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Skipperhaftpflicht: Wann brauche ich sie beim Chartern?
Kurze Antwort
Die Polizze des Charterboots schützt vor allem Eigner und Boot, nicht Sie als Skipper. Wer in Kroatien oder Griechenland chartert, haftet persönlich, und genau dafür gibt es die Skipperhaftpflicht.
Viele Österreicher chartern ihre Yacht an der Adria, in Griechenland oder auf einem der großen Seen. Für die Dauer des Törns tragen sie die Verantwortung für ein fremdes Boot und für die Crew. Das Charterboot ist zwar haftpflicht- und kaskoversichert, doch diese Polizzen sind für den Eigner geschrieben. Ihre persönliche Haftung als Skipper ist darin nur so weit enthalten, wie der Vertrag des Vercharterers es vorsieht, und den bekommen Sie selten zu Gesicht.
In der Praxis zeigen sich drei Lücken. Forderungen, die über die Versicherungssumme der Bootshaftpflicht hinausgehen. Der Rückgriff des Kaskoversicherers, wenn ein Schaden grob fahrlässig verursacht wurde, denn dann endet Ihre Haftung nicht bei der Kaution. Und Ansprüche aus der eigenen Crew, etwa nach einer Verletzung bei einem Manöver. Eine eigenständige Skipperhaftpflicht deckt solche Fälle oft nur subsidiär, also erst, wenn keine andere Haftpflicht leistet.
Haben Sie Ihr eigenes Boot bei NAMMERT versichert, ist Ihre Haftpflicht als verantwortlicher Führer eines gemieteten oder gecharterten Bootes in jedem Tarif schon in Ihrer Polizze, wenn der Chartervertrag auf Ihren Namen lautet und höchstens 30 Tage dauert. Ab Basis-Plus gilt sie bis zur Größe oder Leistung des eigenen Bootes, im Premium ohne Größenbegrenzung. Sie gilt nachrangig, und Schäden an der Charteryacht selbst sind nicht versichert. Ohne eigenes Boot brauchen Sie eine eigenständige Skipperhaftpflicht, und die bieten wir nicht an. Vergleichen Sie vier Dinge: die Versicherungssumme, ob Schäden an der Charteryacht selbst eingeschlossen sind, ob Ansprüche der Crew gedeckt sind und für welche Reviere der Schutz gilt.
Skipperhaftpflicht für eine Woche oder als Jahrespolizze
Wer einmal im Sommer eine Woche in Kroatien oder Griechenland segelt, kommt mit einer Polizze für genau diesen Törn gut aus. Sie wird meist mit der Buchung abgeschlossen und endet mit der Rückgabe des Bootes. Wer dagegen mehrmals im Jahr chartert, Freunde auf einem Mitsegeltörn skippert oder im Herbst noch eine Flottille an der Adria mitfährt, ist mit einer Jahrespolizze besser bedient, weil kein Törn mehr am vergessenen Abschluss hängt.
Für Eigner, deren eigenes Boot bei NAMMERT versichert ist, ist die Haftung als Skipper schon geregelt. In jedem Tarif steckt die Skipperhaftung in der Bootshaftpflicht und gilt für jeden Törn bis 30 Tage, sofern der Chartervertrag auf Ihren Namen lautet. Im Basis-Plus reicht der Schutz in Europa und im Mittelmeer für Charterboote bis zur Größe oder Leistung Ihres eigenen Bootes, im Premium gibt es keine Größengrenze. Schäden an der Charteryacht selbst sind nicht versichert.
Was kostet eine Skipperhaftpflicht und wovon hängt die Prämie ab?
Die Prämie einer eigenständigen Skipperhaftpflicht richtet sich im Wesentlichen nach der Versicherungssumme, nach der Laufzeit und nach den Bausteinen, die mit im Vertrag stecken. Eine Polizze für einen einzelnen Törn ist auf den ersten Blick günstiger, wer aber zweimal im Jahr chartert, zahlt mit zwei Einzelpolizzen oft mehr als mit einem Jahresvertrag. Vergleichen Sie deshalb immer gleiche Summen, gleiche Reviere und gleiche Laufzeiten.
Bevor Sie überhaupt Angebote einholen, lohnt ein Blick in die eigene Bootspolizze, falls Sie ein Boot am Attersee, am Wörthersee oder an der Adria haben. Bei NAMMERT kostet die Skipperhaftung keine eigene Prämie, sie ist in jedem Tarif der Haftpflicht schon enthalten. Die Frage nach den Kosten beantwortet sich dann mit der Prämie für das eigene Boot, eine zusätzliche Polizze für die Charterwoche fällt weg.
Skipperhaftpflicht im Vergleich: vier Stellen in den Bedingungen
Im Vergleich zählt nicht der Prospekt, sondern das Kleingedruckte. Lesen Sie, wie hoch die Versicherungssumme je Schadenfall ist und ob sie für Personen- und Sachschäden getrennt gilt. Prüfen Sie, ob Ansprüche der eigenen Crew mitversichert sind, denn Mitsegler aus dem Freundeskreis sind genau die Personen, die bei einem missglückten Manöver verletzt werden. Und klären Sie, für welche Reviere und wie lange ein Törn höchstens dauern darf.
Die vierte Stelle ist der Rückgriff des Kaskoversicherers. Hat der Skipper einen Schaden grob fahrlässig verursacht, holt sich der Versicherer des Vercharterers sein Geld beim Skipper zurück, und zwar über die Kaution hinaus. Eine Skipperhaftpflicht ohne diesen Einschluss lässt die teuerste Lücke offen. Fragen Sie außerdem, ob die Polizze nachrangig gilt und ob ein Selbstbehalt vereinbart ist, beides verändert, was im Ernstfall bei Ihnen bleibt.
Gewerbliche Skipperhaftpflicht für Berufsskipper und Ausbilder
Wer gegen Entgelt skippert, braucht eine eigene, gewerbliche Skipperhaftpflicht. Das betrifft Überstellungsskipper, Skipper auf Kojencharter, Ausbildner einer Segelschule und alle, die für eine Agentur Gäste über die Adria fahren. Private Skipperhaftpflichtpolizzen und die Skipperhaftpflicht in einer Bootshaftpflicht sind für den eigenen Urlaubstörn gedacht und schließen eine berufliche Tätigkeit in der Regel aus, auch bei NAMMERT setzt die integrierte Deckung einen Chartervertrag auf Ihren Namen voraus.
Für Berufsskipper sind andere Punkte wichtig als für den Urlaubstörn. Dazu zählen Vermögensschäden, etwa wenn ein gebuchter Törn wegen eines Fehlers ausfällt, die Haftung gegenüber zahlenden Gästen und Schäden am geführten Boot selbst. Halten Sie mit dem Auftraggeber schriftlich fest, welche Polizzen für das Boot bestehen und wer im Schadenfall den Selbstbehalt trägt. Unklare Absprachen enden sonst vor Gericht.
Befähigungsausweis, Crewliste und Polizze vor dem Ablegen
Bei der Übernahme an der Basis will der Vercharterer den Befähigungsausweis des Skippers sehen, der für Boot und Revier passt, häufig dazu das Funkzeugnis und eine Crewliste. Wer diese Papiere nicht vorlegen kann, bekommt das Boot unter Umständen gar nicht oder nur mit einem bezahlten Skipper. Die Polizze der Skipperhaftpflicht gehört in dieselbe Mappe, ausgedruckt oder als Datei, damit Sie sie bei Nachfrage zeigen können.
Im Schadenfall entscheidet dieselbe Mappe darüber, wie rasch eine Meldung bearbeitet wird. Notieren Sie Ort, Uhrzeit, Wetter und Beteiligte, fotografieren Sie den Schaden und lassen Sie sich von der Basis ein unterschriebenes Protokoll geben. Erkennen Sie gegenüber Dritten keine Schuld an, bevor Sie mit Ihrem Versicherer gesprochen haben. Das schützt Sie, gleich ob die Skipperhaftpflicht eigenständig ist oder in Ihrer Bootspolizze steckt.
Zum Merken
Das Boot
deckt die Polizze des Vercharterers
Sie
deckt die Skipperhaftpflicht
Auf der Charteryacht haften Sie persönlich. Die Polizze des Bootes ist für den Eigner gemacht, nicht für Sie.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Verlangt der Vercharterer in Kroatien eine Skipperhaftpflicht?
Vorgeschrieben ist sie gesetzlich meist nicht, manche Vercharterer verlangen sie aber im Vertrag. Sinnvoll ist sie ohnehin, weil die Polizze des Charterboots Ihre persönliche Haftung nur begrenzt abdeckt.
Ersetzt die Skipperhaftpflicht die einbehaltene Kaution?
Nein, die Kaution ist Ihr Selbstbehalt am Kaskoschaden, dafür gibt es die Kautionsversicherung. Die Skipperhaftpflicht greift bei Forderungen über die Kaution hinaus und bei Schäden an Dritten.
Gilt meine NAMMERT Polizze auch auf dem Charterboot?
Ja, Ihre Haftpflicht als verantwortlicher Führer eines gecharterten Bootes ist in jedem Tarif integriert, mit Chartervertrag auf Ihren Namen und für höchstens 30 Tage. Ab Basis-Plus gilt sie bis zur Größe oder Leistung Ihres eigenen Bootes, im Premium ohne Größenbegrenzung. Schäden an der Charteryacht selbst sind nicht versichert.
Reicht eine Skipperhaftpflicht für eine einzelne Charterwoche an der Adria?
Ja, eine Polizze für einen Törn genügt dafür; ohne eigenes Boot bieten wir sie selbst nicht an. Wer öfter chartert, vergleicht sie mit einer Jahrespolizze. Eigner mit einer Haftpflicht bei NAMMERT haben die Skipperhaftung in jedem Tarif schon enthalten. Schäden an der Charteryacht selbst deckt sie aber nicht.
Brauchen Berufsskipper eine eigene Skipperhaftpflicht?
Ja. Private Polizzen schließen eine Tätigkeit gegen Entgelt in der Regel aus. Wer beruflich skippert, braucht eine gewerbliche Skipperhaftpflicht, die genau das ausdrücklich einschließt.
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, +49 3375 29 12 77
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