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Die eigene Police in zehn Minuten prüfen
Versicherungswert, Fahrtgebiet, Selbstbehalt, grobe Fahrlässigkeit, Deckungssummen, Ausschlüsse und Obliegenheiten, mehr müssen Sie nicht suchen.
20. Mai 20268 min LesezeitNAMMERT Assekuradeur GmbH
Ein Bedingungswerk hat vierzig Seiten, aber die Entscheidung im Schadenfall fällt an sieben Stellen. Wer sie kennt, kann eine Police in zehn Minuten beurteilen, die eigene wie ein fremdes Angebot.
Erstens der Versicherungswert. Steht dort „Zeitwert“, wird im Totalschaden geschätzt, was das Boot am Schadentag noch wert war. Steht „feste Taxe“, gilt die vereinbarte Summe. In unserer Basis gilt der Zeitwert, nach fünf Jahren mit 35 Prozent Abzug. Die feste Taxe gilt in Basis-Plus bis fünf Jahre oder solange der Zeitwert die halbe Summe erreicht und die Wiederbeschaffung nachgewiesen ist, im Premium ohne Altersgrenze.
Zweitens das Fahrtgebiet, und das ist ein Punkt, an dem österreichische Verträge oft klemmen. Ein Boot am Attersee braucht kein großes Gebiet, ein Boot, das im Juli auf dem Trailer nach Punat fährt, sehr wohl. Das Fahrtgebiet ist keine Empfehlung, sondern eine Grenze: außerhalb besteht kein Schutz. Prüfen Sie, ob es zu Ihrer tatsächlichen Nutzung passt, und ob eine kurzfristige Erweiterung möglich ist.
Drittens der Selbstbehalt, und zwar nicht nur die Höhe, sondern wann er greift. Bei uns entfällt er ab Basis-Plus bei Totalverlust, Diebstahl, Einbruchdiebstahl, persönlichen Effekten und Trailer, also bei den Fällen mit den größten Summen. Im Premium wird er bei Diebstahl doch abgezogen, wenn das Boot nicht verschlossen oder umfriedet untergebracht war. Beim Jetski wird er immer abgezogen.
Viertens die grobe Fahrlässigkeit. Ohne Verzicht auf den Einwand kann jede Unachtsamkeit zur Kürzung führen. Ab Basis-Plus verzichten wir bis 25 Prozent, im Premium bis 50 Prozent der Versicherungssumme, außer bei Diebstahl, Alkohol oder Drogen.
Fünftens die Deckungssummen, und die Frage, ob sie pauschal gelten oder je Person und Sache aufgeteilt sind. Eine große Zahl auf dem Deckblatt hilft wenig, wenn sie im Kleingedruckten je verletzter Person halbiert wird.
Sechstens die Ausschlüsse. In einer Allgefahrendeckung ist gedeckt, was nicht ausgeschlossen ist, die Ausschlussliste ist dort die eigentliche Leistungsbeschreibung. Bei benannten Gefahren gilt das Gegenteil: Dann ist nur gedeckt, was aufgezählt wird. Unsere Kasko arbeitet mit benannten Gefahren.
Siebtens die Obliegenheiten: Was müssen Sie melden, sichern, nachweisen? Dazu gehört in Österreich auch das Patent. Wer auf der Donau oder auf einem See ein Fahrzeug führt, für das ein Schiffsführerpatent vorgeschrieben ist, und es nicht hat, riskiert die Deckung. In der Kasko ist ein Schaden dadurch ausgeschlossen, in der Haftpflicht ist es eine verletzte Obliegenheit.
ThemenpaketTeil 2 von 7
Im Schadenfall: melden, belegen, ausgezahlt bekommen
Alle Teile im Überblick
- Schaden am Boot
- Die eigene Police in zehn Minuten prüfen
- Leine in der Welle
- Zusammenstoß mit einem Berufsfahrzeug
- Grob fahrlässig am Steg
- Neu für alt in der Bootskasko
- Wertminderung nach dem Bootsschaden
- Zweimal derselbe Motorschaden, zwei Antworten
- Der Anruf am Freitag
- Zwei Anrufe am selben Vormittag
- Zwei gleiche Boote, zwei verschiedene Beträge
- Das Boot liegt am Grund, der Kran steht bereit
- Die Werft verlangt eine Akontozahlung
Zum Abhaken
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Allgefahren und benannten Gefahren?
Bei Allgefahrendeckung ist versichert, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Bei benannten Gefahren nur das, was aufgezählt wird. Prüfen Sie deshalb, ob Kollision und Grundberührung in der Liste stehen.
Mein Boot liegt in Österreich, der Törn geht nach Kroatien. Was muss im Vertrag stehen?
Ein Fahrtgebiet, das die Adria einschließt. Steht dort nur der Binnenbereich, endet der Schutz an der Küste, und das fällt erst im Schadenfall auf.
Dazu passt