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Nicht nur Strom: der Weg der Branche
European Boating Industry hat einen Fahrplan zur Energiewende vorgelegt. Der auffälligste Punkt darin ist ein Kraftstoff, der in den meisten vorhandenen Dieselmotoren läuft.
Markt NAMMERT Assekuradeur GmbH
Der europäische Branchenverband European Boating Industry hat einen Fahrplan zur Dekarbonisierung der Freizeitschifffahrt veröffentlicht. Die Ausgangslage darin ist bemerkenswert unaufgeregt: Die Freizeitschifffahrt steht für etwa 0,4 Prozent der Treibhausgasemissionen des EU-Verkehrssektors, dahinter stehen allerdings mehr als 6,5 Millionen Boote in Europa.
Der Verband setzt ausdrücklich nicht auf eine einzige Technologie. Neben Elektro- und Hybridantrieben, die vor allem bei kleineren Booten und im Binnenrevier vorankommen, hebt die Roadmap hydriertes Pflanzenöl hervor, kurz HVO. Der Kraftstoff lässt sich in den meisten vorhandenen Dieselmotoren ohne Umbau fahren und senkt den CO2-Ausstoß gegenüber fossilem Diesel um bis zu 90 Prozent.
Für österreichische Eigner ist das die praktisch interessantere Hälfte des Papiers. Ein Dieselmotor in einem Törnboot an der Adria wird nicht in absehbarer Zeit durch einen Elektroantrieb ersetzt, dafür fehlen Reichweite und Ladepunkte entlang der Küste. Ein Kraftstoff, der ohne Umbau in dieselbe Maschine geht, wirkt dort schneller als jede Neuanschaffung.
Den Engpass sieht der Verband nicht bei den Booten, sondern an Land. Über 10.000 Freizeithäfen gibt es in Europa, viele davon werden von kleinen Unternehmen oder Kommunen betrieben, die größere Investitionen in Ladepunkte oder neue Tankanlagen nicht allein stemmen können. Der Fahrplan fordert deshalb gezielte Förderung statt allgemeiner Appelle.
Was das für Eigner heißt
Ein Wechsel auf HVO ändert an der Polizze nichts, solange der Motorenhersteller den Kraftstoff freigibt. Genau das empfehlen wir nachzusehen: Die Freigabe steht im Handbuch oder beim Hersteller, und sie ist im Streitfall der Unterschied zwischen einem Motorschaden und einem selbst verursachten Motorschaden.
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