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Studie aus Deutschland: Die meisten Bootfahrer chartern oder leihen

Laut ADAC Befragung chartert die Hälfte der deutschen Bootfahrer, jeder Vierte fährt ein Boot von Freunden. Die Fragen dahinter stellen sich in Österreich genauso.

17. September 20264 min LesezeitNAMMERT Assekuradeur GmbH

In Deutschland fahren rund 3,6 Millionen Menschen ab 16 Jahren regelmäßig Boot. Das ergab eine Befragung von Nordlight Research im Auftrag des deutschen Automobilclubs ADAC im Jänner 2026, mit 13.926 Teilnehmern. Bemerkenswert ist, wem die Boote gehören: 51 Prozent fahren meist ein gechartertes oder gemietetes Boot, 25 Prozent eines von Freunden, Bekannten oder Familie, und nur 12 Prozent überwiegend ein eigenes.

Die Zahlen stammen aus Deutschland, die Fragen dahinter stellen sich in Österreich genauso, ob auf dem Attersee, dem Wörthersee oder bei einem Charter in Kroatien. Eine Bootsversicherung hängt am Boot und am Eigner. Wer chartert oder sich ein Boot leiht, steht am Steuer eines Bootes, dessen Polizze er nicht kennt, und im Schadenfall zählt, ob es überhaupt einen Vertrag gibt, der für ihn einsteht.

Beim Chartern ist die Lage geregelt, aber lückenhaft. Die Kasko des Vercharterers versichert das Boot, nicht den Charterer. Die Kaution trägt er selbst, ebenso Ansprüche, die über die Haftpflicht des Bootes hinausgehen oder unter der Crew entstehen. Dafür gibt es die Skipperhaftpflicht und die Kautionsversicherung, abgeschlossen vor dem Törn und nicht erst am Steg.

Beim geliehenen Boot ist es informeller und deshalb heikler. Die Bootshaftpflicht des Eigners gilt in der Regel für jeden berechtigten Fahrer mit dem vorgeschriebenen Befähigungsausweis. Ob das Boot kaskoversichert ist und wie hoch der Selbstbehalt ist, weiß der Freund am Steuer oft nicht, und die eigene Privathaftpflicht zahlt für Schäden am geliehenen Boot selbst fast nie. Ein kurzes Gespräch vor dem Ablegen erspart den Streit danach.

Die Befragung zeigt noch mehr. Rund die Hälfte der deutschen Bootfahrer ist zwischen 16 und 39 Jahre alt, mehr als die Hälfte stand erst seit 2010 zum ersten Mal selbst am Steuer. Am liebsten fahren sie im eigenen Land, auf der Mecklenburgischen Seenplatte, in Berlin und Brandenburg und an der Ostsee. Im Ausland folgen die Niederlande, Italien, Griechenland, Spanien und Kroatien, wo viele Österreicher ebenfalls chartern.

Unsere Einordnung: Auf beliebten Revieren begegnen sich Eigner mit langer Erfahrung und Charterer, die ihr Boot seit drei Tagen kennen. Für Eigner mit Segelyacht, Motorboot oder Jetski spricht das für eine Haftpflicht mit ausreichender Deckungssumme. Für alle anderen gilt: Vor jedem Törn auf einem fremden Boot klären, wer im Schadenfall zahlt.

Quelle: ADAC Skipper, Beitrag zur ADAC Marktforschung Bootfahren in Deutschland vom 17. August 2026. Befragung durch Nordlight Research im Jänner 2026, online, 13.926 Personen, repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 16 Jahren. Für Österreich liegt uns keine vergleichbare Zahl vor.

Zum Abhaken

Vor dem Chartern fragen, wie hoch die Kaution ist und was die Kasko des Vercharterers ausschließt Skipperhaftpflicht und Kautionsversicherung vor dem Törn abschließen Beim geliehenen Boot fragen, ob Haftpflicht und Kasko bestehen und wie hoch der Selbstbehalt ist Die Erlaubnis des Eigners schriftlich festhalten, mit Zeitraum und Revier Den Befähigungsausweis dabeihaben, den das Gewässer verlangt

Häufige Fragen

Bin ich auf einem gecharterten Boot über den Vercharterer versichert?

Das Boot ist über dessen Kasko versichert, Sie selbst nur eingeschränkt. Die Kaution und Ansprüche darüber hinaus tragen Sie. Dafür gibt es Skipperhaftpflicht und Kautionsversicherung.

Gelten die Zahlen auch für Österreich?

Nein, die Befragung wurde in Deutschland durchgeführt. Die Fragen zu Charter und geliehenem Boot stellen sich in Österreich aber genauso.

Dazu passt

Charterversicherung Bootshaftpflicht
Ein langer Holzsteg an einem See im Morgendunst, daran viele Mietboote nebeneinander und ganz am Ende ein einzelnes Segelboot

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