Brauchen Sie als Mieter in Österreich Schutz vor Naturkatastrophen?
Kurz gesagt
Als Mieter brauchen Sie in Österreich keine eigene Polizze für Naturkatastrophen, sondern den passenden Baustein in Ihrer Haushaltsversicherung. Das Gebäude versichert der Eigentümer. Achtung: In der Grunddeckung sind Hochwasser, Überschwemmung, Vermurung und Lawine meist nur mit 3.000 bis 10.000 Euro je Schadenfall gedeckt. Erweitert sind es meist 20.000 bis 40.000 Euro.
Jahresprämien für Haushaltsversicherungen in Österreich und die üblichen Entschädigungssummen für Naturkatastrophen, Stand 2026.
Beispiel
Richtwert
Mietwohnung 90 Quadratmeter, ohne Selbstbehalt
etwa 155 bis 295 Euro im Jahr
Mietwohnung 90 Quadratmeter, Selbstbehalt bis 200 Euro
etwa 122 bis 236 Euro im Jahr
Wohnung 70 Quadratmeter in Wien
etwa 6 bis 15 Euro im Monat
Naturkatastrophen in der Grunddeckung
meist 3.000 bis 10.000 Euro Entschädigung je Schadenfall
Erweiterte Naturkatastrophen-Deckung
meist 20.000 bis 40.000 Euro Entschädigung je Schadenfall
Richtwerte, Stand September 2026.
Die Prämien für die Mietwohnung stammen aus einem Vergleich der Arbeiterkammer Oberösterreich mit
Stand Jänner 2026 und gelten für das gesamte Paket, nicht nur für den Naturkatastrophen-Baustein.
Der reine Aufpreis für die erweiterte Deckung ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis und liegt
je nach Anbieter und Lage bei einigen zehn Euro im Jahr.
Ihr genaues Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Mietwohnung im Erdgeschoß, Keller, Überschwemmung mit 15.000 Euro Schaden
Nach einem Starkregen steht das Wasser im Keller und im Wohnzimmer. Möbel, Waschmaschine, Fahrräder und Elektronik sind hin.
Schaden am Hausrat
15.000 Euro
Grunddeckung, angenommen 5.000 Euro Höchstsumme
5.000 Euro, Rest bleibt bei Ihnen
Erweiterte Deckung mit 25.000 Euro
15.000 Euro, der Schaden ist voll gedeckt
Selbstbehalt
zum Beispiel 200 Euro je Schaden
Mehrprämie für die erweiterte Deckung
Richtwert aus der Angebotspraxis: einige zehn Euro im Jahr
Ohne erweiterte Deckung bleiben rund 10.000 Euro an Ihnen hängen, mit erweiterter Deckung nur der Selbstbehalt. Schadenhöhe und Höchstsumme sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Wer versichert was, wenn Sie zur Miete wohnen
In Österreich trennt man Gebäude und Einrichtung genauso wie in Deutschland. Der Eigentümer versichert das Haus über eine Eigenheim- oder Gebäudeversicherung, deren Prämie üblicherweise über die Betriebskosten verrechnet wird. Sie finden sie daher in Ihrer Betriebskostenabrechnung wieder.
Ihre eigenen Sachen, also Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Fahrräder und Werkzeug, sind nur über Ihre Haushaltsversicherung gedeckt. Sie brauchen also keine zweite Polizze, sondern den richtigen Baustein in der bestehenden.
Was beschädigt wird
Wer versichert das
Welche Versicherung
Mauern, Fenster, Estrich, Heizung
der Eigentümer
Eigenheim- oder Gebäudeversicherung
Möbel, Kleidung, Geräte, Fahrrad
Sie als Mieter
Haushaltsversicherung
Sachen im Kellerabteil
Sie als Mieter
Haushaltsversicherung, oft mit eigener Grenze
Schaden, den Sie beim Nachbarn verursachen
Sie als Mieter
Haftpflicht in der Haushaltsversicherung
Die Grunddeckung ist eng begrenzt
Sturm, Hagel, Steinschlag, Felssturz und Schneedruck sind in der Haushaltsversicherung meist ohne Aufpreis enthalten. Hochwasser, Überschwemmung, Vermurung und Lawine gelten dagegen als außergewöhnliche Naturkatastrophen und sind nur mit einer kleinen Summe gedeckt.
Diese Summe liegt je nach Anbieter zwischen 3.000 und 10.000 Euro je Schadenfall. Ein vollgelaufener Keller mit Waschmaschine, Fahrrädern und Kellerabteil ist damit schnell erschöpft. Gegen Aufpreis heben viele Anbieter die Summe auf 20.000 bis 40.000 Euro an, einzelne auch höher.
Prüfen Sie den Betrag in Ihrer Polizze nach. Der Satz, dass Überschwemmung mitversichert ist, sagt nichts über die Höhe aus, und genau darauf kommt es an.
Schutz
Entschädigung je Schadenfall
Was das praktisch heißt
Grunddeckung
3.000 bis 10.000 Euro
reicht für Aufräumen und einige Geräte
Erweiterte Deckung
20.000 bis 40.000 Euro
deckt einen ausgeräumten Keller und beschädigte Wohnräume
Höhere Summen bei einzelnen Anbietern
nach Vereinbarung
für wertvolle Einrichtung im Erdgeschoß
Kein Baustein
0 Euro
nur Beihilfe aus dem Katastrophenfonds des Landes
Was die Haushaltsversicherung kostet und was der Selbstbehalt bringt
Die Prämie gilt immer für das ganze Paket, nicht nur für den Naturkatastrophen-Teil. Für eine Mietwohnung mit 90 Quadratmetern lagen die Jahresprämien in einem Vergleich der Arbeiterkammer Oberösterreich vom Jänner 2026 bei etwa 155 bis 295 Euro ohne Selbstbehalt und bei etwa 122 bis 236 Euro mit einem Selbstbehalt bis 200 Euro.
Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung in Wien werden Monatsprämien von etwa 6 bis 15 Euro genannt. Wie groß die Spanne ist, hängt von Wohnfläche, Versicherungssumme, Selbstbehalt und den gewählten Bausteinen ab.
Ein Selbstbehalt von 150 bis 200 Euro senkt die Prämie um rund 10 bis 15 Prozent, einer von 300 bis 500 Euro um rund 20 bis 30 Prozent. Das ist der einfachste Hebel, wenn Sie den erweiterten Naturkatastrophen-Schutz mitnehmen, die Prämie aber halten wollen.
Was der Katastrophenfonds leistet und was nicht
Was Ihre Polizze nicht deckt, kann über das Bundesland eine Beihilfe aus dem Katastrophenfonds bekommen. Die Beihilfe ersetzt nur einen Teil des Schadens, die Sätze legt jedes Bundesland selbst fest, und ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Versicherungsleistungen werden dabei angerechnet. Der Fonds ist also für das gedacht, was nicht versichert ist, und kein Ersatz für einen ordentlichen Baustein. Planen Sie nicht damit, wenn Sie über die Prämie entscheiden.
Wann Sie im Dachgeschoß verzichten können
Ehrlich gesagt: Wenn Sie im obersten Stock wohnen, kein Kellerabteil nutzen und Ihre Adresse in keiner Gefahrenzone des Hochwasserrisikosystems HORA liegt, bringt die erweiterte Deckung wenig. Wasser steigt nicht bis dorthin, und Vermurung trifft Erdgeschoß und Keller.
Der Verzicht spart einige zehn Euro im Jahr. Sturm, Hagel und Schneedruck bleiben ohnehin in der Grunddeckung enthalten, und die sind oben die realistischeren Gefahren.
Sobald ein Keller dazugehört oder Sie im Erdgeschoß wohnen, dreht sich das Bild: Dann steht schnell mehr im Risiko, als die Grunddeckung abdeckt.
Schritt für Schritt
In der Polizze nachlesen, mit welcher Summe Überschwemmung und Vermurung gedeckt sind.
Adresse im Hochwasserrisikosystem HORA prüfen.
Wert der Sachen im Keller und im Erdgeschoß zusammenrechnen.
Erweiterten Naturkatastrophen-Schutz anfragen und die Summe nennen lassen.
Selbstbehalt gegenrechnen: 150 bis 200 Euro sparen rund 10 bis 15 Prozent Prämie.
Angebote nur mit gleicher Entschädigungssumme und gleichem Selbstbehalt vergleichen.
Checkliste
Entschädigungssumme für Überschwemmung steht in der Polizze
Kellerabteil ist ausdrücklich mitversichert
Vermurung, Lawine und Rückstau sind genannt
Selbstbehalt passt zu Ihren Rücklagen
Versicherungssumme deckt Ihre Einrichtung zum Neupreis
Häufige Fehler
Glauben, Hochwasser sei voll gedeckt, weil es in der Polizze steht
Die Gebäudeversicherung in der Betriebskostenabrechnung für den eigenen Schutz halten
Fest mit dem Katastrophenfonds rechnen
Angebote mit unterschiedlichen Entschädigungssummen vergleichen
Fragen und Antworten
Häufig gefragt
Brauche ich als Mieter eine eigene Polizze für Naturkatastrophen?
Nein.
Sie brauchen den Baustein in Ihrer Haushaltsversicherung.
Das Gebäude versichert der Eigentümer, und diese Prämie läuft meist über die Betriebskosten.
Wie hoch ist die Deckung in der Grunddeckung?
Meist 3.000 bis 10.000 Euro je Schadenfall.
Das steht in Ihrer Polizze und ist der wichtigste Wert beim Vergleich.
Was kostet die erweiterte Deckung?
Die Prämie gilt immer für das ganze Paket.
Für eine Mietwohnung mit 90 Quadratmetern liegt sie bei etwa 155 bis 295 Euro im Jahr.
Der reine Aufpreis für die erweiterte Deckung liegt erfahrungsgemäß bei einigen zehn Euro.
Lohnt sich ein Selbstbehalt?
Oft ja.
150 bis 200 Euro senken die Prämie um rund 10 bis 15 Prozent,
300 bis 500 Euro um rund 20 bis 30 Prozent.
Sind Sachen im Kellerabteil mitversichert?
Ja, sie gehören zum Haushalt.
Oft gilt aber eine eigene Grenze für Keller und Nebenräume.
Fragen Sie danach, bevor Sie dort teure Geräte lagern.
Zahlt der Katastrophenfonds, wenn ich keinen Baustein habe?
Eventuell, aber nur einen Teil.
Die Sätze legt jedes Bundesland selbst fest, ein Rechtsanspruch besteht nicht,