Alles zur Versicherung: Berufsunfähigkeit
Bekomme ich eine Pension, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann?
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Kurz gesagt
Ja, aus zwei Gründen, die zusammengehören. Ohne Versicherungsmonate am Pensionskonto bleibt von der staatlichen Berufsunfähigkeitspension fast nichts, und Berufsschutz haben Studierende gar keinen: verwiesen wird dann auf den ganzen Arbeitsmarkt. Dazu ist die Prämie nie wieder so niedrig, sie beginnt im Studium bei etwa 20 Euro im Monat.
Veröffentlichte Prämienbeispiele österreichischer Tarife, gesund, Laufzeit bis zum Regelpensionsalter.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Studierende, 1.000 Euro Monatsrente | ab etwa 20 Euro im Monat |
| 25 Jahre, Bürotätigkeit, 1.000 Euro Rente | etwa 25 bis 35 Euro im Monat |
| 25 Jahre, Bürotätigkeit, 2.000 Euro Rente | rund 35 Euro im Monat |
| Junger Mensch in Handwerk, Bau oder Pflege | ab etwa 70 Euro im Monat |
| Zuschlag bei leichten Vorerkrankungen wie Asthma oder Rückenschmerz | bis 50 Prozent |
| Zuschlag bei schweren Vorerkrankungen | bis 100 Prozent oder Ablehnung |
Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Prämienbeispielen; Voraussetzungen der staatlichen Pension nach Angaben der Pensionsversicherungsanstalt. Die Aufteilung nach Studienrichtung und die Gesamtprämien im Rechenbeispiel sind gerundete Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihr genaues Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Dieselbe Person, dieselbe Rente, zehn Jahre Unterschied im Eintrittsalter.
| Prämie bei Abschluss mit 22 | etwa 35 Euro im Monat |
| Gesamtaufwand, mit 22 begonnen | 516 Monate, rund 18.100 Euro |
| Prämie bei Abschluss mit 32 | etwa 55 Euro im Monat |
| Gesamtaufwand, mit 32 begonnen | 396 Monate, rund 21.800 Euro |
| Geschützte Jahre | 43 Jahre gegen 33 Jahre |
Der frühe Vertrag kostet über die Laufzeit rund 3.700 Euro weniger und schützt zehn Jahre länger. Dazu kommt, was sich nicht in Euro rechnen lässt: mit 22 sind die Gesundheitsfragen leicht zu beantworten. Gerundete Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Die Wartezeit ist in Österreich milder als oft behauptet: Vor dem 27. Geburtstag genügen sechs Versicherungsmonate, erst danach verlangt die Pensionsversicherung 60 Versicherungsmonate in den letzten 120 Kalendermonaten. Wer also ein Jahr gearbeitet hat, bevor er zu studieren begann, kann die Hürde erfüllen.
Nur nützt das wenig. Die Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension wird aus dem Pensionskonto berechnet, und im Studium steht dort fast nichts. Studienzeiten sind keine Beitragszeiten mehr, sie lassen sich nur gegen Geld nachkaufen. Eine geringfügige Beschäftigung bringt ebenfalls keine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung. Wer mit 23 während des Studiums ausfällt, bekommt also entweder gar nichts oder einen Betrag, der die Miete nicht deckt.
Wer ab dem 1. Jänner 1964 geboren ist und voraussichtlich wieder gesund wird, erhält ohnehin keine befristete Pension, sondern Rehabilitationsgeld oder Umschulungsgeld. Das wird regelmäßig überprüft und ist keine Pension.
Berufsschutz nach dem ASVG hat, wer in den letzten 15 Jahren mindestens 90 Pflichtversicherungsmonate in einem erlernten oder angelernten Beruf oder als Angestellter gearbeitet hat. Für Berufsanfänger gibt es eine Milderung: liegen seit dem Ende der Ausbildung weniger als 15 Jahre, genügt die Hälfte der Kalendermonate, mindestens aber zwölf Pflichtversicherungsmonate.
Studierende erfüllen auch das nicht. Ohne Berufsschutz prüft die Pensionsversicherung, ob Sie irgendeine zumutbare Tätigkeit am Arbeitsmarkt ausüben können. Wer noch Portier oder Bürohilfe sein könnte, bekommt keine Pension. Der Abschluss ändert das nicht sofort: der Berufsschutz entsteht erst durch Jahre qualifizierter Arbeit danach. Die private BU stellt dagegen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ab und zahlt bei guten Tarifen auch, wenn das Studium selbst zu mindestens 50 Prozent nicht mehr möglich ist.
Die Prämie richtet sich nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand, und beide stehen im Studium günstig. Was zu Vertragsbeginn festgelegt wird, bleibt über die Laufzeit stehen. Ein gesunder Bürotätiger zahlt mit 25 Jahren für 1.000 Euro Monatsrente etwa 25 bis 35 Euro, für 2.000 Euro rund 35 Euro. In Handwerk und Pflege beginnt es auch bei jungen Menschen bei etwa 70 Euro.
Die Studienrichtung entscheidet über die Einstufung, weil es noch keine Tätigkeit gibt, nach der man einstufen könnte. Die Tabelle zeigt die Bandbreite, die in der Angebotspraxis vorkommt.
| Studienrichtung | Prämie mit 20 Jahren, 1.000 Euro Rente bis 65 | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Informatik, Technik ohne Werkstattanteil | etwa 20 bis 28 Euro | beste Einstufung, höhere Rente gleich mitvereinbaren |
| Wirtschaft, Recht | etwa 22 bis 30 Euro | Praktika und Ferialjobs im Antrag angeben |
| Naturwissenschaft mit Laborarbeit | etwa 25 bis 35 Euro | Umgang mit Chemikalien wird gefragt |
| Lehramt | etwa 30 bis 40 Euro | Klausel für den späteren Schuldienst prüfen |
| Soziale Arbeit, Pflege, Medizin mit Praktikum | etwa 40 bis 70 Euro | körperliche und psychische Belastung, Rente nicht zu klein wählen |
| Kunst, Musik, Sport | etwa 40 bis 80 Euro | Ausschluss für das Instrument oder die Sportart möglich |
Fragen Sie vor der Unterschrift, wie der Vertrag mit dem Abschluss umgeht. Gute Tarife passen die Einstufung nach dem Studienabschluss ohne erneute Gesundheitsprüfung an oder verbessern sie, wenn der Beruf günstiger eingestuft ist. Ohne diese Klausel bleibt eine teure Einstufung stehen.
Ebenso wichtig: die Nachversicherungsgarantie. Sie erlaubt es, die Rente später ohne neue Gesundheitsfragen zu erhöhen, bei Studienabschluss, Berufseinstieg, Gehaltssprung, Heirat, Geburt eines Kindes und Kauf einer Wohnung. In diesem Alter ist das der wichtigste Baustein überhaupt, denn mit 20 wissen Sie nicht, was Sie mit 30 verdienen. Achten Sie auf die Frist, oft sechs Monate nach dem Ereignis, in guten Verträgen zwölf.
Mehrere Versicherer bieten Tarife für unter Dreißigjährige mit gesenkter Prämie in den ersten fünf Vertragsjahren, während die vereinbarte Rente von Anfang an voll gilt. Danach steigt die Prämie in einem oder mehreren Schritten auf die volle Höhe.
Das sei offen gesagt: über die ganze Laufzeit wird es dadurch nicht billiger, sondern etwas teurer, und je länger die Rabattphase läuft, desto größer der Unterschied. Ein Starttarif ist eine Brücke für die Studienjahre, kein Sparmodell, und immer besser als zu warten.
Fragen und Antworten
Ja. Prämie und Gesundheitsprüfung sind dann am günstigsten, und der staatliche Schutz fehlt von Anfang an fast vollständig.
Vor dem 27. Geburtstag genügen sechs Versicherungsmonate für die Wartezeit. Die Höhe hängt aber am Pensionskonto und ist dann sehr gering.
So hoch wie möglich, meist 1.000 bis 2.000 Euro. Sie soll die Fixkosten decken, denn Ausgleich vom Staat ist kaum zu erwarten.
Gute Tarife stellen das Studium der Berufstätigkeit gleich und zahlen, wenn Sie es zu mindestens 50 Prozent nicht mehr schaffen. Das steht nicht in jedem Vertrag.
Erst nach Jahren qualifizierter Arbeit. Im Regelfall verlangt das Gesetz 90 Pflichtversicherungsmonate in den letzten 15 Jahren.
Ja. Der Vertrag läuft auf Ihren Namen, gezahlt werden darf von einem anderen Konto. Alter und Gesundheit der versicherten Person zählen.
Nein. Sie zahlt nur nach Unfällen, und die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen durch Krankheit, vor allem Rücken und Psyche.
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Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Österreich?
Für 1.500 Euro Monatsrente zahlen Sie in einem Büroberuf meist etwa 50 bis 85 Euro Prämie im Monat, ein 36-jähriger Ei …
Worauf muss ich in Österreich bei den Gesundheitsfragen achten?
Beantworten Sie jede Frage genau so, wie sie gestellt ist, und stützen Sie sich auf Ihre Krankengeschichte, nicht auf …
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