Alles zur Versicherung: Ablebensversicherung
Wie hoch soll die Ablebensversicherung sein?
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Kurz gesagt
Die Ablebensversicherung zahlt nur, wenn Sie in der Laufzeit sterben. Sie hat keinen Sparanteil und kostet mit 30 Jahren für 200.000 Euro über 20 Jahre etwa 9 bis 19 Euro im Monat. Die Er- und Ablebensversicherung spart zusätzlich Kapital an und zahlt auch, wenn Sie den Vertrag erleben; bei gleicher Summe kostet sie ein Vielfaches. Auf beide Prämien kommen 4 Prozent Versicherungssteuer.
Prämien, Zinssätze und Kosten aus veröffentlichten österreichischen Modellrechnungen und amtlichen Quellen.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Ablebensschutz 200.000 Euro, 30 Jahre alt, 20 Jahre Laufzeit | etwa 9 bis 19 Euro im Monat |
| Ablebensschutz 100.000 Euro, 30 Jahre alt, 10 Jahre Laufzeit | ab etwa 2,53 Euro im Monat |
| Ablebensschutz 100.000 Euro, 60 Jahre alt, 10 Jahre Laufzeit | ab etwa 31,88 Euro im Monat |
| Er- und Ablebensversicherung mit 200.000 Euro garantierter Summe, 20 Jahre | rechnerisch über 800 Euro im Monat |
| Einrichtungskosten laut Erhebung der Arbeiterkammer | 340 bis 1.440 Euro je Vertrag |
| Unterjährigkeitszuschlag bei monatlicher Zahlung | bis zu 3 Prozent bei sechs von elf Versicherern |
| Höchstzinssatz der FMA | 0,0 Prozent seit 1. Juli 2022, 0,5 Prozent 2017, 1,0 Prozent 2016, 4,0 Prozent um 2000 |
| Steuern | 4 Prozent Versicherungssteuer auf laufende Prämien, 11 Prozent bei kurzem Einmalerlag, 27,5 Prozent KESt im Depot |
Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Modellrechnungen und amtlichen Quellen. Die Monatsprämie einer Er- und Ablebensversicherung mit 200.000 Euro garantierter Summe und die Endwerte im Rechenbeispiel sind eigene Rechnungen mit den genannten Annahmen, also Richtwert aus der Angebotspraxis und keine Zusage. Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit, Beruf und Laufzeit ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Eine 30 Jahre alte Nichtraucherin hat 150 Euro im Monat übrig und will die Familie absichern. Weg 1 trennt Schutz und Sparen, Weg 2 nimmt eine Er- und Ablebensversicherung.
| Weg 1: Ablebensschutz 200.000 Euro über 25 Jahre | etwa 12 Euro im Monat samt Versicherungssteuer |
| Weg 1: Rest in einen breit gestreuten Indexfonds | 138 Euro im Monat, eingezahlt 41.400 Euro |
| Weg 1: Endstand bei 5 bis 6 Prozent, nach 27,5 Prozent KESt | etwa 71.000 bis 81.000 Euro, ohne Garantie |
| Weg 2: Er- und Ablebensversicherung mit 150 Euro im Monat | eingezahlt 45.000 Euro, davon 1.800 Euro Versicherungssteuer |
| Weg 2: Ablaufleistung bei 2 bis 2,5 Prozent nach Kosten, ohne KESt | etwa 58.000 bis 62.000 Euro, garantiert davon rund 38.000 bis 43.000 Euro |
Weg 1 deckt 25 Jahre lang 200.000 Euro ab und endet meist mit 10.000 bis 20.000 Euro mehr, trägt dafür das Kursrisiko. Weg 2 spart die KESt, garantiert als Todesfallsumme aber nur rund ein Fünftel. Eigene Rechnung mit den genannten Annahmen, keine Zusage.
In Österreich heißt der reine Todesfallschutz Ablebensversicherung. Ihre Prämie deckt das Sterberisiko und die Verwaltung, sonst nichts. Erleben Sie das Ende der Laufzeit, gibt es kein Geld zurück, dafür war das Risiko die ganze Zeit gedeckt. Genau darum ist sie so billig.
Die Er- und Ablebensversicherung ist das klassische Sparmodell: Todesfallschutz plus Kapitalaufbau in einem Vertrag. Ein Teil der Prämie trägt das Risiko, ein Teil wird angespart, ein Teil deckt Abschluss- und Verwaltungskosten. Sie zahlt auch im Erlebensfall, aber die Summe muss vorher aus Ihren Prämien zusammenkommen. Das erklärt den ganzen Unterschied im Preis.
| Merkmal | Ablebensversicherung | Er- und Ablebensversicherung |
|---|---|---|
| Leistung | nur bei Tod in der Laufzeit | bei Tod und bei Ablauf |
| Sparanteil | keiner | ja, mit Höchstzinssatz auf den Sparanteil |
| Prämie bei 200.000 Euro über 20 Jahre | etwa 9 bis 19 Euro im Monat | rechnerisch über 800 Euro im Monat |
| Versicherungssteuer | 4 Prozent auf die Prämie | 4 Prozent, auch auf den Sparanteil |
| KESt auf Erträge | kein Thema, es gibt keine Erträge | keine KESt bei erfüllter Mindestlaufzeit |
| Rückkaufswert | gibt es nicht | in den ersten Jahren deutlich unter den Prämien |
| Kündigung | jederzeit ohne Verlust | kostet Geld, oft viel |
Die FMA setzt den Höchstzinssatz, also die Obergrenze für das, was ein Versicherer in der klassischen Lebensversicherung garantieren darf. Er liegt für neue Verträge seit 1. Juli 2022 bei 0,0 Prozent. Um das Jahr 2000 waren es 4,0 Prozent, 2016 noch 1,0 Prozent, 2017 dann 0,5 Prozent. Bei einem Neuabschluss garantiert die Polizze also im Kern nur, dass ein Teil Ihrer Prämien wieder herauskommt.
Was darüber hinaus in Aussicht gestellt wird, ist Gewinnbeteiligung, und die ist unverbindlich. Der Versicherer stellt sie in Aussicht, verspricht sie aber nicht. Wer die Zahl aus dem Angebotsblatt für eine Zusage nimmt, rechnet mit Geld, das niemand schuldet.
In Österreich fällt auf Lebensversicherungsprämien Versicherungssteuer an, in Deutschland nicht. Bei laufender Prämienzahlung sind es 4 Prozent. Beim reinen Ablebensschutz ist das verkraftbar, beim Sparvertrag trifft es auch den Sparanteil: Von 100 Euro Sparrate bleiben rechnerisch nur 96,15 Euro für die Anlage übrig, bevor die Kosten des Vertrags überhaupt anfangen.
Bei einem Einmalerlag mit kurzer Laufzeit gelten 11 Prozent, nämlich unter 10 Jahren, wenn die versicherte Person mindestens 50 ist, und unter 15 Jahren, wenn sie jünger ist. Wird ein Vertrag vor Ablauf dieser Fristen aufgelöst, kann die Steuer nachträglich auf 11 Prozent steigen. Lassen Sie sich die Steuer im Angebot getrennt ausweisen.
Die Arbeiterkammer hat bei der Vorsorge Einrichtungskosten zwischen 340 und 1.440 Euro gefunden, und sechs von elf Versicherern verlangen bei monatlicher Zahlung einen Unterjährigkeitszuschlag von bis zu 3 Prozent. Diese Beträge fallen am Anfang an, deshalb liegt der Rückkaufswert in den ersten Jahren deutlich unter den eingezahlten Prämien.
Ein Punkt spricht in Österreich für die Polizze, und den soll man nennen: Erträge aus einer Lebensversicherung bleiben bei erfüllter Mindestlaufzeit ohne KESt, während Kursgewinne im Wertpapierdepot mit 27,5 Prozent besteuert werden. Das ist ein echter Vorteil. Er wiegt die Kosten und den fehlenden Garantiezins in der Rechnung unten aber meist nicht auf.
Offen gesagt: Schutz und Sparen zu trennen ist in aller Regel die günstigere Lösung, und die klassische Er- und Ablebensversicherung wird von Konsumentenschützern seit Jahren nicht mehr als Sparprodukt empfohlen. Der reine Ablebensschutz ist einfach, vergleichbar und kostet einen Bruchteil.
Zwei Ausnahmen sind ernst zu nehmen. Alte Polizzen mit 3,25 oder 4,0 Prozent Garantie sind heute nicht mehr zu bekommen und gehören nicht gekündigt. Und wer ohne festen Vertrag erfahrungsgemäß nicht spart, weil der Dauerauftrag ins Depot immer wieder gestoppt wird, fährt mit einem Vertrag, der einfach weiterläuft, besser als mit einem Plan, den er nicht einhält.
Nehmen Sie die letzte Wertmitteilung zur Hand: Abschlussjahr, garantierter Zinssatz, Rückkaufswert, garantierte Ablaufleistung. Aus diesen vier Zahlen ergibt sich fast immer die Antwort. Rechnen lassen, bevor Sie etwas ändern.
Kündigen ist die teuerste der Möglichkeiten und trotzdem die häufigste. Prämienfreistellen hält den alten Zinssatz und stoppt nur das Einzahlen, eine Prämienstundung überbrückt eine enge Phase, und auch in Österreich gibt es Ankäufer für laufende Polizzen.
| Ihr Fall | Empfehlung |
|---|---|
| Polizze von vor 2001, hoher garantierter Zinssatz | weiterlaufen lassen, notfalls Prämien stunden |
| Polizze läuft noch unter 10 bzw. 15 Jahren | nicht auflösen, sonst droht die Steuer von 11 Prozent |
| Prämie tut weh, Vertrag ist älter | prämienfrei stellen statt kündigen |
| Geld wird jetzt gebraucht | Rückkaufswert und Ankaufsangebot vergleichen |
| Vertrag läuft erst wenige Jahre | erst rechnen lassen, der Rückkaufswert ist jetzt am schlechtesten |
| Neuabschluss geplant | Ablebensschutz und Anlage getrennt, das ist meist günstiger |
Fragen und Antworten
Bei gleicher Todesfallsumme die reine Ablebensversicherung, und zwar um ein Vielfaches. 200.000 Euro über 20 Jahre kosten mit 30 Jahren etwa 9 bis 19 Euro im Monat. Ein Sparvertrag müsste dieselbe Summe ansparen und läge rechnerisch über 800 Euro.
Nein. Erleben Sie das Ende der Laufzeit, endet der Vertrag ohne Auszahlung. Das ist gewollt und der Grund für die niedrige Prämie.
Für neue klassische Verträge liegt der Höchstzinssatz der FMA seit 1. Juli 2022 bei 0,0 Prozent. Um das Jahr 2000 waren 4,0 Prozent möglich, 2016 noch 1,0 Prozent.
Auf laufende Lebensversicherungsprämien 4 Prozent. Bei einem Einmalerlag mit kurzer Laufzeit sind es 11 Prozent, und bei vorzeitiger Auflösung kann der höhere Satz nachträglich fällig werden.
Bei einer Lebensversicherung mit erfüllter Mindestlaufzeit fällt keine KESt an. Das ist der steuerliche Vorteil gegenüber dem Depot, wo Kursgewinne mit 27,5 Prozent besteuert werden.
Meist nicht ohne Rechnung. Ist der garantierte Zinssatz hoch oder die Steuerfrist noch offen, ist Durchhalten oft richtig. Brauchen Sie Luft, ist Prämienfreistellen fast immer besser als Kündigen.
Bei einer alten Polizze mit hohem garantierten Zinssatz, und bei Menschen, die ohne festen Vertrag nicht zum Sparen kommen. Für einen Neuabschluss als Geldanlage sprechen Kosten und Nullzins dagegen.
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