat, verliert mehr als mit 30.
Die Grenzen sollen offen genannt werden. Das höchste Eintrittsalter liegt bei vielen österreichischen Tarifen bei 50, einzelne gehen bis 55. Die Prüfung wird strenger, Arztberichte werden verlangt, die Auswahl schrumpft auf wenige Häuser. Wird die Prämie zu hoch, senken Sie besser die Rente als die Laufzeit: ein Vertrag, der mit 60 endet, fehlt gerade in den letzten und riskantesten Berufsjahren. Geht gar nichts mehr, bleiben Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsschutz als schwächerer Ersatz.
Ein Vertrag, der mit 22 beginnt, muss vierzig Jahre halten, in denen sich Beruf, Einkommen und Familie mehrmals ändern. Vier Punkte entscheiden darüber, ob er das schafft. Erstens die Nachversicherungsgarantien: Rente später erhöhen ohne neue Gesundheitsfragen, bei Berufseinstieg, Gehaltssprung, Heirat, Geburt eines Kindes und Wohnungskauf. Zweitens der Verzicht auf die Verweisung auf einen nie ausgeübten Beruf, denn genau daran scheitert die staatliche Pension so oft.
Drittens die Wertanpassung: sie hebt Prämie und Rente jährlich um einen festen Prozentsatz, damit 1.500 Euro nach zwanzig Jahren nicht zur Hälfte von der Inflation aufgezehrt sind. Viertens die Verlängerungsoption: sie erlaubt es, die Laufzeit später ohne neue Gesundheitsprüfung zu verlängern, wenn sich das Regelpensionsalter verschiebt.
Zwei Fälle brauchen keine Eile. Wer bis zur Pension sicher von Vermögen oder Mieteinnahmen leben kann, braucht keinen Einkommensschutz. Und wer schon eine BU hat, braucht keine zweite, sondern die Erhöhung des bestehenden Vertrags über die Nachversicherungsgarantie, denn der alte Vertrag trägt das alte Eintrittsalter und die alten Gesundheitsangaben.
Nicht in diese Reihe gehört das Argument, man verdiene noch zu wenig. Eine kleine Rente jetzt ist besser als eine große in fünf Jahren, weil die Erhöhung später ohne Gesundheitsfragen möglich ist, ein Neuabschluss aber nicht. Wer selbständig wird, sollte den Schutz ohnehin neu rechnen: für die Sozialversicherung der Selbständigen gelten eigene und engere Regeln.
Fragen und Antworten
Je nach Anbieter ab dem Schulalter, oft ab zehn Jahren. Schul-, Lehr- und Studienzeit gelten dabei als Tätigkeit.
Bei vielen österreichischen Tarifen bis 50, einzelne bis 55. Danach nehmen die meisten Versicherer keinen Antrag mehr an.
Ja, wenn Gesundheit und Prämie es zulassen, denn die Jahre bis zur Pension sind die teuersten. Rechnen Sie mit höheren Prämien und weniger Auswahl.
Nein. Sie wird zu Vertragsbeginn festgelegt. Nur eine vereinbarte Wertanpassung hebt Prämie und Rente an.
Das Recht, die Laufzeit später ohne neue Gesundheitsprüfung zu verlängern, etwa wenn sich das Regelpensionsalter verschiebt.
Ein Jahr warten. Die Rente lässt sich später über die Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsfragen erhöhen, ein neuer Vertrag nicht.
In der Regel erhöhen. Der alte Vertrag trägt Ihr damaliges Eintrittsalter und Ihre damalige Gesundheit, beides bekommen Sie heute nicht mehr.
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