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Kautionsversicherung beim Yachtcharter: Zahlt sich das aus?
Kurze Antwort
Die Kaution ist Ihr Selbstbehalt bei jedem Schaden am Charterboot, auch beim kleinsten. Eine Kautionsversicherung ersetzt den einbehaltenen Betrag, ob sie das tut, steht in ihren Bedingungen.
Wer chartert, hinterlegt bei der Übernahme eine Kaution, je nach Boot und Revier oft einige tausend. Sie ist der Selbstbehalt der Kaskoversicherung des Vercharterers: Entsteht während des Törns ein Schaden, behält die Basis die Kosten bis zur Höhe der Kaution ein. Ein verbogener Relingsdraht, ein angeschlagener Propeller oder ein Loch im Beiboot genügen dafür oft schon, auch wenn der Schaden an der Marina in Kroatien ganz harmlos aussah.
Die Kautionsversicherung ersetzt diesen Betrag. Es gibt sie für einen einzelnen Törn oder als Jahrespolizze, und die Prämie hängt an der Höhe der Kaution. Ob sich das auszahlt, hängt davon ab, wie oft Sie im Jahr chartern, wie gut Sie Boot und Revier kennen und wie viele enge Häfen auf dem Törnplan stehen.
Entscheidender als die Prämie sind die Bedingungen. Lesen Sie, ob grobe Fahrlässigkeit ausgeschlossen ist, ob ein schriftliches Schadenprotokoll der Basis Voraussetzung ist und in welcher Frist gemeldet werden muss, ob Beiboot und Außenborder mitversichert sind und ob ein eigener Selbstbehalt bleibt. Ohne ein von der Basis unterschriebenes Protokoll ersetzt kaum ein Versicherer etwas, es gehört also vor der Heimreise in die Mappe.
Kautionsversicherung für einen Törn oder als Jahrespolizze
Die Kautionsversicherung gibt es für einen einzelnen Törn und als Jahrespolizze. Die Einzelpolizze wird meist mit der Buchung oder in den Tagen vor der Abreise abgeschlossen und gilt genau für die Charterwoche. Die Jahrespolizze deckt alle Törns eines Jahres bis zu einer vereinbarten Kautionssumme und ist für alle interessant, die im Frühjahr in Kroatien und im Herbst in Griechenland unterwegs sind.
Bei der Jahrespolizze kommt es auf die versicherte Summe an. Sie sollte zur höchsten Kaution passen, die Sie im Lauf des Jahres hinterlegen. Ein Katamaran oder eine größere Yacht verlangt oft eine deutlich höhere Kaution als das Boot vom Vorjahr, und was über der versicherten Summe liegt, bleibt bei Ihnen. Prüfen Sie die Summe deshalb vor jeder Buchung, nicht erst bei der Rückgabe.
Kautionsversicherung im Vergleich: Selbstbehalt, Beiboot, Fristen
Beim Vergleich zählen die Bedingungen mehr als die Prämie. Schauen Sie, ob ein eigener Selbstbehalt bleibt, ob grobe Fahrlässigkeit ausgeschlossen ist und ob Beiboot, Außenborder und Segel eingeschlossen sind. Manche Polizzen ersetzen auch eine Kaution, die wegen verlorener Ausrüstung einbehalten wird, andere nur Schäden am Boot. Wichtig ist auch, ob mehrere Schäden im selben Törn zusammen bis zur vollen Kaution ersetzt werden.
Der zweite Blick gilt den Pflichten nach einem Schaden. Fast jede Polizze verlangt ein von der Basis unterschriebenes Schadenprotokoll und eine Meldung innerhalb einer bestimmten Frist. Wer das Protokoll bei der Rückgabe nicht mitnimmt, kann es aus Wien oder Graz kaum noch beschaffen. Eine gute Polizze hilft wenig, wenn die Unterlagen fehlen, die sie ausdrücklich voraussetzt.
Kaution beim Bootsverleih, Hausboot und Motorboot am See
Eine Kaution verlangen nicht nur Charterbasen am Meer. Auch der Bootsverleih am See, der Vermieter eines Hausboots auf Kanälen im Ausland oder eines Motorboots für einen Tag behält nach einem Schaden einen Betrag ein. Die Kautionsversicherung funktioniert dort grundsätzlich gleich, manche Polizzen gelten aber nur für Yachtcharter ab einer bestimmten Dauer. Lesen Sie deshalb, ob Mietboote und Tagesmieten ausdrücklich eingeschlossen sind.
Beim Verleih sind die Kautionen meist niedriger, die Schäden in engen Häfen, an Schleusen und Stegen dafür häufig. Fotografieren Sie das Boot bei der Übernahme rundum, auch Rumpf, Propeller und Fender, und lassen Sie Vorschäden in das Übergabeprotokoll eintragen. Das hilft gegenüber dem Vermieter genauso wie gegenüber der Kautionsversicherung, wenn es später um die Frage geht, wann ein Kratzer entstanden ist.
Was die Kautionsversicherung nicht ersetzt: Folgeschaden und Storno
Die Kautionsversicherung ersetzt die einbehaltene Kaution, nicht mehr. Fällt nach einem Schaden der Rest des Törns ins Wasser oder verlangt die Basis Ersatz für die Tage, an denen das Boot nicht weiter verchartert werden kann, ist das ein Folgeschaden. Dafür gibt es eine eigene Charter-Folgeschadenversicherung, und nicht jede Kautionsversicherung hat sie eingebaut. Fragen Sie vor dem Abschluss ausdrücklich danach.
Ebenso getrennt ist die Stornoversicherung für das Charterboot. Wer den Törn vor Beginn absagen muss, etwa wegen Krankheit, braucht sie, denn die Kautionsversicherung greift erst ab der Übernahme des Bootes. Viele Anbieter bündeln Kaution, Folgeschaden und Storno in einem Paket. Lesen Sie dann für jeden Baustein einzeln nach, welche Summe gilt und welcher Selbstbehalt vereinbart ist.
Kautionsversicherung und Skipperhaftpflicht als Paket
Kautionsversicherung und Skipperhaftpflicht decken verschiedene Teile desselben Risikos. Die Kautionsversicherung ersetzt den Betrag, den die Basis nach einem Schaden am Boot einbehält. Die Skipperhaftpflicht zahlt, wenn Forderungen über die Kaution hinausgehen oder Dritte geschädigt werden, etwa das Nachbarboot im Hafen. Wer nur eine der beiden Polizzen hat, trägt den anderen Teil selbst.
Für Eigner, deren Boot bei NAMMERT versichert ist, ist die Skipperhaftung in jedem Tarif schon geregelt, für Törns bis 30 Tage mit Chartervertrag auf Ihren Namen. Im Basis-Plus gilt sie für Charterboote bis zur Größe oder Leistung des eigenen Bootes, im Premium ohne Größengrenze. Schäden an der Charteryacht selbst deckt sie nicht. Für die Charterwoche bleibt dann nur noch die Kautionsversicherung zu klären, die es als Einzel- oder Jahrespolizze gibt.
Zum Merken
Jeder
Schaden am Charterboot geht zuerst zulasten der Kaution
Protokoll
entscheidet, ob ersetzt wird
Die Kautionsversicherung hilft nur mit guten Bedingungen und einem unterschriebenen Schadenprotokoll.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Wann zahlt sich eine Kautionsversicherung aus?
Bei hoher Kaution, auf einem Boot, das Sie nicht kennen, und in Revieren mit vielen engen Anlegemanövern. Wer mehrmals im Jahr chartert, sollte die Jahrespolizze mit Einzelpolizzen vergleichen.
Welche Unterlagen brauche ich für die Erstattung?
Meist den Chartervertrag, das Übergabeprotokoll, das von der Basis unterschriebene Schadenprotokoll und den Beleg über den einbehaltenen Betrag. Fotos vom Schaden helfen zusätzlich.
Deckt die Kautionsversicherung grobe Fahrlässigkeit?
Das ist von Vertrag zu Vertrag verschieden. Einige schließen grobe Fahrlässigkeit aus, andere nicht. Genau diese Stelle sollten Sie vor dem Abschluss lesen.
Gilt die Kautionsversicherung auch für ein Leihboot am See?
Oft ja, aber nicht immer. Manche Polizzen gelten nur für Yachtcharter ab einer bestimmten Dauer. Prüfen Sie, ob Mietboote und Tagesmieten ausdrücklich eingeschlossen sind.
Zahlt die Kautionsversicherung, wenn ich den Törn stornieren muss?
Nein. Für eine Absage vor Beginn gibt es die Stornoversicherung für das Charterboot, für ausgefallene Chartertage nach einem Schaden die Charter-Folgeschadenversicherung.
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