Alles zur Versicherung: Reiseversicherung
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Kurz gesagt
Schließen Sie die Stornoversicherung am Tag der Buchung ab, spätestens binnen drei Tagen danach. Dann gilt der Schutz sofort. Bei späterem Abschluss beginnt der Stornoschutz erst am 11. Tag nach Abschluss, in dieser Wartefrist sind meist nur Unfall, Tod und Naturkatastrophe gedeckt. Viele Tarife nehmen Sie bis 14 Tage vor Abreise noch an.
Belegte Prämienspannen für Österreich und typische Selbstbehaltsätze, Stand September 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Reine Stornoversicherung, Reisepreis bis 100 Euro | ab etwa 10 Euro |
| Storno- und Reiseschutz, Reisepreis bis 400 Euro, Europa | ab etwa 38 Euro |
| Komplettschutz Einzelperson, 10 Tage Europa | etwa 32 bis 162 Euro |
| Komplettschutz Familie mit zwei Kindern, 14 Tage Europa | etwa 90 bis 278 Euro |
| Familie zu vier, 7 Tage Griechenland, Reisepreis 3.000 Euro, Einzelvertrag | etwa 123 bis 232 Euro |
| Familie zu vier, 7 Tage Griechenland, Reisepreis 3.000 Euro, Jahresvertrag | etwa 229 bis 328 Euro im Jahr |
| Jahres-Stornoversicherung je Person, Reisepreis bis 1.000 Euro | ab etwa 95 Euro, im besseren Tarif ab 109 Euro |
| Jahres-Gepäck- und Stornoschutz eines Mobilitätsklubs | ab etwa 59 Euro im Jahr |
| Selbstbehalt in Standardtarifen | häufig 20 Prozent des ersatzfähigen Schadens |
Stand September 2026, aus veröffentlichten Vergleichen und Tarifangaben für Österreich. Fristen, Wartefrist und Selbstbehalt stehen in den Bedingungen des jeweiligen Tarifs und weichen von Anbieter zu Anbieter ab; das genaue Angebot holen wir für Sie ein.
Rechenbeispiel
Eine Familie bucht am Donnerstag, 5. März, eine Reise für den 1. Juli. Die Polizze kommt erst am 20. März, also lange nach der Drei-Tage-Frist. Der Tarif hat zehn Tage Wartefrist, ausgenommen sind Unfall, Tod und Naturkatastrophe.
| Buchungstag | 5. März |
| Letzter Tag für sofortigen Schutz | 8. März |
| Abschlusstag und Zahlung der Prämie | 20. März |
| Stornoschutz beginnt am 11. Tag, der Abschlusstag zählt mit | 30. März |
| Schwere Erkrankung am 25. März | nicht gedeckt, die Wartefrist läuft noch |
| Unfall am 25. März | gedeckt, Unfall ist ausgenommen |
| Schwere Erkrankung am 5. April | gedeckt |
Die Polizze ist gültig, aber vom 20. bis 29. März zahlt sie nur bei Unfall, Tod oder Naturkatastrophe. Ein Abschluss am 5. März hätte diese Lücke von zehn Tagen vermieden, bei gleicher Prämie.
Die erste Frist läuft nach der Buchung. Wer am Buchungstag oder binnen drei Tagen abschließt, hat sofort vollen Stornoschutz. Manche Anbieter rechnen mit drei Werktagen und zählen Samstag mit, andere mit drei Kalendertagen. Das steht in den Bedingungen und macht bei einer Buchung am Donnerstag einen Unterschied von zwei Tagen.
Die zweite Frist ist die Wartefrist von zehn Tagen bei späterem Abschluss, die dritte der letzte Termin vor der Abreise. Viele Tarife nehmen Sie bis 14 Tage vor Reisebeginn, andere ziehen die Grenze bei 30 Tagen. Reisekranken- und Gepäckschutz lassen sich dagegen oft noch am Vortag abschließen, der Stornoteil nicht.
| Zeitpunkt des Abschlusses | Folge für die Deckung |
|---|---|
| Am Tag der Buchung | voller Stornoschutz ab Zahlung der Prämie, keine Wartefrist |
| Binnen drei Tagen nach der Buchung | voller Stornoschutz, keine Wartefrist |
| Später als drei Tage nach der Buchung | Stornoschutz erst ab dem 11. Tag, davor nur Unfall, Tod, Naturkatastrophe |
| Mehr als 30 Tage vor Abreise, Reise längst gebucht | Abschluss möglich, die Wartefrist läuft ab Abschlusstag |
| 14 bis 30 Tage vor Abreise, Reise längst gebucht | nur bei Tarifen mit 14-Tage-Grenze, Wartefrist beachten |
| Weniger als 14 Tage vor Abreise | Stornoteil in der Regel nicht mehr abschließbar |
| Nach Eintritt des Stornogrundes | kein Schutz, der Grund ist nicht mehr unerwartet |
Eine Wartefrist macht die Polizze nicht ungültig. Sie gilt, aber in den ersten zehn Tagen greift der Stornoteil nur bei Unfall, Tod und Naturkatastrophe. Der häufigste Stornogrund, die unerwartete schwere Erkrankung, ist genau in dieser Zeit ausgeschlossen. Wer in der Wartefrist mit hohem Fieber liegt, bekommt keinen Ersatz.
Gezählt wird ab dem Abschlusstag, nicht ab der Buchung. Einzelne Anbieter rechnen mit elf Tagen und nehmen nur den Unfall aus. Deshalb lohnt der Blick in die Bedingungen: Die Länge der Frist und die Liste der Ausnahmen entscheiden, ob Sie im Ernstfall etwas bekommen.
Drei Fälle sprechen gegen die Polizze. Erstens: Der Grund ist schon eingetreten oder absehbar. Dann zahlen Sie eine Prämie für eine Leistung, die es nicht gibt. Zweitens: Hotel oder Flug lassen sich bis kurz vor Anreise kostenfrei stornieren. Ohne Stornogebühr gibt es nichts zu ersetzen.
Drittens: Der Reisepreis ist klein. Für eine reine Stornoversicherung bis 100 Euro Reisepreis zahlen Sie etwa 10 Euro. Wer die 100 Euro notfalls selbst trägt, braucht das nicht. Und wenn die Abreise so nah ist, dass die Wartefrist über den Reisebeginn hinausreicht, ist die Prämie verloren.
Eine Jahrespolizze besteht schon, bevor Sie buchen. Damit fällt die Drei-Tage-Frist je Buchung weg, und die Wartefrist spielt keine Rolle mehr, weil der Vertrag lange läuft. Gedeckt sind die Reisen, die Sie nach dem Abschluss buchen, meist bis zu einer festen Summe je Reise und bis 42 oder 62 Tage Reisedauer.
Für Familien und für alle, die öfter kurzfristig buchen, rechnet sich das schnell. Bei einer Familie zu vier mit einer Reise um 3.000 Euro liegt der Jahresvertrag etwa bei 229 bis 328 Euro, der Einzelvertrag für dieselbe Reise bei etwa 123 bis 232 Euro. Ab der zweiten Reise im Jahr ist die Jahrespolizze also meist günstiger.
| Situation | Was besser passt |
|---|---|
| Eine große Reise im Jahr, früh gebucht | Einmalpolizze für genau diese Reise |
| Zwei oder mehr Reisen im Jahr | Jahrespolizze, sie rechnet sich meist ab der zweiten Reise |
| Familie mit mehreren Kurzreisen | Jahrespolizze im Familientarif |
| Häufige kurzfristige Buchungen | Jahrespolizze, weil die Drei-Tage-Frist wegfällt |
| Eine einzige günstige Reise unter 500 Euro | oft keine Polizze, Stornogebühr selbst tragen |
Die Versicherungssumme muss zum vollen Reisepreis passen, also zu Anzahlung und Restzahlung zusammen. Wer nur die Anzahlung deckt, erhält bei einem Storno nur einen Teil der Gebühr ersetzt, auch wenn der Grund klar gedeckt war.
Buchen Sie Ausflüge, Mietwagen oder eine bessere Kabine dazu, erhöhen Sie die Summe. Bei einer Umbuchung auf eine teurere Reise gilt oft derselbe Ablauf wie bei einer neuen Buchung: Frist prüfen, Summe anpassen, Prämie zahlen.
Fragen und Antworten
Ja, viele Tarife nehmen Sie bis 14 oder 30 Tage vor Abreise an. Dafür beginnt der Stornoschutz erst am 11. Tag nach Abschluss, davor sind meist nur Unfall, Tod und Naturkatastrophe gedeckt.
Meist drei Tage, teils drei Werktage. Prüfen Sie, ob Ihr Tarif Kalendertage oder Werktage zählt, das kann zwei Tage Unterschied machen.
Nein. Unfall, Tod und Naturkatastrophe sind in der Wartefrist meist gedeckt, Krankheit dagegen nicht. Einzelne Tarife nehmen nur den Unfall aus.
Erst wenn die Prämie bezahlt ist. Ein bestätigter Antrag ohne Zahlung reicht nicht, auch nicht online.
Für Reisekranken- und Gepäckschutz oft ja, für den Stornoteil in der Regel nicht. Der Stornoschutz braucht Vorlauf.
Meist nicht. Wer die Stornogebühr einer Reise unter etwa 500 Euro notfalls selbst tragen kann, braucht dafür keine Polizze.
Ab etwa zwei Reisen im Jahr und bei Familien. Sie deckt die Reisen, die Sie nach dem Abschluss buchen, und die Frist je Buchung fällt weg.
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